Gerechtigkeit

Magazin "Time" kürt Menschen hinter #MeToo zur "Person des Jahres"

06.12.2017, 15:28 · Aktualisiert: 07.12.2017, 10:55

Angela Merkel war es schon, der Papst auch, ebenso die Ebola-Bekämpfer – und im vergangenen Jahr Donald Trump: Jedes Jahr kürt das US-amerikanische Magazin "Time" die "Person des Jahres".

In diesem Jahr geht der Preis nicht an ein Individuum, sondern an Hunderte von Menschen auf der ganzen Welt.

Es sind die "Silence Breakers" der MeToo-Bewegung. Also die Menschen, die ihr Schweigen gebrochen haben und von strukturellem Sexismus und sexueller Gewalt berichtet haben.

Die Sonderedition des "Time" Magazines stellt jedes Jahr eine Person, Bewegung oder Idee hervor, die das aktuelle Jahr auf besondere Art beeinflusst hat.

Für das Magazin ist klar: Dieses Jahr steht im Zeichen von #MeToo.

"Filmstars sind angeblich ganz anders als du und ich. Sie sind schlank, glamourös, selbstbezogen. Sie tragen Kleidung, die wir uns nicht leisten können, und leben in Häusern, von denen wir nur träumen können. Doch wie sich herausstellt – auf die schmerzhafteste und persönlichste Art – sind Filmstars mehr wie jeder andere als wir dachten."

So beginnt der Text zur Preisvergabe (Time). Denn Sexismus und sexualisierte Gewalt passieren überall und in jeder sozialen Schicht. Gerade das macht es so schwer, dagegen anzukämpfen.

Und wenn selbst die Reichen und Berühmten keinen Weg finden, über schreckliche Situationen und gewaltfördernde Strukturen zu sprechen, wie soll es dann anderen Menschen gelingen? So der Tenor der Preisbegründung.


(Bild: Time)

"Der Hashtag #MeToo war ein Schutzschirm der Solidarität für Millionen von Menschen, unter dem sie ihre Geschichten erzählen konnten. Doch er ist nur ein Teil der Bewegung", heißt es. Der wahre Fokus solle auf den Menschen liegen, die nach Jahren oder sogar Jahrzehnten entschieden haben, endlich das Schweigen zu brechen.

Sie haben genug von der Angst vor Rache oder davor, von einem Job gefeuert zu werden, den sie dringend brauchen. Sie haben genug von den Männern, die ihre Macht dazu nutzen, sich von Frauen zu nehmen, was sie wollen.
Time Magazine

Die Frauen und Männer, die ihr Schweigen gebrochen haben, hätten damit eine Revolution gestartet, die in den vergangenen Monaten immer weiter an Kraft gewonnen hat, so das Time Magazine. Ihre kollektive Wut habe sofortige Wirkung gezeigt: CEOs wurden gefeuert, Bosse gestürzt, Ikonen als das gezeigt, was sie wirklich sind.

Ein weiterer Finalist um den Titel war: Donald Trump. Er hatte im November getwittert, dass er den Titel "wahrscheinlich" kriegen würde, ihn aber nicht haben wolle, weil er sonst ein großes Interview geben und ein Fotoshooting machen müsse. "Time" antwortete darauf, dass dies nicht stimme und im Vorfeld keine Hinweise darauf gegeben habe, wer den Preis bekommen würde.


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Gzuz verurteilt – wegen einer Ohrfeige

06.12.2017, 14:00 · Aktualisiert: 06.12.2017, 17:43

Ein Ausflug der Strassenbande 187 hat nun Folgen.

Was ist passiert?

Gzuz, 29, droht eine Haftstrafe. Doch am Montag hat das Amtsgericht Hamburg-Altona entschieden: Der Rapper der 187 Strassenbande muss erst einmal nicht ins Gefängnis.

Weil er den Verkäufer eines Getränkemarktes ohrfeigte, verurteilten die Richter Kristoffer Jonas "Gzuz" Klauß zu vier Monaten Haft auf Bewährung. Die "Bild" hatte zuerst darüber berichtet. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig.