Bild: Go Girl! Run

Sport

Ich will regelmäßig laufen. Wie motiviere ich mich?

23.05.2017, 17:55 · Aktualisiert: 23.05.2017, 18:58

Wir haben die Laufbloggerin Mandy Jochmann von "Go Girl! Run!" gefragt.

Anfang des Jahres sind die meisten Menschen noch motiviert: Jetzt wird alles anders! Sport! Gesunde Ernährung! Zunächst funktioniert der Plan noch. Dreimal in der Woche laufen, Krafttraining und am Wochenende noch schwimmen. Kaum sind ein paar Wochen vergangen, flacht die Motivation bei vielen Menschen wieder ab.

Dabei ist regelmäßiges Sport treiben so gut für den Körper: Die Fettverbrennung wird angeregt und die Muskulatur wird gestärkt. Wir fühlen uns insgesamt einfach besser. Außerdem hält Laufen gesund. Wer regelmäßig joggen geht, hat ein 45 Prozent geringeres Risiko an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Laut einer neuen Studie sollen schon fünf Minuten Joggen pro Tag das Herz schützen. (SPIEGEL ONLINE)

Warum können wir uns trotzdem manchmal einfach nicht dazu motivieren? Warum liegen wir lieber stundenlang auf der Couch oder gucken Netflix?!

Wir haben mit Mandy Jochmann gesprochen und gefragt, wie sie sich motiviert. Sie betreibt den Blog "Go Girl! Run!" und trainiert momentan für ihren zweiten Halbmarathon.

Wie hast du deinen perfekten Sport gefunden?

"Ich brauchte einen Sport mit möglichst wenig Hemmschwellen. Laufen ist deswegen so perfekt, weil du immer und überall laufen kannst. Egal ob Zuhause oder im Urlaub – laufen geht immer, denn alles, was du brauchst, sind die richtigen Laufschuhe. Nachdem ich es geschafft hatte, regelmäßig zu laufen, merkte ich, wie viel Spaß mir der Sport machte, wie sich mein Körper und meine Einstellung positiv veränderten. Außerdem bietet mir das Laufen die Möglichkeit auch auf Reisen ohne viel Aufwand aktiv zu bleiben."

Mandy Jochmann

Mandy Jochmann (Bild: Go Girl! Run!)

Wie motivierst du dich, wenn du wirklich gar keine Lust aufs Training hast?

"In solchen Momenten trickse ich mich mit dem Gedanken daran aus, wie ich mich nach dem Laufen fühle. Meistens geht’s mir danach richtig, richtig gut und ich bin froh, dass ich losgelaufen bin. Die Aussicht auf dieses Gefühl tritt mir dann in den Hintern. Natürlich gibt es auch die Tage, an denen einfach nichts hilft. Dann sage ich: 'Okay, ich probiere es zumindest für 10 Minuten!' Wenn ich dann noch immer keine Lust habe, lasse ich es bleiben. Das ist aber so gut wie nie der Fall. Wenn ich dann schon unterwegs bin, packt mich der Ehrgeiz, meine Trainingseinheit zu Ende bringen zu wollen."

Hattest du mal ein sportliches Tief?

"Mein sportliches Lauftief ereilte mich nach meinem ersten Halbmarathon 2014. Ich bin zu schnell nach meinem Laufeinstieg auf diese lange Distanz gewechselt. Meine Vorbereitung war nicht optimal. Ich schaffte zwar die 21,195 Kilometer, landete jedoch mit zu niedrigem Blutdruck im Sani-Zelt. Danach wehrten sich Körper und Motivation gegen das Laufen."


Und wie hast du es wieder herausgeschafft?

"Ich wollte nicht aufgeben und suchte Abwechslung in anderen Sportarten, um dennoch aktiv zu bleiben und meinem Körper einen Ausgleich zu bieten. Ein Jahr später stand ich so an der Startlinie zu meinem ersten Kurz-Triathlon. In diesem Jahr gehe ich die Halbmarathon-Distanz ein zweites Mal an und bin motivierter als je zuvor.

Bei kleineren Lauftiefs versuche ich, meine Situation und das Problem realistisch einzuschätzen. Danach setze ich mir ein neues Ziel, bastle mir einen Trainingsplan und los geht’s!"

Das ist Mandy beim Training:

Go Girl! Run!
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Welchen Tipp würdest du Sport-Anfängern geben?

"Im Laufe der Zeit habe ich immer wieder gemerkt, dass das Problem beim Dranbleiben mentale Ursachen hat. Wir wissen ganz genau, was wir wollen und tun dann das Gegenteil. Wir schieben es auf den inneren Schweinehund oder tausend andere Ausreden. "Programmiere deine Gedanken und dein Unterbewusstsein auf dein Ziel", raten viele Fitnesscoachs. Das ist nicht immer einfach und hört sich erst mal seltsam an, aber letztlich geht es darum, dass du dir ein klares Ziel setzt.

Visualisiere dein Ziel, zum Beispiel, in dem du dir eine Collage bastelst und sie gut sichtbar aufhängst. Oder schreibe dein Ziel auf ein großes Plakat und hänge es an deine Haustür, damit du es nicht übersiehst. Sei so konkret wie möglich: Wie wird sich der Moment anfühlen, wenn du dein Ziel erreichst? Wie wirst du dich fühlen, wie wirst du aussehen, wer wird dabei sein? Erzähle Freunden und Familie von deinen Trainingsplänen. Lass andere teilhaben, zum Beispiel auf Instagram oder tritt einer Sportgruppe auf Facebook bei."

Chips, Sofa, Netflix. Wie widerstehe ich den ganzen Versuchungen?

"Das Wichtigste ist, dass man sich selbst klar macht, dass es keine Verbote gibt. Theoretisch kannst du auf dem Sofa lungern und Chips futtern. Verbiete es dir nicht, sondern denke einfach um: erst Laufen, dann Sofa! Verbiete dir den gemütlichen Fernsehabend nicht, sondern nutze ihn als Belohnung nach dem Sport. Im übrigen hast du, wenn du dir etwas verbietest, immer auch das Gefühl, du musst gegen dein eigenes Verbot ankämpfen.

Setze Prioritäten! Wenn Sport an vorderster Stelle kommt, stellt sich die Frage gar nicht. Übrigens, Chips und Sofa sind in Maßen auch wichtig. Trainingsfreie Tage sind auch Trainingstage, denn die Regeneration ist genauso wichtig wie die Sporteinheit."

Zu guter Letzt: Welche drei Songs dürfen in keiner Fitness-Playlist fehlen?

  • "Sunshine“ von Samiam
  • "Dancing on my Own" von Robyn
  • "Run Boy Run" von Woodkid (nach dem Song ist mein Blog benannt)

Wenn du mehr über Mandy erfahren willst, kannst du ihr bei Facebook, Instagram oder Twitter folgen. Seit kurzem gibt es auch den "Go Girl! Run!"-Podcast

Und, wie sportlich bist du? Mach unser Quiz:


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