17.05.2018, 17:15

Die "Zeit" hat Übergriffe an deutschen Schulen untersucht.

Schülerinnen und Schüler müssen in Deutschland besser vor sexuellen Übergriffen durch Lehrende geschützt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfangreiche Recherche der "Zeit".

Da es kaum ausreichenden Zahlen zu sexueller Gewalt an Schulen gibt, hatte die Wochenzeitung im Februar ihre Leserinnen und Leser in einem Aufruf gebeten, eigene Erlebnisse zu schildern. Rund 1400 Schülerinnen, Schüler und auch Lehrende haben geantwortet.

Sie berichten von verbalen Belästigungen, körperlichen Übergriffen und Missbrauchsfällen an deutschen Schulen.

Die Fälle sind nicht repräsentativ und lassen sich auch nicht unabhängig überprüfen. Dennoch geben sie einen Einblick in das, was Schülerinnen und Schüler erleben.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der "Zeit"-Recherche:

  • In 80 Prozent der Fälle waren Schülerinnen die Opfer.
  • Unter den gemeldeten Fällen wurde jede zweite Schülerin Opfer sexueller Gewalt – begangen von einem Lehrer.
  • Andere Übergriffe wurden von Mitschülern oder anderem Schulpersonal verübt.
  • Zwei Drittel der Vorfälle blieb für die Täter nach eigenen Aussagen folgenlos.
  • Zwischen der 7. und 11. Klasse kam es besonders häufig zu Übergriffen.

Wie ist die Befragung einzuordnen?

Die "Zeit" hat keine offizielle Studie durchgeführt, sondern nur eine Leserbefragung. Da sich nur Betroffene melden, sind die Antworten nicht repräsentativ für Deutschland. 

Unklar bleibt auch, an wie vielen Schulen nichts passiert. Um die geschilderten Fälle nachzuprüfen, hat die "Zeit" einige Betroffene kontaktiert – und auch versucht, mutmaßliche Täter zu sprechen. 

Da generell viele Fälle im Dunkeln bleiben, leisten die Beispiele einen wichtigen Beitrag. 

Wieso werden so wenig Fälle aufgeklärt?

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Im "Zeit"-Beitrag schildern die Betroffenen, sie hätten oft nichts gesagt. Oder wären nicht beachtet worden. Die drei häufigsten Fälle:

1) Oft wird Opfern schlicht nicht geglaubt, wenn die Täter alles abstreiten – Aussage steht dann gegen Aussage.

Tatsächlich gibt es aber unter 1000 Fällen nur durchschnittlich drei, in denen jemand falsch beschuldigt werde. Das sagt Ursula Schele, Leiterin von "Petze", einer Fachstelle für die Prävention von sexualisierter Gewalt und sexuellem Missbrauch in Kiel. (Die Zeit)

2) In anderen Fällen trauen sich Opfer oder Eingeweihte auch nicht, von den Übergriffen zu erzählen. Schele sagt:

Die Angst davor, einen Erwachsenen zu beschuldigen, ist immer noch viel größer als der Mut, einem Jugendlichen zu helfen.

3) Die Übergriffe sind strafrechtlich einfach nicht relevant.

Die "Zeit" schildert zum Beispiel einen Fall, in der ein Lehrer seiner 15-jährigen Schülerin per WhatsApp schrieb: "Ich würde gerne mit Dir einschlafen" und "Wir müssen mal zusammen kuscheln". Später habe er das Mädchen auch im Freibad gestalkt. Sie zeigte ihn an, das Verfahren wurde jedoch eingestellt, weil ein sexueller Missbrauch im Sinne des Strafgesetzbuchs nicht vorlag.

Hier findest du Hilfe:

Nur ein Bundesland stellt sexuelle Beziehungen zwischen Lehrkräften und ihren Schutzbefohlenen unter Strafe: Bremen.

In der Stadt muss jeder Vorfall gemeldet werden – damit Lehrerinnen und Lehrer die Abhängigkeit ihrer Schülerinnen und Schüler nicht ausnutzen. In einer Broschüre gibt die Bildungssenatorin von Bremen sogar detailliert Hinweise, wie Nötigung und Übergriffe verhindert werden können.

Es wird unter anderem davor gewarnt, unnötigen Körperkontakt, "insbesondere im Sportunterricht" und "die Verletzung von Schamgrenzen von Schülerinnen und Schülern insbesondere in der Pubertät" zu vermeiden.


Art

Für dieses vergoldete Schamhaar gab es gerade einen Kunstpreis

17.05.2018, 17:15 · Aktualisiert: 17.05.2018, 18:22

Aber du wirst es kaum nachmachen können.

Ein Schamhaar kann richtig viel wert sein – allerdings nur, wenn es vergoldet ist, von einer Berühmtheit stammt und es einen bedeutungsvollen Namen hat. "Searching for the Revolution" zum Beispiel.

So heißt zumindest dieses goldene Schamhaar: