12.06.2018, 15:05 · Aktualisiert: 12.06.2018, 16:22

Ein wichtiges Zeichen.

Zwei Frauen besuchten ein öffentliches Freibad. Plötzlich tauchte die Polizei auf. Der Grund dafür: Ein Bademeister hatte die beiden angezeigt, weil sie oben ohne am Pool saßen, also ihre Bikini-Oberteile nicht trugen. Die Beamten forderten die Frauen auf, ihre Brüste zu bedecken.

Dieses Ereignis spielte sich in einem katalanischen Dorf in der Nähe von Barcelona ab. Es folgten Proteste: Von Frauen und Männern, die fanden, auch Frauen sollten topless am Pool sitzen dürfen. Denn warum nehmen Menschen überhaupt Anstoß daran, wenn sie die Brüste von Frauen sehen und wollen diese bedeckt wissen? Die Antwort: Weil Brüste immer noch sexualisiert werden.

Warum kann es nicht einfach egal sein, ob Frauen Bikini-Oberteile tragen oder nicht?

Von da an sah man in den öffentlichen Bädern des Dorfes nicht mehr nur Frauen mit Bikinioberteilen und BH, sondern auch Männer. Als Zeichen des Protests klebten und malten sie rosafarbene Nippel auf.

Auch die Gemeinde mischte sich in den Konflikt ein. Sie wollte die Sache in die Hände der Betroffen geben: der Frauen selbst. Bis zum 10. Juni konnten daher alle weiblichen Personen über 16 Jahren aus dem spanischen 8000-Seelen-Dorf darüber abstimmen, ob in Zukunft das Nicht-Tragen eines Bikinioberteils für Frauen in öffentlichen Bädern erlaubt sein soll. 379 Frauen nahmen an der Abstimmung teil, was bei der Einwohnerzahl zwar eine geringe Wahlbeteiligung gewesen sein dürfte, aber trotzdem Schlagkraft hatte: Die katalanische Regierung hatte sich zuvor verpflichtet, die Abstimmung als rechtlich bindend zu werten – und die entsprechenden Regelungen der Stadt gegebenenfalls anschließend zu ändern. (El Periódico) Jetzt ist das Ergebnis bekannt geworden:

61% der Frauen stimmten für das Oben-ohne-Baden, 39% dagegen.

Insgesamt nahmen 379 Frauen teil. Eine Stadträtin, Dolores Ferrer, sagte sie sei sehr zufrieden mit dem Ergebnis. (La Vanguardia)

Wir konnten heute der Stadt eine Stimme geben und können jetzt den Willen der Mehrheit umsetzen
Dolores Ferrer, Stadträtin

Der Prozess zur Änderung der Regelung in öffentlichen Bädern soll sofort in Gang gesetzt werden. Die Abstimmung war mit der Beobachtungsstelle für die Gleichstellung der Geschlechter der selbstverwalteten Region Katalonien abgesprochen. Diese hatte sich dafür stark gemacht, dass nur Frauen abstimmen dürfen. (La Vanguardia)


Musik

Ed Sheeran wird voraussichtlich doch nicht in Düsseldorf auftreten

12.06.2018, 14:24

Das Konzert-Drama hat voraussichtlich ein Ende. Buhu.

Das wars: Das Ed Sheeran-Konzert in Düsseldorf wird voraussichtlich nicht stattfinden. Am 13. Juni stimmt der Düsseldorfer Stadtrat darüber ab, ob der britische Musiker am 22. Juli auf dem neuen Open-Air-Gelände spielen darf.

Nach den Grünen verkündete jetzt auch die CDU-Ratsfraktion, bei der Abstimmung gegen das Ed-Sheeran-Konzert zu stimmen.