Sport

Diese Frauen haben keinen Bock mehr auf stylishe Fitnessvideos

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06.11.2017, 17:15 · Aktualisiert: 06.11.2017, 18:22

Toni, Lisa und Alex sagen, sie hätten die besten Tipps für den perfekten Körper und die perfekte Ernährung in einem perfekten Leben in einer perfekten Welt.

Dass es sowas gar nicht geben kann, wissen die drei Darstellerinnen von "Bauch, Beine, Pommes" ganz genau. Sie trainieren mit Schokoladen-Sit-Ups, machen Butter-Detox – und parodieren auf YouTube so die Fitnesswelt, die in sozialen Netzwerken nur aus super schlanken Frauen besteht, die sich von Eiweißriegeln und Chia-Samen ernähren.

Auf Initiative des Wiener Programms für Frauengesundheit wurden bisher drei Videos für den Kanal produziert. Dahinter stecken die Filmemacherinnen Franziska Kabisch, 27, und Sophie Utikal, 30, die in Deutschland und Österreich leben und arbeiten.

Wir haben sie gefragt, warum sie von der perfekt-inszenierten Sportwelt genug haben.

Franziska, Sophie, wer seid ihr?

Wir sind schon länger gute Freundinnen, Kommilitoninnen und Kämpferinnen im Bodyshaming-Alltag. Die drei tollen Performer*innen haben wir über unseren Freund*innenkreis kennengelernt und es hat sofort geklickt. Auch für den Dreh hatten wir ein super Team, das sich auf verschiedene Weise mit feministischen Themen beschäftigt und dadurch viel in das Projekt mit hineintragen konnte.

Was nervt euch denn an klassischen Workout-Videos?

Viele glauben, wir finden Fitness scheiße. Aber das stimmt nicht. Was wir nicht mögen, ist Fitness-Wahn. In unzähligen YouTube-Videos sind immer alle so unwahrscheinlich gut drauf und würden alles für einen trainierten Körper tun. Da gibt es gar keinen Raum fürs Scheitern, dafür, es sich anders zu überlegen, doch wieder anzufangen oder zu hinterfragen. Uns geht es eher darum, ein bisschen Entspannung in die Sache zu bringen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, den YouTube-Kanal zu starten?

Unser Vorbild war das "Make Your Face Great Again Makeup Tutorial". Wir möchten mit ein bisschen Witz Kritik an beklemmenden Schönheitsnormen üben. Parodie eignet sich dafür besonders gut, ohne direkt den großen Zeigefinger raushängen zu lassen.

Für wen habt ihr die Videos gemacht?

Wir richten uns mit dem Projekt vor allem an Mädchen* und junge Frauen*, die im Internet zugeballert werden mit So-musst-du-sein und Das-sollst-du-tun. Mit unserem Ganz-Körper-Training können sie sich gegen Bodyshaming und Körpernormen stärken. Körperakzeptanz und Körperliebe sind nicht immer einfach, aber Übung macht den Meister oder die Meisterin!

Wie kommen eure Videos an?

Die Reaktionen sind zum großen Teil sehr gut. Wir haben viele Fans. Aber natürlich gibt es auch andere, die uns absichtlich missverstehen wollen. Sie werfen uns vor, dass wir Fast Food als Universallösung propagieren und einen ungesunden Lebensstil haben. Aber da legen wir einfach eine Extra-Runde ein und trainieren die Hate-Kommentare sofort weg.

Wenn ihr an die Fitnesswelt dort draußen denkt: Was wünscht ihr euch?

Wir finden, es gibt auf YouTube oder Instagram viel zu wenige Optionen, schön zu sein. Wenn alle nur einem Ideal hinterherrennen, bleiben viele tolle Körper auf der Strecke. Dabei hat jeder was Schönes, Geiles, Aufregendes, Interessantes. Wir möchten mehr verschiedene Körper sehen, in allen Größen, Formen, Aktivitäten oder Zuständen.

Hier kannst du dir das erste der drei "Bauch, Beine, Pommes"-Videos ansehen:


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