Gerechtigkeit

Warum Berliner Clubs Wahlkampf gegen die AfD machen

06.09.2016, 16:52

"Erst wollten wir auswandern, aber..."

Jens Schwan weiß, wie man die Leute auf die Straße bringt. Wenn er und seine Freunde den "Zug der Liebe" durch Berlin führen, kommen seit zwei Jahren jedes Mal mehr als 10.000 Menschen. Dabei verzichtet die Parade auf Werbung jeglicher Art und versteht sich als politische Demo. Es soll um mehr gehen als nur Hedonismus. Eine Zeitung schrieb danach, der Zug schaffe damit "das, was der Loveparade verwehrt blieb" (Berliner Zeitung).

Jetzt will Schwan auch den Wahlkampf in Berlin aufmischen – zusammen mit einigen der bekanntesten Clubs der Stadt. Mit einer Plakataktion trommeln sie für Toleranz und Vielfalt und gegen die AfD. Mit dabei sind Größen wie das Goldengate, Magda oder Yaam und noch einige andere. Die einzelnen Plakate und Statements wurden dabei von den Clubs selbst gestaltet. Zu den Motiven der Clubs kommen noch rote Plakate, die Ziele aus dem Wahlprogramm der AfD aufgreifen sollen.

Das sind die Plakate, um die es geht:

Zug der Liebe/Burg Schnabel
Zug der Liebe
Zug der Liebe/Goldengate
Zug der Liebe/Magda
Zug der Liebe
Zug der Liebe/Void
Zug der Liebe/Maze
Zug der Liebe
Zug der Liebe/Yaam
Zug der Liebe
Zug der Liebe/Hangar Techno
Zug der Liebe
1/12

Wie kommt es zu der Aktion?

Anstoß für die Aktion waren Erlebnisse im Umgang mit AfD-Wählern und der Partei, erzählt Jens Schwan bei bento: "Die AfD sperrt jeden auf Facebook, der kritisch kommentiert. Man erreicht dort niemanden. Sie fälschen Bilder, manipulieren Überschriften, aber man kann sie nicht festnageln. Und es war bisher nichts zu hören und zu sehen von den Parteien in Berlin. Immer die gleichen Portraitfotos ohne Aussage."

"Wir machen das, weil die Parteien es nicht gebacken bekommen."
Jens Schwan, Initiator

Doch den Frust wollen er und seine Mitstreitern nicht auf sich beruhen lassen. "Wir wollen zeigen, dass Berlins wichtigstes Aushängeschild, die Berliner Clubkultur, nichts von Abgrenzung und Hetze hält. Unsere Clubs sind so international wie die Stadt selbst", sagt Schwan und fährt fort: "An der Tür, hinter der Bar und am DJ-Pult arbeiten in den Clubs dieser Stadt locker hundert verschiedene Nationen. Wenn deine Clubs Stellung beziehen gegen Rechtspopulismus, sollte das auch dich zum Nachdenken bewegen".

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