Bild: Getty Images

Queer

In Tschetschenien werden Schwule gejagt. Russland sieht tatenlos zu

14.04.2017, 17:24

In Tschetschenien müssen Homosexuelle um ihr Leben fürchten: Die autonome Republik im Süden Russlands geht systematisch gegen schwule Männer vor, berichten die Vereinten Nationen.

Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte wandte sich mit einem Aufruf direkt an Russland, Druck auf die Führung in Tschetschenien zu machen. Die Schwulen-Jagd müsse gestoppt werden, heißt es darin.

  • Bereits vor zwei Wochen tauchten erste Medienberichte aus der Region auf. Demnach sei es zur Massenverschleppung von mehr als hundert Männern gekommen. (Novaya Gazeta)
  • Drei Männer sollen bei der Übergriffe gestorben sein.
  • Den Männern wurde ihre "nichttraditionelle sexuelle Orientierung" vorgeworfen. Mit der Formulierung wird in Russland Homosexualität umschrieben. Offiziell wird Homosexualität verleugnet.

Jetzt haben zwei freigelassene Opfer über ihre Erlebnisse gesprochen.

Beide berichteten im Guardian von schwerer Folter und Erpressung:

1/12

Der tschetschenische Regierungssprecher Alvi Karimov hatte die Berichte zuvor als "Lüge" und "einen Versuch, die Republik Tschetschenien zu diskreditieren" bezeichnet. Schwule Männer gebe es im Land gar nicht – man könne daher auch keine Menschen verhaften und töten, die nicht existierten. (Interfax)

Was hat es mit Tschetschenien auf sich?

Tschetschenien ist eine islamisch geprägte Republik im Kaukasus. Offiziell ist das Land unabhängig. Tschetschenien wird aber vom großen Nachbarn Russland verwaltet. Der Präsident Ramzan Kadirow gilt als Marionette Putins, die Opposition im Land unterdrückt er.

Wie viele Ethnien der Region wollten eigentlich auch viele die Tschetschenen wirklich unabhängig werden. Früher galten die Russen als Besatzer. Nach mehreren Kriegen hängen nun überall Plakate von Putin. Kadirow selbst inszeniert sich als eine Art islamischer Rambo unter Russlands Gnaden. Hier erfährst du mehr über ihn

Auch Russland selbst wiegelt bei der Schwulen-Verfolgung ab.

Man werde die Berichte über Angriffe auf Homosexuelle überprüfen, hatte Dmitri Peskow, Sprecher von Präsident Wladimir Putin, schon Anfang April erklärt.

Er selbst sei aber "kein großer Spezialist in Sachen nichttraditioneller Orientierung", spottete Peskow. Das Thema stehe nicht "auf der Agenda des Kreml". (SPIEGEL ONLINE)


Food

Warum es dieses Jahr zu Ostern weniger Freiland-Eier gibt

14.04.2017, 16:49 · Aktualisiert: 15.04.2017, 13:34

Dieses Jahr gibt es zu Ostern in den Supermärkten weniger Eier aus Freiland- oder Bio-Haltung. Schuld daran ist die Vogelgrippe H5N8

Im November des vergangenen Jahres erreichte das Virus Deutschland. Es wird von Wildvögeln übertragen. 

  • Werden kranke Wildvögel entdeckt, müssen die Hühner in den umliegenden Bauernhöfen im Stall bleiben.
  • Erkrankt ein Huhn in einem Betrieb an Vogelgrippe, müssen meistens alle getötet werden.
  • In den letzten Wochen ist die Zahl der entdeckten Fälle stark zurückgegangen. Viele Landkreise haben die Stallpflicht gelockert oder aufgehoben.
  • Steht ein Huhn mehr als drei Monate im Stall, können die Eier nicht mehr als Eier aus Freilandhaltung verkauft werden.