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Gerechtigkeit

Studie: So denken die Deutschen wirklich über Schwule und Lesben

12.01.2017, 08:48 · Aktualisiert: 12.01.2017, 08:57

Wie tolerant sind wir wirklich? Eine neue Studie der Bundesregierung zeigt: Wenn es um die Akzeptanz von Schwulen und Lesben geht, sind die Deutschen ganz schön widersprüchlich. Denn einerseits ist eine große Mehrheit dafür, dass Homosexuelle die gleichen Rechte erhalten wie Heteros. Auf der anderen Seite gibt es aber immer noch große Vorbehalte, wenn es darum geht, mit Schwulen und Lesben zusammen zu leben. (Tagesschau)

Über die Studie

Die Studie wurde im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes durchgeführt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland. Hier könnt ihr den gesamten Bericht mit allen Fragen und Antworten anschauen.

Die große Mehrheit will die Ehe für alle

Verliebt, verlobt, verheiratet – wer schwul oder lesbisch ist, kann davon in Deutschland immer noch nur träumen. Die Mehrheit der Deutschen findet genau das aber falsch. 83 Prozent der Befragten wollen, dass auch Homosexuelle heiraten können sollten. Fast genau so viele sind dafür, das Adoptionsrecht auch auf Schwule und Lesben auszuweiten. Und immerhin zwei von drei Befragten sprechen sich dafür aus, dass gleichgeschlechtliche Paare bei der künstlichen Befruchtung Unterstützung erhalten. Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung ist für die gesetzliche Gleichstellung von Homosexuellen.

Trotzdem sind viele noch intolerant

Was die Studie aber auch zeigt: Je mehr es um das eigene Leben geht, desto intoleranter sind die Deutschen offenbar. So sagten 38 Prozent der Befragten, dass sie es "sehr" oder eher unangenehm fänden, wenn zwei Männer in der Öffentlichkeit ihre Zuneigung zeigten. Noch schlimmer: Fast jeder fünfte Deutsche hält Homosexualität für unnatürlich.

Liebe kennt keine Grenzen? Scheinbar schon: Ausgerechnet im Umgang mit den eigenen Kindern sind die Deutschen eher intolerant und abweisend. 39,8 Prozent der Befragten sagen, es wäre ihnen "sehr" oder "eher unangenehm" zu erfahren, dass die eigene Tochter lesbisch ist. Über schwule Söhne meinen das sogar 40,8 Prozent. Ausgerechnet in der eigenen Familie können junge LGBT also auch weiterhin viel zu selten mit Verständnis rechnen.

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