Bild: dpa / Kay Nietfeld

20.04.2018, 14:51 · Aktualisiert: 20.04.2018, 14:50

Am Wochenende könnte Andrea Nahles zur neuen SPD-Vorsitzenden gewählt werden – dann wäre sie die erste Frau an der Spitze der Partei. "Ich glaube, ich kann das, und ich kann das auch im Team mit anderen zu was Gutem machen", sagte Nahles der Nachrichtenagentur dpa.

Was macht die SPD-Politikerin aus? Hier kommen sieben Fakten über die neue starke Frau der Sozialdemokraten.

(Bild: Rolf Vennenbernd/ dpa)

1. Ihre Wortwahl ist häufig derbe.

Nahles galt schon früh als Rebellin: 1993 wurde sie Vorsitzende der Jusos in Rheinland-Pfalz, 1995 übernahm sie die Bundesspitze der Jungsozialisten. Schon damals hielt sie stürmische Reden, das hat sich bis heute nicht geändert.

Auf der re:publica 2017 wurde die 47-Jährige gefragt, wieso sie sich gegen das bedingungslose Grundeinkommen ausspricht. Der Fragesteller behauptete, dass Arbeit grundsätzlich heutzutage nicht mehr gerecht entlohnt wird.

Ihre Antwort:

Ich glaube einfach schlicht und ergreifend an Ihre verkackte Grundthese nicht – das Ende der Arbeit. [...] Ich halte das einfach für Quatsch.
Andrea Nahles auf der re:publica 2017

Nachdem sie mit 90,1 Prozent zur SPD-Fraktionsvorsitzenden gewählt worden war, antwortete sie auf die Frage, wie es ihr vor dem Abschied von den ehemaligen Regierungskollegen gehe, so:

Ein bisschen wehmütig – und ab morgen kriegen sie in die Fresse.

Zu diesem Zeitpunkt hatte noch nicht festgestanden, dass die Große Koalition doch noch weitergehen könnte. Nahles stellte später klar, sie habe gescherzt. (RP Online)

2. Sie hat auch Fans in der Union.

Je höher Nahles auf der politischen Karriereleiter stieg, desto mehr rückte sie ins Zentrum der SPD. Als Juso-Chefin orientierte sie sich an einem ihrer Vorbilder, dem linken Oskar Lafontaine. Als Generalsekretärin und Arbeitsministerin zeigte sie sich immer moderater.

So kämpfte sie beispielsweise zunächst für ein Gesetz, das Frauen die Möglichkeit geben sollte, nach einer Familienphase, in der sie ihre Arbeitsstunden reduzieren, wieder voll zu arbeiten. Schließlich gab sie aber dem Druck der Arbeitgeber nach, die das Gesetz für schwer umsetzbar hielten. (Taz)

In der Union lobt man sie als stets gut vorbereitet. So sagte CSU-Chef Horst Seehofer sogar. "Andrea Nahles war während der Sondierungsgespräche eine starke und vor allem kenntnisreiche Verhandlerin." (Bild)

3. Sie hatte schon in der Schule ein klares Ziel vor Augen.

Bewahrheitet hat es sich noch nicht, aber weit entfernt ist Nahles Traum auch nicht: Als sie 19 war, gab sie in der Schülerzeitung als Berufswunsch an: "Hausfrau oder Bundeskanzlerin".

4. Sie ist ein Dorfkind aus der Eifel – und wohnt immer noch dort.

Nahles Wahlkreis ist der Ort Weiler in Rheinland-Pfalz. Das Dorf liegt in der Nähe des Nürburgrings und hat rund 500 Einwohner. Ihre Tochter geht dort zur Schule, Nahles pendelt zwischen Berlin und Weiler.

5. Nahles ist links – und gläubige Katholikin.

Sie ist Mitglied im Zentralkommitee der Katholiken, 2009 veröffentlichte sie das Buch "Frau, gläubig, links", in dem sie unter anderem über die Vereinbarkeit ihrer politischen und religiösen Überzeugung spricht.

Die katholische Kirche ist gegen Abtreibungen – Nahles befürwortet das Recht auf Abtreibung. (FAZ)

6. Sie hat keine Angst vor der Dominanz der Männer in der Politik.

Wer in der Politik Erfolg haben möchte, muss gerade als Frau viele Hürden überwinden. Nahles trat schon mit 18 Jahren der SPD bei, 1995 stellte sie sich gegen den ehemaligen SPD-Vorsitzenden Rudolf Scharping und übte Kritik an Gerhard Schröders Agenda 2010. (SPIEGEL ONLINE).

"Königsmörderin" wurde Nahles einst genannt. Sie hatte sich bei der Generalsekretärswahl gegen Kajo Wasserhövel durchgesetzt, den Favoriten des damaligen SPD-Parteivorsitzenden Franz Müntefehring. Der trat daraufhin von seinem Posten zurück, Nahles wurde dafür verantwortlich gemacht. (FAZ)

7. Sie mag offensichtlich Karneval

Dieser Text ist bereits im Februar erschienen, wir haben ihn zum SPD-Parteitag am 21. April noch einmal aktualisiert.


Gerechtigkeit

Ich finde, jeder sollte legal seine Drogen testen lassen dürfen

20.04.2018, 14:13 · Aktualisiert: 20.04.2018, 14:15

Warum wir in Deutschland eine Substanzanalyse brauchen.

Wenn Menschen Drogen nehmen, nehmen sie damit fast immer illegale Substanzen zu sich. Nicht nur, weil einige Drogen in Deutschland nicht erlaubt sind – Drogen sind häufig auch gestreckt. Kokain um Beispiel mit Zucker oder Wurmmittel, beides sieht dem weißen Pulver ähnlich.

Ich finde, dass Deutschland ein Drugchecking braucht – genau wie die Niederlande, Schweiz und Österreich. In diesen Ländern können Konsumenten ihre Drogen straffrei auf Inhaltsstoffe testen lassen – bei mobilen Drogenprüfständen, die vor Clubs, großen Parks oder Festivals aufgebaut werden.