Bild: dpa / Lino Mirgeler

06.02.2018, 09:01 · Aktualisiert: 06.02.2018, 10:36

In Baden-Württemberg hat es zwischen der IG Metall und dem Arbeitgeberverband Südwestmetall in letzter Zeit gekracht: Bei den Verhandlungen um den neuen Tarifvertrag kam es zuletzt zu bundesweiten Warnstreiks, teilweise wurde 24 Stunden lang nicht mehr gearbeitet. (SPIEGEL ONLINE).

Jetzt haben sich die beiden Seiten geeinigt.

Was wurde für die Arbeitnehmer ausgehandelt?

  • Ab April 2018 gibt es 4,3 Prozent mehr Lohn.
  • Für die Monate Januar bis März gibt es eine Einmalzahlung von 100 Euro.
  • Ab 2019 können Vollzeitbeschäftigte ihre Arbeitszeit auf 28 Stunden herabsetzen. Das geht für maximal zwei Jahre. Die Bedingung: Mitarbeiter müssen zuvor schon zwei Jahre beim Betrieb beschäftigt gewesen sein.
  • Wer mehr Zeit für seine Familie braucht, kann sein Tarif-Zusatzgeld in freie Tage umwandeln. (SPIEGEL ONLINE)

Was wurde den Arbeitnehmern zugesprochen?

  • Betriebe dürfen in Zukunft mehr Menschen mit einem 40-Stunden-Vertrag einstellen, als es aktuell der Fall ist.

Jörg Hofmann, Vorsitzender der IG Metall, bezeichnete die Lösung im Tarifstreit als einen "Meilenstein auf dem Weg zu einer modernen, selbstbestimmten Arbeitswelt." Arbeit und Familie besser vereinen zu können, Entlastung der Schichtarbeiter oder mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit – all das habe man erreicht.

Der Südwestmetall-Vorsitzende Stefan Wolf sagte, dass die Vier vor dem Komma zwar schmerze, aber dass die 27-monatige Laufzeit des Tarifvertrags für eine sichere Planung sorge. (FAZ)

Ich glaube, das neue Tarifsystem ist vernünftig ausbalanciert.
Südwestmetall-Vorsitzender Stefan Wolf

Der neue Tarifvertrag läuft bis zum 31. März 2020.

Ursprünglich haben die Arbeitnehmer sechs Prozent mehr Geld bei zwölf Monaten Laufzeit gefordert. Auch die Reduzierung der Arbeitszeit auf 28 Stunden standen auf dem Plan und konnten jetzt durchgesetzt werden. (SPIEGEL ONLINE)

Baden-Württemberg gilt als Pilotbezirk in puncto Tarifverhandlungen für ganz Deutschland.

Die tariflichen Lösungen der Metall- und Elektro-Industrie könnten nun von den Verbänden in anderen Bundesländern übernommen werden.

Auch andere Branchen könnten durch die Verhandlungen der Metall- und Elektroindustrie beeinflusst werden: Im Öffentlichen Dienst, bei der Post, Bahn oder im Chemiewesen werden 2018 ebenfalls die Tarife neu verhandelt. (Deutsche Welle)


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Hier erzählen Pflegekräfte, wie bitter ihr Job wirklich ist

05.02.2018, 18:40

Ein CDU-Politiker hatte sich zuvor extra positive Geschichten gewünscht.

In Deutschland werden zahlreiche Pfleger gesucht. Um das zu ändern, können die Pfleger ja einfach ein bisschen Werbung für ihren Job machen, dachte sich der CDU-Politiker Erwin Rüddel

Also rief er via Twitter Pflegekräfte auf, die Vorteile ihres Berufes zu nennen. Er wählte den Hashtag #gutezeitenfürdiepflege: