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Sport

Wer sich über Buffons WM-Aus freut, hat den Fußball nie geliebt

14.11.2017, 16:20 · Aktualisiert: 15.11.2017, 07:13

Vier Gründe, warum eine WM ohne Buffon eine schlechte WM ist

Ein Mann mit einem Helm aus schwarz gegeeltem Haar, der an den linken Torpfosten gelehnt so entschlossen Kaugummi kaut, dass man schon vom Zuschauen Angst, oder zumindest gehörig Respekt bekommt. So kennt man Gianluigi Buffon. Einer, der schon beim Singen der Nationalhymne erkennen lässt, dass der Gegner im Zweifel immer den kürzeren vorm Tor ziehen wird. Der bei der WM 2006 endgültig zum weltbesten Torhüter wurde, als er aus dem Spiel heraus kein einziges Tor zuließ.

(Bild: Getty Images/Martin Rose/Bongarts)

Für diesen Mann also war das Spiel gegen Schweden am Montagabend eine Katastrophe. Weil Italien mit einem drögen 0:0 die WM-Qualifikation verpasste. Für diesen Mann gab es in dieser Schmach offenbar nur eine Konsequenz: Rückzug, Rücktritt, Tränen, Trauer. Am Ende des Abends stand die Nachricht, die sich mehr wie eine Todesanzeige las und Italien in die wohl größte Krise seit Berlusconi stürzte:

Gianluigi Buffon, ewiger Torhüter der italienischen Nationalmannschaft, tritt zurück. Im Alter von 39 Jahren.

Auch international wurde die Nachricht betreten aufgenommen. Twitter-User fasste die Stimmung perfekt zusammen:

Hier sind vier Gründe, warum eine WM ohne Buffon eine Katastrophe ist – der deutschen Schadenfreude zum Trotz.

(Bild: Getty Images)

1

Gigi Buffon hätte einen anderen Abschied verdient gehabt.

Das Turnier in Russland wäre seine sechste WM gewesen. Den Rekord zu erreichen, war ihm nicht vergönnt. "Das war mein letztes Spiel für Italien", sagt Buffon nach dem Unentschieden. "Ich bin traurig, dass meine Nationalmannschaftskarriere so endet."

An Buffon hat es wie immer nicht gelegen. Bis zum Schluss brachte er Topleistungen; bei seinem Verein, Juventus Turin, tut er das noch immer. Anders als zum Beispiel Bastian Schweinsteiger wollte er seine Karriere offenbar nicht langsam austrudeln lassen. Nun ist sein letztes Nationalmannschaftsspiel ein trostloses 0:0 gegen Schweden und nicht ein entscheidendes Spiel bei einer Weltmeisterschaft – bitter.             

(Bild: Getty Images/David Ramos)

2

Niemand weint so ehrlich wie Gigi Buffon.

Direkt nach dem Spiel versuchte Buffon zu erklären, warum Italien es nicht geschafft hat. Unter Tränen stammelte er eine Entschuldigung an die italienischen Fans. Am liebsten hätte man mitgeweint.

3

Kaum jemand ist so sehr fairer Sportsmann wie Buffon.

Schon vor dem Anpfiff wurde Buffon zum heimlichen Sieger der Partei: Die italienischen Fans pfiffen während der schwedischen Nationalhymne. Buffon merkte es, fing an, laut zu klatschen. Die Message: Die Schweden sind willkommen, auch wenn es um viel geht.

Es ist nicht das erste Mal, dass Buffon so seinen Respekt für den Gegner bekundet. Die Franzosen hab es ihm bis heute nicht vergessen, dass er die Pfiffe während der Marseillaise auf ähnliche Weise unterband. Die Mitspieler und viele Zuschauer folgten ihm, wie immer.

4

In einer Welt voller Cristiano Ronaldos ist Gigi Buffon eine Wohltat.

Bald, wenn in den Ligen und bei den großen Meisterschaften nur noch Spieler antreten, die schon mit 16 vom Berater gesagt bekommen, wie sie den nächsten großen Vertrag verhandeln, werden wir Spieler wie Buffon noch mehr vermissen. Als er fünf Tage nach dem gewonnenen WM-Finale von Juves Zwangsabstieg erfuhr, tat er das, was nur wenige Fußballprofis tun. Er blieb seinem Verein treu – obwohl er zu dem Zeitpunkt der teuerste Keeper aller Zeiten war. 

Statt Champions League spielte er ein Jahr lang in der zweiten Liga gegen Clubs wie Crotone oder AlbinoLeffe. Juve schaffte den direkten Wiederaufstieg, auch dank Buffon.

Wenn es gilt, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, stehen immer die Alten in der ersten Reihe.

Das sagte Buffon einst nach der für die Italiener desaströsen WM 1998.

In Italien beginnt jetzt der fußballerische Wiederaufbau – leider ohne Gigi Buffon.


Today

Til Schweiger muss vor Gericht – wegen seines Facebook-Posts

14.11.2017, 16:10

Til Schweiger pöbelt auf Facebook öfter mal rum. Am liebsten gegen Medien (die ihn nicht verstehen) oder Kritiker (die seine Filme nicht verstehen), manchmal geht es aber auch gegen ganz normale Facebook-Nutzer. Nun hat eine Nutzerin ihn verklagt.

Eine Frau aus dem saarländischen Sulzbach wirft ihm vor, ihre persönliche Nachricht an Schweiger und seine Antwort an sie auf seinem Profil veröffentlicht zu haben. Ihr Name und ihr Foto ist auf dem Screenshot klar zu erkennen, sie sieht daher ihre Persönlichkeitsrechte verletzt und verlangt  Unterlassung. (SPIEGEL ONLINE)