11.06.2018, 16:20 · Aktualisiert: 11.06.2018, 15:57

Krafttraining für die Seele?

Dass Bewegung bei Depressionen helfen, oder ihnen vorbeugen soll, wurde schon oft untersucht und festgestellt. Allerdings ging es dabei bisher eher um Ausdauersport wie Joggen oder Gehen (NCBI). Aber Ausdauersport ist nicht jedermanns Ding.

Jetzt hat eine neue Überprüfung von zahlreichen Studien, die einen Zusammenhang zwischen Sport und Depressionen untersuchten, ergeben, dass auch Kraftsport wie Gewichtheben bei Depressionen helfen kann. Und dabei ist es egal, ob man zwei- oder fünfmal die Woche sein Training macht.

Wie lief die Studie ab?

Für die Untersuchung, die in den Journals of the American Medical Association veröffentlicht wurde, wurden 33 Studien zusammengetragen. Über 2000 Studienteilnehmer unterschiedlichen Geschlechts und Alters sowie mit diagnostizierter Depression und ohne psychische Auffälligkeiten nahmen teil. Einige machten Krafttraining, andere nicht.

Das Ergebnis: Menschen mit Depressionen fühlten sich normalerweise besser, nachdem sie ein Gewichttraining gemacht hatten. Und Menschen mit normaler psychischer Gesundheit beendeten das Experiment mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit, mürrisch und traurig zu werden, als Menschen, die nicht trainierten.

  • Auch spannend: Die Häufigkeit des Krafttrainings schien nicht wichtig zu sein.

Die Ergebnisse waren die gleichen, egal ob die Studienteilnehmer zwei- oder fünfmal in der Woche ins Fitnessstudio gingen und ob sie viele Wiederholungen jeder Übung machten oder nur wenige. Auch die Höhe der Gewichte schien keine Auswirkungen auf das Ergebnis zu haben. Hauptsache die Studienteilnehmer kamen und beendeten das Workout.

Was sind Depressionen?

Eine Depression im medizinischen Sinne ist eine Krankheit, die sich vor allem in gedrückter StimmungAntriebslosigkeit und negativen Gedanken zeigt. Das wirkt sich auf Körperfunktionen, das Denken und Handeln eines Menschen aus.

Die Erkrankung kann in den meisten Fällen mit einer Psychotherapie oder Medikamenten behandelt werden. In Deutschland sind etwa vier Millionen Menschen depressiv. Frauen erkranken doppelt so häufig wie Männer.

Mehr Infos findet ihr bei der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Warum hilft Kraftsport bei Depressionen?

In der Studie heißt es, dass das Training wahrscheinlich sowohl physiologische als auch psychologische Folgen hat. Das Krafttraining würde Teile des Gehirns verändern, einschließlich verschiedener chemischer Vorgänge im Nervengewebe des Gehirns, die Stimmungen beeinflussen.

Auch das Erfolgserlebnis, wenn man es geschafft hat, ein schweres Gewicht (wiederholt) zu heben, kann einen Einfluss auf die Psyche haben.

Die Ergebnisse sind vergleichbar mit vorangegangenen Studien über Ausdauersport bei Depressionen. Eine gute Nachricht also für Patienten, die zwar bereit sind, Sport zu treiben, aber keinen Ausdauersport mögen – angesichts der mit Depressionen oft einhergehenden Antriebslosigkeit ein wichtiger Punkt.

Trotzdem betont Brett Gordon, ein Doktorand der Universität von Limerick in Irland, der die Untersuchung leitete, dass Sport traditionelle Therapien einschließlich Medikamente nicht ersetzen kann oder sollte.

Informationen und Hilfe für Betroffene und Angehörige

  • Wissen, Selbsttest und Adressen um das Thema Depression gibt es auf der Webseite www.deutsche-depressionshilfe.de.
  • Das deutschlandweite Info-Telefon Depression: 0800 33 44 5 33 (kostenfrei)
  • Ein fachlich moderiertes Online-Forum zum Erfahrungsaustausch für Angehörige und Betroffene findest du hier: www.diskussionsforum-depression.de.
  • Hilfe und Beratung bekommst du auch bei den sozialpsychiatrischen Diensten der Gesundheitsämter in den Gemeinden.
  • Beratung und Austausch für Angehörige bietet der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker an: www.bapk.de.

Gerechtigkeit

Die SPD hat erforschen lassen, warum sie keiner mag – und jetzt die Antwort bekommen

11.06.2018, 15:57 · Aktualisiert: 11.06.2018, 16:43

Die 5 wichtigsten Erkenntnisse.

Um die SPD ist es gerade nicht so gut bestellt. Bei der Bundestagswahl 2017 haben die Sozialdemokraten eine harte Niederlage eingefahren. Wie schon zuvor auch 2013. Und 2009. 

Das Gejammer war immer groß – mit Kanzlerkandidat Martin Schulz holte die SPD nur 20,5 Prozent, ihr schlechtestes Bundestagswahlergebnis. Aber Konsequenzen gab es lange keine. Bis zur Niederlage von 2017. 

Die SPD hat endlich nachgeforscht, warum sie keiner mehr mag – und jetzt ein Ergebnis vorgestellt.