Style

Wegen ein paar deutscher Touris tragen die Franzosen jetzt Adiletten

15.07.2017, 20:00 · Aktualisiert: 15.07.2017, 13:08

Leute laufen zwischen den grauen Hochhäusern von Ris-Orangis umher, eine Vorstadt südlich von Paris. Die Gruppe bleibt plötzlich stehen, dann ziehen die Leute kollektiv ihre Schuhe aus – und schlüpfen in bereitstehende Schlappen. Die Strümpfe lassen sie an. Dazu Rap.

Der Sänger von "Claquettes Chaussettes" guckt in die Kamera, die Haare zurückgegelt, so geht das Video weiter:

Der Sänger trägt, zu Sporthose, Shirt und goldumrandeter Brille: Badeschlappen mit weißen Socken. Auch Adiletten genannt – abgeleitet von Adidas, der Marke, die die schwarz-weißen Latschen vornehmlich produziert.

"Ich trage Schlappen und Socken – du weißt schon, so ist das in der Siedlung", singt Rapper Alrima. Ganz unerwartet hat er damit nicht nur steil seine Karriere gestartet.

Als Franzose hat er damit auch einen Trend in sein Land geholt, für den bisher vor allem deutsche Touristen berüchtigt waren.

Denn seitdem der Song Anfang Mai online ging und schon über sieben Millionen mal angeguckt wurde, scheinen sich die Sockensandalen in Frankreich rasant zu verbreiten.

Seit sich die Leute in dem Video durch die Gegend schlappen, machen das nun auch immer mehr Schüler und Studenten.

Ich bin vor zwölf Jahren für mein Studium nach Paris gegangen, und zum ersten Mal, seit ich hier lebe, sehe ich sie an Franzosen und nicht mehr nur an deutschen Touris.

Leute mit Socken in Adiletten. Keine Leute, die gerade aus dem Bad oder aus der Sauna kommen. Leute, die sonst modisch gekleidet sind und die ihre Sockensandalen offenbar ernst meinen.

In den Schaufenstern des Kaufhauses BHV tragen die Puppen braune Schlappen mit grünen Socken. In der Metro hat der Mann vor mir die Socken bis zur Hälfte der Waden hochgezogen.

"Die kleidungsmäßige Anomalie, die bisher deutschen Touristen vorbehalten war, breitet sich nun langsam aber sicher in französischen Schulen aus", schreibt die Tageszeitung "Libération".

"Die Lage ist ernst. Die Ausdünstungen von Füßen haben sich in Klassenräumen breitgemacht. In den Schulen herrscht der Terror", heißt es im Text weiter.

Andere scheinen hingegen sehr stolz auf die neuen Treter. "Morgen geh ich in Schlappen und Strümpfen zur mündlichen Prüfung", schreibt Paul Cochereau auf Twitter.

Sie feiern ihre Schlappen – und posten Bilder davon:

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"Auf den Modenschauen tragen die Models schon seit sechs bis acht Monaten Socken in Schlappen", sagt Bruno Benedic, Trendspezialist bei der Pariser Modeschule "Mod'Spe".

Die Schlappen kommen aus dem Deutschland der Achtzigerjahre, in dem sich mit Tennissocken, Badeschuhen und dicker Goldkette eben noch prollen ließ. "Damals haben Männer zwischen 25 und 55 die Schlappen getragen – nach dem Sport, zum Relaxen", sagt Benedic.

Nun wollen wieder Leute hip sein in den Schuhen, Deutsche, Franzosen, überall auf der Welt stehen die Modelle in den Läden.

Kürzlich liefen bei der Pariser Fashionweek männliche Models mit Schlappen und Socken über den Laufsteg. "Das ist Teil der Normcore-Welle, bei der Normalität und Entspanntheit zum Modetrend wird", sagt Benedic.

"Man trägt das Erste, was einem im Wohnungsflur morgens unter die Finger kommt."

Es sei eben ein Gefühl, das deutsche Touris nun einige Zeit verkörpert hätten, wenn sie mit ihren Sockenschlappen anreisten – und das nun auch in Frankreich angekommen sei.


Trip

"Game of Thrones": Was Westeros und unsere Welt gemeinsam haben

15.07.2017, 16:29

Ab Sonntagnacht träumen sich wieder Tausende Fans in die Welt von Westeros – denn dann beginnt die siebte Staffel "Game of Thrones". Der Streit um den Eisernen Thron wird zwischen mehreren Clans ausgefochten, alle bringen ihre Armeen gegeneinander in Stellung.

Die Welt, die Buchautor George R. R. Martin in "Game of Thrones" entworfen hat, erinnert an ein fantastisches britisches Mittelalter. Hier Folter, Zwangsehe und Ränke, dort noch ein paar Drachen und Hexen hinzu. Das langgezogene Westeros selbst sieht sogar wie Großbritannien aus.

Wer die Kontinente von "Game of Thrones" mit unserer Welt vergleicht, erkennt aber: Es gibt noch viel mehr Ähnlichkeiten.