Bild: dpa/Celestino Arce Lavin

Gerechtigkeit

Russland soll Zwangslager in der Ukraine betreiben. Was steckt dahinter?

15.07.2017, 12:08

"Gulags mit Moskaus Billigung"

Im besetzten Osten der Ukraine sollen mehrere tausend Gefangene zu Sklavenarbeit gezwungen werden. Das berichtete der Deutschlandfunk unter Berufung auf die "Menschenrechtsgruppe Ostukraine". Die Gefangenen werden in Arbeitslagern interniert, Russland würde ich Lager billigen. 

Es seien "Gulags mit Moskaus Billigung", sagt die Menschenrechtsgruppe.

Die Aktivisten erinnern damit an die schrecklichen sowjetischen Gefangenenlager während und nach der Weltkriege. Stimmen die Vorwürfe? Wie ist die Lage in der Ostukraine? Die wichtigsten Antworten.

Wie ist die Lage in der Ukraine?

  • Im Februar 2014 stürzen Tausende Demonstranten den ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch.
  • In den Wirren nach der Revolution besetzte Separatisten die Halbinsel Krim.
  • Das Land ist gespalten: Der Westen sucht die Nähe zur EU, der Osten zu Russland.
  • Russland übernahm die Krim, die EU spricht von einer Annektion.
  • Bis heute ist etwa jeder Zehnte Krim-Bürger geflohen (Foreign Affairs).
  • Kurz darauf starteten Aufständische Angriffe gegen die ukrainische Armee in der Ostukraine. 

(Bild: bento)

Wem gehört heute die Ostukraine?

Die Aufständischen haben für die umkämpften Gebiete rund um die Städte Donezk und Luhansk "Volksrepubliken" ausgerufen. Sie erklären sich unabhängig von Kiew und behaupten, auf eigene Verantwortung zu handeln. International sind sie nicht anerkannt, nur Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Reisepässe beider "Volksrepubliken" in einem Erlass anerkannt.

Tatsächlich werden die Separatischen in den "Volksrepubliken" von Russland auch militärisch unterstützt (The Guardian), russische Soldaten und Panzer wurden bereits innerhalb des ukrainischen Staatsgebietes gesichtet (bento). Das bedeutet: Russland ist in ein fremdes Land eingedrungen. 

Offiziell gilt ein Waffenstillstand, der ist aber kaum intakt. Diese Karte zeigt die aktuellen Kampfhandlungen:

Was ist nun über die Zwangslager bekannt?

Die "Regierungen" von Donezk und Luhansk sollen die Lager führen. 

Ob Russland von den Tätigkeiten weiß, ist unklar.

Gefangene sind nach Angaben der "Menschenrechtsgruppe Ostukraine" ehemals reguläre Strafgefangene aus der Zeit vor der russischen Intervention, Kriegsgefangene und Gegner der prorussischen "Regierungen". 

D

ie Internierten würden zu Sklavenarbeit verpflichtet, pro Monat würde so etwa eine halbe Million Euro erwirtschaftet. Die Menschenrechtsgruppe stützt ihre Vorwürfe auf Interviews, die sie mit 74 Häftlingen sowie mit deren Angehörigen und Augenzeugen geführt haben. Der Deutschlandfunk bestätigt die Vorwürfe mit eigenen Interviews mit Betroffenen.

Alle Interviewten berichten von massive Menschenrechtsverletzungen, die sie entweder selbst erlebt beziehungsweise beobachtet haben. 


Grün

Gute Aktion: Hier wird ein Elefant aus Seenot gerettet

15.07.2017, 10:07

Elefanten sind gute Schwimmer. Aber für sie gilt wie für alle: Immer auf die Strömung achten! Nun hat die Marine von Sri Lanka einen Elefanten aus Seenot gerettet, der rund acht Kilometer von der Küste entfernt war. 

Der war vor der Nordostküste des Landes im Meer treibend entdeckt worden, berichtete ein Sprecher der Marine. Taucher brachten Seile an dem Tier an, dann wurde es vorsichtig zurück zur Küste gezogen. (Mother Nature Network)