Bild: dpa/AP

Gerechtigkeit

Putin schmeißt Friedenskonferenz für Syrien – ohne Assads Gegner

29.01.2018, 17:23

Was soll das bewirken?

Seit bald sieben Jahren kämpfen in Syrien verschiedene Gruppen um die Macht. Und fast genauso lange versucht die internationale Gemeinschaft in verschiedenen Friedenskonferenzen alle Seiten an einen Tisch zu bringen.

Erst vergangene Woche scheiterte eine neue Runde der Uno in Wien. Nun versucht es der russische Präsident Wladimir Putin – und hat zu einem "Kongress der Völker Syriens" eingeladen, gemeinsam mit der Türkei und dem Iran. (Tagesspiegel)

Allerdings hat der Kongress ein entscheidendes Problem: Gegner des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad sind nicht dabei.

Der Kongress findet am Montag und Dienstag in der russischen Stadt Sotschi statt. Ziel ist, eine neue Verfassung für Syrien und Ideen für die Zeit nach dem Krieg zu erarbeiten. Allerdings glaubt Russland selbst nicht mal mehr daran, dass dabei wirklich etwas erreicht wird. (ZDF)

Denn ursprünglich sollten 1600 Teilnehmer kommen, jetzt sind es nur 1000. Wichtige Vertreter der Opposition und auch kurdische Milizen haben angekündigt, den Kongress zu boykottieren.

  • Der Grund: Durch die neuen Angriffe der Türkei in Nordsyrien ist wieder Chaos ausgebrochen. Die Vertreter glauben daher nicht, dass der Kongress wirklich daran interessiert ist, Frieden zu stiften.

Wer ist nun bei der Konferenz?

  • Mehrere hundert Vertreter der syrischen Regierung rund um Assad,
  • einige hundert Vertreter kleinerer, gemäßigter Oppositionsgruppen,
  • Vertreter aus Russland, der Türkei und dem Iran, sowie
  • der Uno-Sondergesandte für Syrien.

Westliche Staaten sind nicht vertreten. Außerdem fehlt das wichtige Oppositionsbündnis "Syrisches Verhandlungskomitee".

Was kann beim Kongress passieren?

Nicht viel. In Syrien kämpfen viele regionale und internationale Mächte, alle verfolgen eigene Interessen. Viele Syrer sagen, das Land kann erst befriedet werden, wenn der Diktator Assad zurücktritt. Genau das lehnt er ab, er sieht sich als legitimer Präsident des Landes.

Russland und Iran unterstützen Assad, um sich eigene Macht im Land zu sichern. Der Diktator hat längst keine richtige Armee mehr und kontrolliert nur Teile Syriens – doch durch die Hilfe der anderen Länder bleibt er de facto an der Macht. So lange sich das nicht ändert, wird es auch im Friedensprozess nicht weitergehen.

Warum ist das wichtig?

Viele Jahre lang konnten sich viele Kräfte darauf einigen, vor allem gegen islamistische Milizen zu kämpfen, die sich in Syrien ausgebreitet hatten – den "Islamischen Staat" (IS) zum Beispiel. Nun ist der IS fast besiegt, aber die Kämpfe gehen weiter. Das zeigt, wie wenig die Konfliktparteien letztlich verbindet.

Assad bombardiert weiter Zivilistengebiete, Russland hilft dabei. Iran schickt Milizen ins Land, die Türkei erobert mit Panzern aus deutscher Produktion eigene Gebiete (bento).

Gibt es keine ersthaften Bemühungen, an einem Syrien ohne Assad zu arbeiten, gibt es auch kein Ende des Krieges.


Gerechtigkeit

Fitness-App verrät geheime Militärbasen und Laufrouten von Soldaten

29.01.2018, 17:08 · Aktualisiert: 29.01.2018, 18:40

Die US-Armee ist in Afghanistan aktiv, im Irak, im Jemen, in Syrien. Aber sie sollte nicht in all diesen Ländern sein – und vor allem sollten islamistische Gruppen, gegen die die Soldaten kämpfen, die Standorte der Militärbasen nicht kennen.

Nun könnte ausgerechnet eine Fitness-App sensible Daten verraten haben – weil sie Joggingrouten der Soldaten ins Netz stellte.

Die App "Strava" ist eine Art Facebook für Sportler, wer will, kann dort seine Laufrouten veröffentlichen. Nun gelangten die Daten der App unbeabsichtigt an die Öffentlichkeit. (The Guardian)