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Bild: dpa / Filip Singer

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Olympia hat jetzt neue Regeln für Transgender-Athleten

25.01.2016, 18:29 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:26

Künftig ist keine Operation mehr nötig

Transgender-Athleten sollen künftig auch dann an Olympischen Wettbewerben teilnehmen dürfen, wenn sie sich (noch) keiner geschlechtsangleichenden Operation unterzogen haben. Das geht aus einer Reihe neuer Richtlinien hervor, die das Internationale Olympischen Komitee (IOC) veröffentlicht hat (PDF).

Mit der Neuregelung möchte das IOC Diskriminierung vorbeugen: "It is necessary to ensure insofar as possible that trans athletes are not excluded from the opportunity to participate in sporting competition", heißt es in dem Papier. Operative Veränderungen als Voraussetzung für eine Teilnahme zu verlangen, sei nicht nötig, um fairen Wettbewerb zu garantieren.

Die neuen Richtlinien im Überblick:

  • Transgender-Athleten dürfen künftig ohne Einschränkungen an Männerwettbewerben teilnehmen.
  • Damit Transgender-Athletinnen an Frauenwettbewerben teilnehmen dürfen, müssen weiterhin einige Bedingungen erfüllt sein: So muss die Athletin zum Beispiel erklärt haben, dass ihre Geschlechtsidentität weiblich ist; diese Erklärung darf mindestens vier Jahre lang nicht geändert werden. Außerdem muss die Athletin nachweisen, dass ihr Testosteron-Level auf einem dauerhaft niedrigen Wert liegt; das kann weiterhin durch Tests überprüft werden.

Mit den neuen Richtlinien revidiert das IOC den sogenannten "Stockholm Consensus on Sex Reassignment in Sports" aus dem Jahr 2003 (PDF). Darin hieß es noch, dass Transgeder-Athleten nur dann an Männer- beziehungsweise Frauen-Wettbewerben teilnehmen dürfen, wenn alle anatomischen Operationen abgeschlossen sind, inklusive äußerlicher Veränderung der Genitalien. Außerdem mussten sich die Betroffenen lange genug einer Hormontherapie unterzogen haben, "um geschlechtsspezifische Vorteile zu minimieren".

Diese Ansicht sei inzwischen überholt, schreibt das IOC: "Since the 2003 Stockholm Consensus on Sex Reassignment in Sports, there has been a growing recognition of the importance of autonomy of gender identity in society, as reflected in the laws of many jurisdictions worldwide." Mit Blick auf die geschlechtliche Identität sei Autonomie wichtig; das werde sowohl in der Gesellschaft als auch in der Rechtssprechung zunehmend anerkannt.

Die IOC-Richtlinien sollen schon bei den kommenden Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gelten. Allerdings stellen sie keine bindenden Regeln dar, sondern sind lediglich eine Empfehlung an Sportorganisationen. (Guardian)

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