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Gerechtigkeit

Der Hunger auf der Welt nimmt leicht zu, und kaum einer schaut hin

12.10.2017, 18:50 · Aktualisiert: 12.10.2017, 19:16

Die Vereinten Nationen (Uno) wünschen sich, dass alles besser wird und haben dafür auch ein Ziel: Bis 2030 will der Staatenbund eine "Welt ohne Hunger" erreichen.

Aber: Immer noch leiden 815 Millionen Menschen auf aller Welt Hunger. Und ihr Schicksal findet nicht genug Beachtung.

Zu diesem Ergebnis kommen Ernährungsexperten in einer neuen Studie. Die Welt sei "nicht auf dem richtigen Weg", sagen sie im aktuellen Welthunger-Index

Der Index untersucht, wie gut Menschen in den meisten Staaten der Erde ernährt sind. Er wird vom Internationalen Forschungsinstituts für Ernährungs- und Entwicklungspolitik (IFPRI) und der Welthungerhilfe (WHH) herausgegeben. 

In den vergangenen Jahren zeigte der Index eine langsame Besserung. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist der Hunger laut dem Index um 27 Prozent gesunken, vergangenes Jahr waren es aber noch 29 Prozent - die Lage hat sich also leicht verschlechtert. Das liegt unter anderem an den sich weiter verbreitenden bewaffneten Konflikten auf der Welt.

Die Fakten:

  • 119 Länder wurden im Index untersucht. 51 davon weisen ernste bis gravierende Werte auf, was die Unterernährung der Bevölkerung angeht.
  • Am schlimmsten betroffen sind Staaten wie die Zentralafrikanische Republik und der Jemen, in denen seit Jahren Bürgerkriege toben.
  • Wahrscheinlich ist die Zahl noch höher: In einigen umkämpften Ländern wie Libyen, Somalia und Südsudan konnten keine Zahlen erhoben werden.

(Bild: IFPRI, Welthungerhilfe)

Als Hauptgrund für die schlechte Entwicklung machen die Forscher den Klimawandel und die vielen Kriege verantwortlich. 

  • Überschwemmungen und Dürren machen die Ernte in vielen Ländern zunichte.
  • Bürgerkriege und bewaffnete Konflikte treiben Menschen in die Armut – ihnen bleibt wenig zum Überleben.

Viele dieser Konflikte bleiben unbeachtet, es sind vergessene Kriege. In der Zentralafrikanischen Republik tobt seit 2013 ein Bürgerkrieg, 58,6 Prozent der Menschen im Land sind unterernährt. Mehr als jedes zehnte Kind stirbt an Unterernährung. 

Auch um den Jemen steht es schlimm. Seit 2014 wird dort gekämpft, ebenfalls von der Weltöffentlichkeit fast unbeachtet. Laut dem Welthunger-Index können sich 65 Prozent der Menschen im Land nicht ausreichend ernähren.

Verbessert hat sich dagegen die Lage in Äthiopien. Das Land war zwischen 1974 und 1991 von extremen Hungersnöten heimgesucht, seit 2005 hat es ein Programm zur Prävention von Lebensmittelknappheit. Das heißt zwar noch lange nicht, dass jetzt alles gut ist – noch immer mangelt es an Weiterentwicklung und Forschung, an Koordination und zwischen Organisationen und Sektoren, weshalb das Land nach wie vor in einer ernsten Lage ist. Aber Äthiopien ist eines der Beispiele, die zeigen, wie der Hunger über die Jahre zurück gegangen ist. 

Hier findest du den kompletten Bericht.

Und hier mehr Hintergründe über den Konflikt im Jemen:


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