17.04.2018, 08:16

Wie wichtig ist der Diktator für den Frieden in Syrien?

Der Syrienkrieg tobt seit mehr als sieben Jahren. Um ihn zu beenden, schließt Bundeskanzlerin Angela Merkel nun auch Verhandlungen mit dem syrischen Diktator Baschar al-Assad nicht aus.

Syrien und die Bevölkerung brauchten endlich ein Ende der Gewalt und den Beginn eines politischen Prozesses "unter Beteiligung aller, die im Land und in der Region Einfluss haben", sagte Merkels Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Dazu gehört eben auch Assad. (Der Tagesspiegel)

Seibert betonte allerdings auch: Der Friedensprozess müsse einen Übergang organisieren von Assad hin zu einer anderen Regierung. Es soll also Gespräche mit Assad geben – um ihn loszuwerden.

Eine langfristige Lösung für Syrien sei nach Vorstellung Merkels nur ohne Assad denkbar.

Gleichzeitig verurteilte die Bundesregierung in einem neuen Statement den Einsatz von Chemiewaffen, egal von welcher Partei:

Warum ist Assad so wichtig?

  1. Der Diktator ist gewählter syrischer Präsident. Auch wenn die Wahlen nur in Teilen des Landes abgehalten werden und nicht unabhängig überprüft werden – viele Syrer vertrauen Assad.
  2. Gleichzeitig wird Assad im Land von Russland und dem Iran unterstützt. Seine eigene Armee mag nur noch wenig schlagkräftig sein, mit ausländischer Unterstützung ist er jedoch sicher.
  3. Assad hat das Präsidialamt von seinem Vater Hafiz al-Assad übernommen, der Syrien mehrere Jahrzehnte diktatorisch regierte. Die Assads haben mit ihrer Familie und Vertrauten so ein Netzwerk aus Politikern, Militärs und Geheimdienstlern aufgebaut, das Syrien kontrolliert.

Wer den Syrienkrieg beenden will, kommt also um das System Assad nicht herum. Oder wie es Seibert formuliert: "Gleichzeitig müssen wir in der Außenpolitik auch mit Realitäten umgehen."


Future

Ex-Außenminister Gabriel ist jetzt Uni-Dozent, so war die erste Vorlesung

17.04.2018, 08:08 · Aktualisiert: 17.04.2018, 08:51

Es gab gleich mal Krawall mit Demonstranten.

So viel Aufmerksamkeit bekommen neue Lehrbeauftragte sonst nicht: Rund 300 Interessenten drängten sich im großen Hörsaal der Universität Bonn, dazu der Rektor, Dekane, Vertreter der Stadt und jede Menge Journalisten. 

Warum? Weil Ex-Außenminister Sigmar Gabriel seine erste Vorlesung als Lehrbeauftragter hielt.

 Anders als andere Lehrbeauftragte verzichtet er allerdings auf den Stundenlohn von rund 34 Euro.