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Gerechtigkeit

Putschversuch in der Türkei – das Jahr danach in 13 Zahlen

14.07.2017, 16:12 · Aktualisiert: 15.07.2017, 13:20

Am 15. Juli 2016 stürmten Soldaten die Bosporusbrücke in Istanbul, besetzten Flughäfen und bombadierten das türkische Parlament in Ankara – ein Putschversuch des türkischen Militärs. (bento)

Er war nicht erfolgreich – Tausende Bürger folgten der Aufforderung Erdogans, sich in der Nacht den Soldaten entgegenzustellen. Dabei starben nach offiziellen Angaben 249 Menschen – seither werden sie als "Märtyrer" verehrt.

Der 15. Juli 2016 hat Erdogan stärker gemacht als je zuvor, er hat große Teile der Bevölkerung hinter sich vereint im April konnte er durch eine umstrittene Volksabstimmung seine Macht mit der Einführung eines Präsidialsystems noch festigen. (bento)

1/9

In welchem Ausmaß Erdogan seither gegen Andersdenkende vorgeht, zeigen diese Zahlen:

1

Gegen 169.013 Menschen, die in Verbindung mit der "Terrororganisation Fethulla Gülens" (FETÖ) stehen sollen, laufen aktuell gerichtliche Verfahren - laut einem Bericht des Justizministeriums von Donnerstag. 50.510 von ihnen sitzen in Haft.

2

169 Generäle und 7.098 Offiziere befinden sich unter ihnen. Aber nicht nur gegen das Militär geht Erdogan seit dem Putschversuch hart vor. Seine "Säuberungsaktion" betrifft auch die Justiz, die Medien und das Bildungssystem. (bianet)

Die Gülen-Bewegung

Die Gülen- oder Hizmet-Bewegung ist eine international aktive religiöse Bewegung, die vom islamistischen Prediger Fethullah Gülen geführt wird. Die Bewegung hat mehr als 4 Millionen Mitgliedern und ein weit verzweigtes Netzwerk aus Erziehungseinrichtungen, Medienorganisationen und Sozialeinrichtungen.

Erdogan sieht seinen ehemaligen Parteikollegen Fethullah Gülen, der in den USA im Exil lebt, als Drahtzieher des Putschversuchs am 15. Juli 2016. Seine Bewegung gilt in der Türkei mittlerweile als Terrororganisation.

Die Justiz

3

4.469 Richter und Anwälte wurden im Laufe des Jahres enlassen.

4

2.431 von ihnen wurden festgenommen, darunter auch zwei Mitglieder des Verfassungsgerichts. (bianet/Turkey Purge)

Die Medien

5

149 Medienhäuser wurden geschlossen – weil ihnen eine Nähe zu Gülen vorgeworfen wird.

6

715 Journalisten haben ihre Presseakkreditierung verloren – können also nicht mehr weiter als Journalisten arbeiten. (Bloomberg)

7

269 von ihnen sitzen zudem im Gefängnis – weil sie "Mitglied einer Terrororganisation" seien. Darunter befinden sich auch ausländische Journalisten: Der Deutschtürke und WELT-Korrespondent Deniz Yücel sitzt seit über 150 Tagen im Gefängnis. (Turkey Purge)

Das Bildungssystem

8

2099 Schulen, Internate und Universitäten, die der Gülen-Bewegung nahe stehen, wurden geschlossen.

9

8.271 Akademiker haben ihren Job verloren.

10

33.074 Beamte verloren ihre Jobs bei der Nationalen Bildungsbehörde, knapp 5.000 von ihnen sitzen im Gefängnis. 627 wurden bereits für ihre vermeintliche "Mitgliedschaft in der Terrororganisation FETÖ" verurteilt. Zudem wurden die Arbeitszulassungen von 22.474 Lehrern an privaten Hochschulen für ungültig erklärt. (bianet)

Die Opposition

11

11 der 59 HDP-Abgeordneten wurden seit November 2016 festgenommen, darunter die beiden Parteichefs Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag. Der linksliberalen Oppositionspartei wird vorgeworfen, der verlängerte Arm der als Terrororganisation geltenden kurdischen Arbeiterpartei PKK zu sein. (euractiv)

Auch den stellvertretenden Parteichef der größten Oppositionspartei CHP traf es. Enis Berberoğlu wurde verurteilt, weil er an der Aufdeckung von türkischen Waffenlieferungen nach Syrien beteiligt gewesen sein soll. (bento)

Die Konsequenzen dieser Entwicklungen: Tausende verlassen das Land, Investoren ziehen sich zurück, die Wirtschaft schwächelt.

Der Wert der türkischen Lira ist abgestürzt:

12

3.19 Lira bekam man im Juni 2016 für einen Euro, mittlerweile sind es gut 4. (boerse.de)

Asylanträge aus der Türkei schnellen dagegen in die Höhe:

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Mehr als 3.000 Türken haben in den ersten sechs Monaten des Jahres in Deutschland Asyl beantragt. Darunter sollen auch 209 Diplomaten und 205 Staatsbedienstete sein. Diese Zahl war kurz nach dem gescheiterten Putschversuch deutlich gestiegen. Insgesamt stellten im vergangenen Jahr 5.742 Türken solche Anträge - 2015 waren es noch 1767. (SPIEGEL ONLINE)

Die türkische Regierung feiert den überwundenen Putschversuch dennoch als "Fest der Demokratie". Samstag Nacht um 2:32 Uhr, genau zu dem Zeitpunkt, als vor einem Jahr Soldaten das Parlament bombadierten, wird Erdogan dort eine Ansprache halten.

Sie soll live auf die für den Verkehr gesperrten Bosporus-Brücke übertragen werden – die mittlerweile "Märtyrer-des-15. Juli-Brücke" heißt. Die Vorbereitungen für das Fest laufen seit Tagen. (Tr24)


Auch wenn fast alle Türken froh sind, dass der Putschversuch erfolglos blieb – seinen Jahrestag nun als "Fest der Demokratie" zu feiern, wirkt auf Erdogans Kritiker befremdlich. Sie werfen ihm vor, den Putschversuch als Vorwand zu nehmen, die Türkei zu einer Diktatur zu verwandeln.


Haha

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14.07.2017, 13:11 · Aktualisiert: 18.07.2017, 13:52

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