Bild: dpa

14.04.2018, 20:17 · Aktualisiert: 14.04.2018, 20:19

Mission accomplished?

Nach dem mutmaßlichen Giftgas-Angriff auf die syrische Stadt Duma haben die USA Freitag gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien mehrere Ziele in Syrien bombardiert.

Dabei ist laut syrischen Beobachtern unter anderem ein Forschungszentren zerstört worden, das an der Produktion von chemischen Waffen beteiligt gewesen sein sollen. Auch ein Flughafen soll getroffen worden sein.

US-Präsident Donald Trump twitterte nach den Angriffen, die Militärschläge seien ein voller Erfolg gewesen: "Mission Accomplished!"

Genau an diesen beiden Worten stören sich viele Twitter-Nutzer.

  • Denn angesichts des weiterhin andauernden Krieges in Syrien ist diese Formulierung ziemlich zynisch.
  • Der Luftangriff war eher moderat, er wird den Krieg in Syrien nicht stoppen.
  • Ob Trump die Fähigkeit des Assad-Regimes beeinflusst hat, Chemiewaffen einzusetzen, bleibt ebenfalls unklar.
  • Schließlich hatte das Regime sechs Tage Zeit, sich nach Trumps Tweets auf einen Angriff einzustellen.
  • Zudem könnte es über geheime Labore unterhalten, von denen niemand weiß.
  • Davon abgesehen werden die meisten Menschen im Syrien-Krieg von konventionellen Waffen wie Panzern, Flugzeugen, Helikoptern getötet.
  • Die hat die USA aber nicht angegriffen. Eine klare Strategie hat der Westen in Syrien ohnehin nicht.
  • Mission accomplished? Eher nicht.

Außerdem verbindet so mancher in den USA diese Worte mit einem anderen schon lange andauernden Konflikt: dem Irakkrieg, den einst George W. Bush begonnen hatte.

Bush stellte sich im Jahr 2003 auf einem Militärschiff vor die versammelte Besatzung und sprach von erfolgreichen Operationen und einem Ende des Irakkrieges. Hinter ihm ein Banner mit der Aufschrift: "Mission accomplished".

(Bild: dpa)

Das Banner stellte sich später als ziemlich leichtsinnig heraus. Die USA wurden in einen langen und harten Krieg im Nahen Osten hereingezogen, zogen sich erst viele Jahre später zurück.

Und selbst dann galt nicht "Mission accomplished", die Amerikaner hinterließen ein zerstörtes Land. Die ehemals populäre Vorstellung, dass die mächtigste Streitkraft der Welt einfach so in ein Land einmarschieren kann, um die Regierung abzusetzen und eine neue stabile Regierung einzusetzen, gilt seitdem als überholt. Auch aus irakischen Kriegsgefängnissen rekrutierten sich die Anhänger des IS, den der Westen heute bekämpft.

Das Bild mit dem Banner verfolgte George W. Bush noch lange.

Man kann also schon jetzt prognostizieren: Die Wortwahl von Donald Trump war nicht besonders klug. Denn auch der Syrien-Krieg wird den amerikanischen Präsidenten noch lange beschäftigen, wahrscheinlich gilt das auch für Assads Chemiewaffen.

Das findet auch Ari Fleischer, ein früherer Berater von George W. Bush. Er schrieb auf Twitter, Trump hätte sich die beiden letzten Worte lieber sparen sollen:

Fleischer sollte wissen wovon er redet, er dürfte sich an Bushs Worte noch sehr genau erinnern. Der bedauert die Worte auf dem Banner übrigens inzwischen (New York Times).


Future

Ich habe mit 18 meine erste Aktie gekauft – das habe ich seitdem gelernt

14.04.2018, 19:01 · Aktualisiert: 15.04.2018, 14:56

Schon mit zwölf Jahren habe ich mich für Aktien und Kunst interessiert. Als kleiner Junge lief ich jedes Jahr über die Kunstmesse in Köln und las beim Frühstück täglich Aktienkurse mit einer Begeisterung wie andere die Fußballergebnisse. Die Ausschläge der Wertpapierpreise von IT- und Chemiefirmen nach unten und oben waren für mich ähnlich unerklärlich und deshalb faszinierend wie die Filz- und Fett-Arbeiten von Joseph Beuys.