Bild: Getty Images/ Michael Loccisano

Gerechtigkeit

Rose McGowan twittert über Belästigung – und wird von Twitter gesperrt

14.10.2017, 13:51 · Aktualisiert: 14.10.2017, 14:48

Es folgen: Ein Boykott und ein Boykott vom Boykott.

Die Schauspielerin Rose McGowan ist eine der vielen Frauen, die von Filmproduzent Harvey Weinstein sexuell belästigt wurden. Und sie ist eine der lautesten Stimmen in der Debatte.

Auf Twitter hat die 44-Jährige – die sagt, Weinstein hätte sie vergewaltigt – einer ganzen Branche den Kampf angesagt: Dem Filmproduzenten selbst und all denjenigen in Hollywood, die weggeschaut, geschwiegen oder mit ihm zusammen gearbeitet haben.

Kurz drauf wurde ihr Twitter-Account gesperrt.

Hier kannst du nachlesen, worum es in dem Fall Harvey Weinstein geht:

Was hat Rose McGowan getwittert?

  • Einige Prominente griff sie persönlich für ihr Schweigen an, zum Beispiel Ben Affleck, Quentin Tarantino oder Matt Damon.
  • Außerdem forderte sie Amazon-Chef Jeff Bezos auf, Weinsteins Filme nicht mehr finanziell zu unterstützen oder auszustrahlen.
  • Und sie forderte die komplette Führungsriege von Weinsteins Filmstudio zum Rücktritt auf.

Hier sind einige ihrer Tweets:

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In der Nacht auf Freitag wurde der Twitter-Account der Schauspielerin dann für zwölf Stunden gesperrt. Auf ihrem Instagram-Account teilte sie die Verwarnung des Kurznachrichtendienstes:

Twitter erklärte daraufhin, die Schauspielerin habe die private Telefonnummer einer Person in einem ihrer Tweets veröffentlicht, was gegen die Nutzungsbedingungen der Social-Media-Plattform verstößt. (New York Times)

In ihrem Instagram-Post bat McGowan ihre Follower: "Seid meine Stimme".

Daraus entspann sich die Solidaritäts-Aktion #WomenBoycotTwitter.

Einen ganzen Tag lang sollten Twitter-Nutzer die Plattform boykottieren, also nichts posten, nichts retweeten, sich noch nicht einmal einloggen.

Dem Aufruf schlossen sich viele Nutzer an, unter anderem auch große Plattformen wie IndieWire oder Refinery29, die sich dagegen aussprechen, dass Frauen mundtot gemacht werden, die ihre Stimme gegen Ungerechtigkeit erheben.

Doch schnell entwickelte sich eine Gegenbewegung, denn einige Nutzer hielten den Boykott für das falsche Signal.

Schweigen, um gegen Mundtodmachen zu protestieren – ist das der richtige Weg?

Stattdessen solle man Frauen präsenter und sichtbarer machen.

Unter dem Hashtag #AmplifyWomen teilten Frauen und Männer die Ansicht, dass Lärm machen und sich laut mit Frauen zu solidarisieren effektiver sei, als zu schweigen:

Kritik an dem Boykott äußerten auch viele "Women of Color" (WoC) – also nichtweiße Frauen. Sie wiesen darauf hin, dass der Boykott für Rose McGowan stattfand und Solidaritätsbekundungen für schwarze Frauen – die oft mit noch größerem Hass auf Social Media konfrontiert werden – nicht die gleiche Aufmerksamkeit bekämen.

Unter anderen deutete die Regisseurin Ava DuVernay auf diesen Konflikt hin:

So mischten sich auch die Hashtags #WOCAffirmation und #BoostWOC, aber auch #SolidarityIsForWhiteWomen unter die Tweets rund um den Boykott und machten innerhalb der Aktion auf weitere Probleme in der Gesellschaft aufmerksam.

Doch damit nicht genug: Twitter wurde außerdem noch eine Doppelmoral vorgeworfen.

Bei anderen Prominenten wäre man längst nicht so streng und würde so rigoros vorgehen. Ein gern genanntes Beispiel: Donald Trump.

Immer wieder äußert der US-amerikanische Präsident seine Meinung über Twitter und beleidigt gerne auch seine Kontrahenten. Zuletzt haben seine Tweets um den Atomkonflikt mit Nordkorea für Aufruhr gesorgt. Das Nicht-Sperren von Trumps Tweets rechtfertigte Twitter allerdings mit deren "Nachrichtenwert". (SPIEGEL ONLINE)

Auch Rose McGowan ist dieser Widerspruch natürlich aufgefallen:

Der traurigste Effekt der ganzen Twitter-Aktionen:

Vor lauter Kontroversen ist die eigentliche Debatte um Weinstein darin völlig untergegangen.


Grün

Trumps künftige Klimabeauftrage glaubt nicht, dass CO2 ein Schadstoff ist

14.10.2017, 12:58

In Biologie lernen wir gleich zu Beginn: Der Mensch braucht Sauerstoff zum Atmen. Und atmet Kohlendioxid aus, CO2. Dieses brauchen wiederum Bäume für ihren Stoffwechsel – die dann den für uns lebenswichtigen Sauerstoff produzieren.

Dieser Kreislauf hält die Natur im Gleichgewicht. Doch der Mensch produziert durch Fabriken, Automotoren und Massentierhaltung mehr und mehr CO2. Der Kreislauf wird also gestört.

Nun hat Trump eine neue Leiterin für den US-Umweltrat bestimmt. Sie behauptet: CO2 ist gar nicht schädlich.