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Queer

Warum YouTube im Kindermodus keine LGBT-Videos zeigt

21.03.2017, 14:33 · Aktualisiert: 21.03.2017, 17:19

YouTube ist voll von ziemlich krassen Sachen: Man findet Videos von Gewalt, Hass und obszöne Botschaften. Da ist es völlig verständlich, dass die Seite einen Modus hat, der bestimmte Inhalte herausfiltert.

Deshalb führte YouTube 2010 den "eingeschränkten Modus" ein. In einem aktuellen Statement dazu heißt es, der Modus sei "eine Option für Institutionen wie Schulen und Menschen, die mehr Kontrolle darüber haben möchten, was ihnen auf YouTube angezeigt wird". (YouTube Creators) Zum Beispiel können ihn Eltern für ihre Kinder anschalten.

Der Idealfall: Kinder werden nicht mehr mit brutalem Content konfrontiert. Der nicht so ideale Fall: völlig unschuldige und in vielen Fällen sogar wichtige Inhalte werden herausgefiltert.

Wie sich nun herausstellt, ist leider letzteres eingetreten: Denn der Filter blockiert offenbar eine große Anzahl von Videos über Themen zu Homosexualität und Transgender.

Standardmäßig ist der Modus zwar ausgeschaltet, er lässt sich aber sehr leicht aktivieren: Man scrollt einfach auf irgendeiner YouTube-Seite nach ganz unten und findet dort die Option.

Standardmäßig ist der Modus zwar ausgeschaltet, er lässt sich aber sehr leicht aktivieren: Man scrollt einfach auf irgendeiner YouTube-Seite nach ganz unten und findet dort die Option. (Bild: Screenshot)

LGBTQ people shouldn't be restricted!
Tegan and Sara, Musikerinnen

Zuerst bemerkten das einige YouTuber aus den USA. Sobald der eingeschränkte Modus angeschaltet war, verschwanden viele ihrer Videos. Bei manchen wurde sogar der komplette Kanal nicht mehr in der Suche angezeigt.

So haben die YouTuber reagiert:

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Was ist an dem Modus so schlimm? Die Tatsache, dass er Inhalte zu Homosexualität und Trans-Menschen offenbar automatisch als nicht kinderfreundlich oder als "unangemessen" einstuft.

"Die Art, wie dieser Filter aufgebaut ist, ist gefährlich", sagt der deutsche YouTuber Andre Teilzeit zu bento. Auch sein Kanal ist von dem Modus betroffen.

Für ihn ist das Teil eines viel größeren Problems: "Bei so etwas schwingt immer eine gewisse Homo-Feindlichkeit mit, weil LGBT-Themen oft automatisch auf Sex reduziert werden, obwohl es doch um viel mehr geht."

Es ist dieselbe Debatte, die auch häufig in Bezug auf Sexualunterricht in der Schule geführt wird: Gegner, die beispielsweise Homosexualität nicht als Teil des Unterrichts sehen wollen, argumentieren oft damit, man könne Kindern doch solche drastischen Bilder und Themen nicht zumuten. Doch statt des sexuellen Aktes geht es viel eher darum, verschiedene Orientierungen zu verstehen und zu lernen, dass Liebe viele Formen annehmen kann.

Auf seinem Kanal beschäftigt sich Andre Teilzeit viel mit LGBT-Themen. Hier kannst du zum Beispiel lernen: "Wie unterstütze ich die LGBT-Community? ..Ohne ein Arschloch zu sein!"

Auf seinem Kanal beschäftigt sich Andre Teilzeit viel mit LGBT-Themen. Hier kannst du zum Beispiel lernen: "Wie unterstütze ich die LGBT-Community? ..Ohne ein Arschloch zu sein!" (Bild: YouTube)

Andre kann die Stigmatisierung von LGBT-Menschen nicht verstehen. In seinen Videos spricht der 22-Jährige aus Münster mal über seine psychische Erkrankung, mal über seine Sexualität. Immer ruhig und überlegt, nie krass oder mit drastischen Bildern.

