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16.05.2018, 17:06 · Aktualisiert: 23.05.2018, 10:22

"Wir riskieren täglich unsere Gesundheit"

Radfahren kann tödlich sein. Allein im vergangenen Jahr sind im deutschen Straßenverkehr mehr als 380 Menschen auf dem Rad ums Leben gekommen sein. Im Schnitt heißt das: Täglich verliert mehr als ein Mensch sein Leben, wenn er oder sie mit dem Fahrrad fährt. (bento)

Beim "Ride of Silence" erinnern heute Radfahrerinnen und Radfahrer in aller Welt an diese Gefahr. Er findet jedes Jahr am dritten Mittwoch im Mai in immer mehr Städten weltweit statt. Die Teilnehmenden fahren dabei in heller Kleidung an Orte, an denen bei einem Verkehrsunfall Radfahrer ums Leben gekommen ist.

Allein in Berlin nahmen daran letztes Jahr mehr als 1.200 Menschen teil.

Viele Radfahrerinnen und Radfahrer erleben täglich, was es bedeutet in einer Welt unterwegs zu sein, die vor allem für Autofahrer gebaut wurde. Welche Probleme gibt es? Und welche Verantwortung haben Radfahrerinnen selbst im Straßenverkehr?

Das sagen fünf Radfahrerinnen und Radfahrer aus Hamburg:

Leon, 24

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"Radwege enden im Nichts, wenn ich an einer Ampel zwischen den Autos fahre, werde ich beleidigt. Auf dem Weg zur Uni muss ich immer wieder Umwege fahren oder an Fußgängerampeln warten. Der Radverkehr hat bei uns eine sehr niedrige Priorität, finde ich.

Viele Radler kennen ihre Rechte nicht. Dabei sollte der öffentliche Raum allen gehören. In der Großstadt ist der Platz teuer und begehrt, aber für Autos gibt es genug davon. Das finde ich falsch. In anderen Ländern wie Schweden oder den Niederlanden klappt es besser."


Kai, 33

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"Wenn wir als Radfahrer respektiert werden wollen, sollten wir uns selbst mehr an die Regeln halten. Manche Radfahrer denken, sie stehen über allen. Auf der Straße geht es oft zu wie im Bürgerkrieg: jeder gegen jeden.

Ich denke, das hat auch mit der Angst vieler Radler zu tun. Natürlich ist man auf dem Rad sehr verwundbar. Gegen tonnenschwere Autos hat man mit zwei Reifen und ein bisschen Rahmen eben keine Chance. Aber wenn wir ernstgenommen werden wollen, sollten wir auch anderen mit Respekt begegnen."


Nora, 22

(Bild: bento)

"Ich war gerade in Israel. Seitdem weiß ich wieder, dass wir es als Radfahrer hier eigentlich ganz gut haben. Natürlich ist vieles noch nicht perfekt. Aber ich denke, manche Radfahrer legen es auch darauf an. Ich finde es heftig, wie viele keinen Helm tragen und unterwegs Musik hören. Das würde ich nie tun."


Hagen, 68

(Bild: bento)

"Ich habe selbst wenig Probleme und fühle mich sicher beim Radfahren. Wenn man selbstbewusst fährt, kommt man in Hamburg eigentlich ganz gut durch den Verkehr. Genau daran hakt es aber wohl bei manchen. Ich erlebe immer wieder, dass manche selbst nicht wissen, wie man die Straße als Radfahrer richtig nutzt.

Die meisten Autofahrer sind nett – mit wenigen Ausnahmen. Vielen wird das nicht gefallen, aber manche Menschen mit Migrationshintergrund benehmen sich im Straßenverkehr immer wieder wie Machos. Die fahren dicke Autos, sind aber nicht bereit, Fahrradfahrer als gleichberechtigte Teilnehmer zu sehen.


Tanja, 38

(Bild: bento)

"Auf dem Rad muss ich immer doppelt aufpassen. Ich darf keine Fehler machen und muss zusätzlich auf das Verhalten der anderen achten. Man ist halt der Schwächere. Erst vor kurzem habe ich wieder einen Unfall erlebt, der mich wachrüttelte. Mir ist bislang zum Glück noch nichts passiert, aber ich bin inzwischen wirklich vorsichtiger geworden.

Mich stört vor allem, wie gedankenlos viele Radwege gebaut werden. Oft sind es richtige Mogelpackungen. Immer wieder enden Radwege mitten auf einer Kreuzung. Dann stehe ich da und weiß plötzlich einfach nicht mehr, wie ich weiterfahren soll. Das ist einfach unfair und unüberlegt."


Doch auch Radfahrer in anderen Städten haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Auf einen Aufruf von bento reagierten mehrere hundert Menschen aus ganz Deutschland. Dutzende schickten innerhalb weniger Stunden ausführliche Berichte. Nicht alle Geschichten können zweifelsfrei verifiziert werden. Doch die Erlebnisse ähneln sich, immer wieder berichten Radfahrende von ähnlichen Situationen.

Hier sind 27 weitere Berichte, die wir ausgewählt haben:

1/12

Die Berichte zeigen, dass es auch im Jahr 2018 viele Probleme für Radfahrende gibt. Seit Jahren stagnieren die Unfallzahlen. Wenn sich in Zukunft daran etwas ändern soll, müssen ihre Erlebnisse ernstgenommen werden.


Today

Neue Masche: Erpresser behaupten, ihre Opfer beim Masturbieren gefilmt zu haben

16.05.2018, 15:01

Warum du darauf nicht hereinfallen solltest.

Stell dir vor, du bekommst eine E-Mail, die mit den Worten beginnt: 

"Guten Tag, masturbieren ist natürlich normal, aber wenn deine Familie und Freunde davon zeugen, ist es natürlich eine große Schande." 

In Hessen treten immer mehr dieser Fälle von "Sextortion", also sexueller Erpressung, auf. Nutzern wird erzählt, man hätte Videos von ihnen, in denen sie masturbieren. Also soll man zahlen. 

Das Landeskriminalamt warnt jetzt davor, auf diese E-Mails hereinzufallen.