Queer

Ein Typ bekam beim Online-Dating fiese Kommentare. Er wehrt sich mit Kunst

02.11.2017, 10:14 · Aktualisiert: 02.11.2017, 14:49

"No fats", "no femmes", "no blacks", "no Asians": Als Adam Moco, 31, zum ersten Mal eine Dating-App öffnete, sah er weniger, was die potenziellen Partner gerne wollten – als vielmehr das, was sie definitiv nicht wollten. Überall Ausschlusskriterien. Wer nicht passt, wird gleich aussortiert. Das schockierte ihn.

Also entschied der Kanadier, die Apps anders zu nutzen.

Alles begann 2013, als Adam in Berlin lebte. Er wollte Leute treffen und installierte die Klassiker: Grindr, Scruff, später auch Tinder. Doch die Negativität, die ihm auf den Plattformen begegnete, hatte er nicht erwartet.

Adam Moco, 31

Adam Moco, 31

Er selbst trägt gern bunte Outfits und zeigte entsprechende Bilder von sich. Daraufhin bekam er oft zu hören, er sei "zu feminin". Und das, bevor die anderen Männer ihn überhaupt kennengelernt hatten.

Adam hatte aber keine Lust, sich irgendwelchen Vorstellungen anzupassen, postete weiter authentische Bilder von sich – und wollte anderen Männern die Chance geben, sich auch so zu zeigen, wie sie sind. Mit all ihren angeblichen Imperfektionen. Ohne sich verurteilt zu fühlen.

So entstand das Fotoprojekt "Bare". Adam nutzte weiterhin die Apps – traf sich mit den Männern aber nicht für Dates, sondern zu Fotoshootings.

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Inzwischen hat Adam für "Bare" knapp 50 Männer portraitiert. Was sie gemeinsam haben: Alle hätten das Gefühl gehabt, nicht dem Bild des "perfekten Mannes" zu entsprechen, sagt Adam.

Den Begriff "Bodyshaming" hört man meist eher in Bezug auf Frauenkörper: zu dick, zu dünn, zu kleine Brüste, hässliche Frisur... Die Kritikpunkte sind endlos. Mal kommen sie in Zeitschriften vor, mal in fiesen Kommentaren, mal persönlich. Aber sie sind immer präsent. Kein Wunder, dass das Selbstbild vieler Frauen darunter leidet.

Doch nicht nur Frauen sind vom Bodyshaming betroffen. Und besonders schwierig wird es für Menschen, die ohnehin nicht in die angeblich Norm passen: Queere Personen, Transmenschen, Schwule und Lesben müssen sich im Alltag noch immer oft für ihre Art zu sein rechtfertigen. In der Anonymität des Internets wird das noch schlimmer. Und genau darauf will Adam mit seinem Projekt aufmerksam machen.

Er gibt den sozialen Medien die Schuld dafür, die einem meistens nur die schönen Seiten des Lebens anderer Menschen vorführen. Darin fänden sich viele Menschen nicht wieder, sagt Adam. Oder noch schlimmer: "Wenn sich jemand so zeigt, wie er ist, kriegt er oft schlimme Kommentare ab. Das Bodyshaming ist schrecklich."

Er fand es wichtig, im Netz verschiedene Arten von Körpern zu zeigen. Die Reaktionen auf das Projekt sind fast durchweg positiv: "Viele Menschen finden es inspirierend, so unterschiedliche Körperformen, -größen und Lebenswege in dieser intimen Form – als Aktportrait – zu sehen", sagt Adam.

Niemand hat sich in seiner Haut so richtig wohl gefühlt
Adam

Adam lebt und arbeitet seit zwei Jahren in Lissabon. "Bare" musste zwischenzeitlich pausieren, weil Adam inzwischen in einer neuen Beziehung ist und die Dating-Apps gelöscht hat. Doch da sich immer noch Menschen zum Projekt melden, sollen bald weitere Portraits folgen.


Haha

So witzig: Jimmy Kimmel hat die Halloween-Süßigkeiten seiner eigenen Tochter versteckt

02.11.2017, 08:57 · Aktualisiert: 02.11.2017, 10:22

Jimmy Kimmel ist ein fieser Kerl. Der US-Talkshow-Moderator fordert jedes Jahr an Halloween seine Zuschauer heraus: Sie sollen die Halloween-Süßigkeiten ihrer Kinder verstecken und dann ein Video filmen, wie sie ihnen beichten, alles! aufgegessen! zu! haben!

Hunderte Eltern machen immer wieder mit, mittlerweile findet die "Challenge" zum sechsten Mal statt. Die besten Videos stellt Jimmy Kimmel dann vor. Auch in diesem Jahr hat er wieder Eltern aufgerufen – aber legt erst mal selbst vor.

Jimmy Kimmel hat die Süßigkeiten seiner Tochter versteckt – und das Ergebnis gefilmt.