Trotzdem: Sobald YouTubes eingeschränkter Modus angeschaltet ist, verschwinden viele seiner Videos. "Bei mir werden alle LGBT-Inhalte und die komplette Playlist zu dem Thema ausgeblendet", sagt Andre. Auch manche Videos zum Thema Depression seien betroffen.

Woran liegt das nun?

Zunächst war in der YouTube-Community das Gerücht herumgegangen, es handele sich bei dem Filter um eine reine Beschränkung nach Alter des Users. Unter der Bezeichnung "Age Gate" spekulierten einige YouTuber darüber.

Doch allein das Alter ist offenbar nicht entscheidend. "Ich habe mir testweise einen neuen Account angelegt, laut dem ich 13 Jahre alt war", sagt Andre. Doch die Suchergebnisse seien dieselben gewesen, wie mit seinem normalen Log-in.

In der Erklärung beim Einschalten des Filters steht:

"Im eingeschränkten Modus werden Videos ausgeblendet, die von Nutzern gemeldet wurden oder die anderweitig als potenziell unangemessen aufgefallen sind. Kein Filter ist zu 100 % zuverlässig, doch diese Funktion hilft dabei, einen Großteil der unangemessenen Inhalte zu blockieren."

Ist es also doch ein Filter gegen bestimmte Inhalte?

Am Sonntagabend amerikanischer Zeit reagierte YouTube auf die Kritik. Allerdings zunächst mit leichter Abwehr: Man sei sehr stolz auf den LGBT-Content auf YouTube und es würden nur sehr wenige Videos in dem Modus herausgefiltert.

Das stimmt allerdings nicht, wie sofort viele anmerkten:

"Ich glaube, der Filter ist einfach extrem dämlich eingestellt worden", sagt Andre. Denn eigentlich kenne er YouTube als sehr LGBT-freundlich. Mit "Proud to love" und "Proud to be" habe das Unternehmen in den vergangenen Jahren zwei große Aktionen für die Community gestartet.

Am Montag meldete sich YouTube erneut zum Thema. Das Unternehmen gab den Fehler zu und sagte, es wolle sich die Sache nun genauer ansehen:

In einem Blogeintrag schreibt YouTube, einige Videos seien falsch eingeordnet worden. Das System sei nicht immer besonders gut darin, Kontexte und Nuancen zu erkennen. Es würden zwar nur etwa 1,5 Prozent der täglich geschauten Videos auf YouTube im eingeschränkten Modus angesehen, aber: "Wir wissen, dass es nicht um Zahlen geht", schrieben die Verantwortlichen.

"Die Quintessenz ist: Der Filter funktioniert nicht so, wie er soll. Es tut uns leid und wir werden den Fehler beheben."

Haha

Hier leidet Chris Pratt unter seiner Diät – und es könnte nicht sympathischer sein

21.03.2017, 12:34 · Aktualisiert: 21.03.2017, 12:40

Der ist einer von uns: Chris Pratt, 37, spielte in "Jurassic World", "Guardians of the Galaxy" und zuletzt in "Passengers". Doch anstatt hollywoodmäßig abzuheben, bleibt Chris auf Augenhöhe mit uns – das zeigt er gerade auf Instagram.

Für seine Rolle in "Jurassic World 2" muss Chris abnehmen. Richtig abnehmen und fit werden. Dafür muss er sich an einen strengen Essensplan halten. Nicht ganz einfach für den Fast-Food-Fan, der in seiner Rolle als Andy in "Parks and Recreation" immer eher der Typ "gemütlich" war.

Was er zu sich nimmt, ist genau berechnet, viele Produkte in seinem Kühlschrank sind extra abgepackt, enthalten nur gesunde Inhaltsstoffe. Und auf den Packungen kleben große Aufkleber mit den genauen Kalorienangaben. Oh je!