Bild: VoteBuddy

Gerechtigkeit

Die Wähler-Tauschbörse "VoteBuddy" ist ein Fake – wer dahinter steckt

08.09.2017, 10:54 · Aktualisiert: 08.09.2017, 11:25

Das angebliche Start-up "VoteBuddy" will Flüchtlinge mit Nichtwählern verkuppeln – so sollen die, die keine Stimme haben, einen Wahlzettel von denen bekommen, die ihre Stimme nicht nutzen wollen. 

Die Idee sorgte im Netz für viel Aufregung: 

  • Erst hetzten rechte Blogs gegen das vermeintliche Start-up.
  • Dann schaltete sich der Bundeswahlleiter ein und sprach von Betrug.
  • Zuletzt sperrte Facebook die Seite von "VoteBuddy".

Viele vermuteten: Ein Start-up, das offen zu Wahlbetrug aufruft, kann nicht echt sein.

Nun ist klar, wer dahintersteckt: Das Peng!-Kollektiv.

Das Peng!-Kollektiv ist eine Gruppe von Aktivisten, die mit Kunstaktionen politische Missstände anprangern. Wir haben mit Sara Conti von Peng! gesprochen, sie hat die Aktion mit geplant. Ihr ging es darum, aufzuzeigen, dass Ausländer in Deutschland nicht wahlberechtigt sind: 

Das Wahlrecht sollte nicht nach Nationalität gehen – sondern nach Wohnsitz.
Sara Conti

Die Aktivisten meinen, jeder, der in einem Land lebe, solle die Chance haben, es mit zu gestalten. Etwa acht Millionen Ausländer leben in Deutschland ohne Stimmrecht, also gut zehn Prozent der Einwohner. 

"Es ist doch absurd, dass sie nicht gehört werden, während jeder dritte Deutsche nicht wählen gehen will", sagt Sara. "Was für eine Demokratie ist das?" Die Aktivisten von Peng! wünschen sich, dass jeder, der mindestens seit einem Jahr in Deutschland lebt, stimmberechtigt sein sollte.

Mit dem vermeintlichen Tauschgeschäft wollten die Aktivisten daher eine Debatte anregen. 

Sara meint, das sei gelungen: "Es gab mehr Morddrohungen, aber auch positive Rückmeldungen." Insgesamt hatte "VoteBuddy" in rechten Kreisen für viel Aufmerksamkeit gesorgt, die meisten Medien hatten den Fake hingegen schnell durchschaut. 

Hier kannst du mehr über eine andere Peng!-Aktion lesen:


Today

Hurrikan "Irma" ist der stärkste je gemessene Sturm, Evakuierungen in Florida und Kuba laufen

08.09.2017, 08:40

Hurrikan "Irma" hat noch nicht an Kraft verloren: Der Sturm der höchsten Kategorie 5 forderte auf den Jungferninseln vier Menschenleben und zerstörte Tausende Häuser.

NBC News twitterte heute Früh, dass "Irma" sich aktuell über Great Inagua befindet, einer Bahamas-Insel.