Bild: dpa/Martin Gerten

14.06.2018, 11:05

Die schwedische Hauptstadt setzt ein Zeichen.

In Stockholm soll künftig keine sexistische Werbung mehr gezeigt werden. Das hat der Stadtrat am Montag beschlossen. Alle Parteien außer die rechtspopulistischen Schwedendemokraten stimmten für den Plan. (The Local)

Das Anliegen der Politiker: Sie wollen sexistischen und rassistischen Botschaften keine Plattform bieten. Frauen und Männer sollen in der Werbung nicht herabgewürdigt oder als reine Sexobjekte dargestellt werden.

Die Stadt habe die Pflicht, sicherzustellen, dass die Bürgerinnen und Bürger keiner Werbung ausgesetzt seien, die beleidige oder störe, hatte Grünen-Politiker Daniel Helldén schon im Dezember gesagt. Seine Partei hatte das Gesetz unterstützt.

Die Änderung betrifft rund 700 Werbetafeln im öffentlichen Raum. Werbeflächen, die sich nicht im Eigentum der Stadt befinden, beispielsweise solche in öffentlichen Verkehrsmitteln, sind von dem Verbot nicht betroffen. (The Local)

Stockholm ist nicht die einzige Stadt, die sexistische Werbung verbietet.

Im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist sexistische Werbung bereits nicht mehr erlaubt. Jetzt möchte auch der Bezirk Mitte nachziehen. Dafür wurde sogar eine Jury gegründet. Sie entscheidet lediglich über Beschwerden, sieht die Werbe-Motive also nicht, bevor sie angebracht werden. Grund zur Beschwerde liegt laut Jury unter anderem vor, wenn "Personen in rein sexualisierter Funktion als Blickfang dargestellt werden". (rbb)


Gerechtigkeit

Drei Jüdinnen und Juden erzählen, wie sie sich in Deutschland fühlen

14.06.2018, 10:28 · Aktualisiert: 15.06.2018, 17:10

"Denken Sie einmal 70 Jahre zurück. Deshalb habe ich zwei Pässe."

Wer sich mit Shmuel Havlin verabredet und etwas zu früh dran ist, bekommt es mit der Polizei zu tun. Die Synagoge der jüdischen Gemeinde Hamburg, in der er Rabbiner ist, wird seit Jahren geschützt. Betonpoller, Straßensperren, Zivilbeamte.

Havlin ist einer von zwei Rabbinern der jüdischen Gemeinde in Hamburg. Dunkler Anzug, Bart, Kippa. Auf Händeschütteln verzichtet er, der orthodoxen Tradition folgend. Zum Gespräch bittet er in einen Nebenraum.