Queer

"Proud of my son": Wie Eltern ihre schwulen, lesbischen und transsexuellen Kinder feiern

14.06.2017, 11:21 · Aktualisiert: 14.06.2017, 16:35

Ich bin stolz, ich stehe hinter dir – das ist die Botschaft, die sie auf T-Shirts und Plakaten transportieren. Die Botschaft der Eltern, die in diesen Tagen für ihre Söhne und Töchter bei den im Juni traditionellen "Pride Parades" in den USA mitgemacht haben. 

Ursprünglich, unter der Präsidentschaft Barack Obamas, war dieser Monat speziell den homo-, bi- und transsexuellen Menschen gewidmet. Donald Trump hingegen rief den Juni jüngst als Monat des Wohneigentums, der afro-amerikanischen Musik und des Ozeans aus – davon fühlten sich viele LGBTI-Menschen in den USA verletzt (queer.de).

Egal, auch wenn der Juni offiziell nicht mehr ihr Monat ist: Sie gehen trotzdem auf die Straße, gegen plötzliche Regierungsänderungen, gegen Vorurteile, gegen Hass. Für die Gleichberechtigung, für mehr Sensibilität und Vielfalt.

Und noch etwas ist anders in diesem Juni: Nicht nur die, die direkt von diesen Vorurteilen betroffen sind, protestieren. Eine Mutter reckt ein Plakat hoch, darauf die Worte: "Mein Trans-Sohn ist großartig." Ein Vater schwenkt die Regenbogen-Fahne gleich neben seinem Sohn, eine andere Mutter trägt einen Button: "Seid stolz auf eure Geschichte."

In Washington, DC und in Los Angeles solidarisierten sie sich mit ihren Kindern: 

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"Ich bin mit meinem Papa hier. Es ist sein erstes Mal", schreibt ein Instagram-Nutzer unter sein Vater-Sohn-Foto. "Dad war total aufgeregt, ein T-Shirt mit einem Dinosaurier in Regenbogenfarben zu tragen und heute bei mir zu sein", schreibt ein anderer. "Ich sehe hier so viele Erwachsene, die Eltern sind. Ich bin so dankbar."

Dad war total aufgeregt
Instagram-Nutzer

Während sie ihre Fotos auf Instagram und Facebook posten, ignoriert Donald Trump ihre Botschaften. Lediglich Tochter Ivanka fühlte sich berufen, die Paraden und Demos zu erwähnen:

Donald Trump selbst hat viele Versprechen nicht gehalten, auch die LGBT-Gemeinschaft enttäuschte er. Nach dem Anschlag in einem Schwulenclub in Florida (bento) erzählte er noch, er würde sich für Schwule und Lesben einsetzen wollen. 

Doch als Präsident...

  • ...holte er mehrere Politiker in sein Kabinett, die in der Vergangenheit als Gegner von LGBT-Rechten aufgefallen waren. So hatte sein Vize Mike Pence ein Gesetz unterzeichnet, das es Geschäften unter anderem erlaubte, homosexuelle Kunden abzuweisen – da war Pence noch Gouverneur des Bundesstaats Indiana  (FAZ). 
  • ...hob er die von Obama eingeführte Regelung auf, nach der es Transsexuellen offen stand, welche Toiletten oder Umkleideräume sie in Schulen oder Unis aufsuchen (Refinery29).
  • ...schaffte er das unter Obama eingeführte Gesundheitssystem Obamacare ab, das die Vorsorge und die Behandlung von Menschen mit HIV oder Aids möglich machte bzw. erleichterte (Spiegel Online, Time).

Weil nicht-heterosexuelle Menschen es unter Trump schwer haben, widersetzen und solidarisieren sie sich. Sie sind auf sich selbst stolz, zeigen sie. Auch einige ihrer Eltern halten zu ihnen. 


Today

Tag 145: 200 Demokraten wollen US-Präsident Trump verklagen

14.06.2017, 11:09

Die Zahl müsste ihm eigentlich gefallen: Fast 200 Abgeordnete der Demokraten wollen Donald Trump verklagen – Rekord. Noch nie in der Geschichte sind so viele Politiker gleichzeitig gegen den US-Präsidenten vorgegangen. Die Abgeordneten werfen Trump vor, Geld von ausländischen Regierungen angenommen zu haben. (Washington Post)