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Gerechtigkeit

Saudi-Arabien soll eine junge Frau verschleppt haben. Was steckt hinter dem Fall?

15.04.2017, 16:02

"Das Beste ist gerade, das ihr Vater sie foltert und ihren Rücken auspeitscht."

In Saudi-Arabien haben Frauen weniger Rechte als Männer. Sie müssen sich in der Öffentlichkeit verhüllen, dürfen nicht Auto fahren – und dürfen nicht alleine reisen. Das wurde nun wohl der 24-jährigen Dina Ali Laslum zum Verhängnis.

Als Dina von ihrer Familie zwangsverheiratet werden sollte, verließ sie das Land. Mit dem Flugzeug wollte sie nach Australien. Beim Umsteigen auf den Philippinen war die Flucht vorbei. Die Behörden ließen sie nicht weiterreisen sondern zwangen sie zur Rückkehr in ihre Heimat.

Das berichten Menschenrechtsaktivisten. Sie wollen auf das Schicksal der jungen Frau aufmerksam machen. Im Netz gibt es dazu den Hashtag #SaveDinaAli.

Die Hintergründe des Falles:

  • Dina hat am 10. April ein Video veröffentlicht, es soll auf den Philippinen im Flughafen von Manila aufgenommen worden sein:
  • Im Video berichtet Dina, ihr sei gegen ihren Willen von philippinischen Behörden der Reisepass und das Flugticket nach Sydney abgenommen worden. Die Beamten hätten mit der saudischen Botschaft zusammengearbeitet.
  • Das Video sei mithilfe einer Kanadierin aufgenommen worden, die Dina am Flughafen traf. So schildert es jetzt die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.
  • Der extra eingerichtete Twitter-Account von Dina veröffentlichte später eine angebliche Mail der Kanadierin, Meagan Khan, der die Echtheit der Geschichte beweisen soll:
  • Human Rights Watch bestätigte später die Geschichte – die Menschenrechtler hatten mit Khan gesprochen.
  • Auch die Frauenrechtsbewegung Saudi Arabien Female Empowerment berichtete über den Fall. Sie forderten die Behörden in den Philippinen auf, Dina freizulassen:


Wo ist Dina jetzt?

Ihr genauer Aufenthaltsort ist unklar – wahrscheinlich ist sie jedoch bereits wieder bei ihrer Familie in Saudi-Arabien.

Ein Flughafenmitarbeiter sagte Human Rights Watch, er habe Dina bei dem Vorfall am Dienstag "schreien und um Hilfe rufen hören", bevor Sicherheitskräfte und Männer, die offenbar aus dem Nahen Osten stammten, sie "mit Klebeband über dem Mund, um die Füße und Hände" über den Flughafen getragen hätten.

Eine Augenzeugin in der saudischen Stadt Riad schilderte, wie am Flughafen Polizeifahrzeuge bereit standen, als ein Flugzeug aus den Philippinen landete:

Was ist so schlimm daran, wenn Dina zu ihrer Familie zurückkommt?

In Saudi-Arabien gilt ein strenges Vormundschaftsystem. Frauen dürfen nur wenige Dinge selbst entscheiden – in den meisten Fragen bestimmen Männer über sie. Mit Social-Media-Aktionen versuchen junge Frauen immer wieder, auf ihre schwierige Lage aufmerksam zu machen. (bento)

Dass sich Dina gegen den Willen ihrer Familie aufgelehnt hatte und geflohen war, ist für sie gefährlich. Sie fürchtet einen Ehrenmord – und sagte selbst im Video: "Wenn meine Familie kommt, werden sie mich töten."

Wie rückständig und menschenverachtend viele Männer über ihren Fall denken, zeigen zum Beispiel diese vier Tweets und ihre Übersetzungen:

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Was sagt Saudi-Arabien offiziell zu dem Fall?

Die saudische Botschaft der Philippinen hat in einem Tweet auf Arabisch bestätigt, dass Dina "zurück zu ihrer Familie gebracht" wurde. Allerdings seien die Umstände ihrer Flucht und die Berichte von Aktivisten alle "unwahr". Es handele sich lediglich um eine Familienangelegenheit.

Das ist jedoch genau das, was Menschenrechtler befürchten.

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