Queer

Warum dieser Lehrer für das Foto mit Trump gefeiert wird

18.06.2017, 18:04 · Aktualisiert: 18.06.2017, 20:48

Das hier ist Nikos Giannopoulos, 29. Er ist "Lehrer des Jahres" im US-Bundesstaat Rhode Island. Dafür bekam er eine Auszeichnung in Washington im Weißen Haus – und durfte anschließend ein Foto mit Donald Trump und seiner Frau Melania machen.

Das ist dabei rausgekommen:

Rhode Island Teacher of the Year 2017 meets the 45th President of the United States. That's all. 🌈🌈🌈 Official White House Photo by Shealah Craighead

Posted by Nikos Giannopoulos on Thursday, 15 June 2017

Seit Donnerstag wurde das Bild auf seiner Facebook-Seite mehr als 5000 Mal geteilt, Tausenden gefällt es. Denn Nikos ist schwul – und symbolisiert das mit einem Regenbogen-Anstecknadel an seinem Anzug und einem Fächer in der Hand. Und das neben einem Präsidenten, dessen Haltung zur Homosexualität nicht eindeutig ist.

Als Donald Trump zum republikanischen Präsidentschaftsbewerber nominiert wurde, erklärte er noch, dass er für die LGBTQ-Rechte kämpfen werden, beim Sender Fox-News machte er später jedoch Andeutungen, dass er die Ehe für alle kritisch sieht (Welt Online).

Und in seiner Amtszeit nahm er bereits eine von Obama eingeführte Regelung zurück, wonach Transsexuellen freigestellt war, welche Toiletten und Umkleideräume sie in Schulen und Universitäten benutzen. Wohl aus juristischen Gründen (bento).

Nikos' Geste ist nur eine kleine, aber sie war ihm wichtig. Zwar sagte Nikos der "Washington Post": "Das Problem ist, wenn man Homosexualität öffentlich auslebt, wird unsere Existenz ständig politisiert."

Aber er gab zu, dass seine Entscheidung zu diesem Foto eine gewisse gesellschaftliche Bedeutung hat. Schließlich sei es im Weißen Haus entstanden, das unter anderem seine LGBT-Rechte-Seite von seiner Website gelöscht hat. (Washington Post)

Auch an Nikos' Schule gebe es etwa ein Dutzend Transgender-Schüler, die sich nicht unterstützt fühlten. Die Arbeit mit den Studenten sei auch ein Grund dafür gewesen, dass er den Award gewonnen habe.

"Den ganzen Tag dachte ich darüber nach, was es bedeutet, im Weißen Haus und im Oval Office zu sein", sagte er. "Was es bedeutet, eine offene schwule Person und eine queere LGBT Person im Weißen Haus zu sein."

Zu einem Gespräch mit Trump kam es nicht, lediglich zu dem Foto mit dem Fächer. Ein Mitarbeiter im Weißen Haus fand die Idee zunächst weniger gut und bat darum, den Fächer runterzunehmen.

Doch Nikos gab nicht auf. Er fragte den Präsidenten: "Darf ich den Fächer für das Foto verwenden?" Trump habe geantwortet: "Absolut"

Um klar zu sein, das ganze war surreal und sehr kurz.
Nikos

An Nikos' Bedenken, wie es der LGBT-Community unter der Trump-Regierung ergehen wird, habe das aber nichts geändert. Gerne hätte er mit Trump darüber gesprochen, welche Ängste seine schwulen, lesbischen und transsexuellen Schüler haben.

Trotzdem: Nach der Auszeichnung "Lehrer des Jahres" ist Nikos für viele Facebook-Nutzer jetzt auch noch zu einem Botschafter der LGBT-Szene geworden.


Trip

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