Style

Dieses Vorher-Nachher-Bild zeigt, dass Instagram-Perfektion Quatsch ist

02.02.2017, 14:37

"Schlanke Menschen sind attraktiver als dicke Menschen." Das ist die Message, mit der wir uns täglich an vielen Orten konfrontiert sehen. Egal ob wir zur U-Bahn laufen, durch Zeitschriften blättern oder durch Instagram scrollen: Wir sehen Fotos von perfekten Körpern und Werbung für Diäten. Bilder, die uns zeigen: Du bist okay, wie du bist. Aber nur, solange du schlank bist.

Die 23-jährige Milly Smith hat genug von diesen Fotos. Sie will sich gegen Photoshop-Fakes und den Schlankheitswahn wehren und fotografiert sich so, wie sie wirklich aussieht.

Eines ihrer neuesten Fotos wird gerade besonders oft geliket und geteilt:

Das Foto zeigt Milly in zwei unterschiedlichen Situationen. Auf dem ersten Bild trägt sie eine formende Strumpfhose, die sie über den Bauch gezogen hat, sodass dieser ganz besonders flach und unscheinbar wirkt. Auf dem zweiten Bild trägt sie die Strumpfhose weiter nach unten gezogen, sodass ihr Bauch zu sehen ist.

Das Ergebnis:

Mittlerweile gefällt das Bild fast 75.000 Menschen. Milly erklärt, dass die beiden Fotos am selben Tag gemacht wurden. Es sei kein "Vorher-Nachher-Bild", kein Gewichtsverlust und auch keine Diät-Werbung.

"Ich fühle mich mit meinem Körper auf beiden Fotos wohl. Keines der beiden ist mehr oder weniger wert. Keines der beiden macht mich mehr oder weniger menschlich," schreibt Milly darunter.

Bilder dieser Art seien für sie eine Hilfe, um mit negativen Gedanken zu ihrem Körper klarzukommen. Milly postet oft Bilder, die sich nur darin unterscheiden, dass sie anders steht – und so je nach Perspektive schmaler oder breiter wirkt. Sie will zeigen: Es ist absurd, dass Menschen sie für attraktiver halten könnten, nur weil sie ihre Pose innerhalb von fünf Sekunden ändert.

So zeigt sich Milly auf ihrem Instagram-Kanal:

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Der Instagram-Account, auf dem Milly ihre Bilder postet, heißt selfloveclubb. Und genau darum geht es ihr: Frauen und Männer sollen ihren Körper lieben. Ganz egal, wie dick oder dünn sie sind. Unabhängig davon, ob jemand Cellulite an den Oberschenkeln hat oder Narben auf seiner Haut trägt. Wichtig sei nur, dass man sich selbst mit sich und seinem Körper wohl fühlt. Ganz egal, was andere darüber sagen oder denken.

Sie kritisiert Zeitschriften, die perfekt photogeshopte Frauenkörper zeigen, mit harten Worten: "Sie machen Geld mit deinem Leid, wenn du sie lässt. Kauft das nicht. Zeig denen deinen Mittelfinger und verweigere alles, dass dich nicht 100 Prozent wertvoll, schön oder königlich fühlen lässt." Sie selbst lese diese Magazine eigentlich nicht, wisse aber, dass das Tausende Frauen jeden Tag tun.

Auf ihren Fotos geht es ihr aber nicht nur um ein positives Körpergefühl. In anderen Postings schreibt sie offen darüber, dass sie unter einer körperdysmorphen Störung leide. Das bedeutet, dass sie ihren Körper anders wahrnehme, als er in Wirklichkeit aussehe. Ihr Instagram-Account sei für sie so etwas wie eine therapeutische Maßnahme. Mit ihrem offenen Umgang erreicht sie viele Menschen: Fast 80.000 Menschen haben ihren Instagram-Kanal mittlerweile abonniert.

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