Bild: Unsplash/Soragrit Wongsa

12.04.2018, 11:28 · Aktualisiert: 12.04.2018, 12:19

Eine der bisher höchsten Schadensersatz-Summen.

Ein amerikanisches Gericht hat einer Frau Schadenersatz in Höhe von 6,4 Millionen Euro zugesprochen – der Grund: Revenge Porn. Ihr Ex-Freund hatte nach der Trennung versucht, das Leben der Frau unerträglich zu machen. Auch in Gerichtsakten wird sie nur als Jane Doe geführt, sie möchte anonym bleiben.

Was hat er genau getan?

Der Ex-Freund postete nach der Trennung Nacktfotos und -videos der Frau auf Porno-Websites und in Online-Dating-Foren. Sie bekam Nachrichten von Fremden, die ankündigten, auf dem Weg zu ihr nach Hause zu sein. Ihr Ex-Freund veröffentlichte auch ihre Handynummer, ihre E-Mail-Adresse und Postanschrift. Die Konsequenz: Die Frau fürchtete um ihr Leben.

Das war vor fünf Jahren. Schon 2014 verklagte die Frau ihren Ex-Freund. Nun urteilte ein kalifornisches Gericht und sprach ihr 6,4 Millionen Euro zu. Es ist eine der höchsten Summen, die jemals für einen Fall von Revenge Porn gezahlt werden musste. (The New York Times)

Die Summe setzt sich zusammen aus:

  • 450.000 Dollar für die Verletzung von Urheberrechten,
  • drei Millionen Dollar für emotionalen Schaden der Betroffenen,
  • und weitere drei Millionen Dollar für andere Straftaten, die ihr geschadet haben, wie etwa Stalking.

Eine erstes strafrechtliches Verfahren vor Gericht im Jahr 2014 war eingestellt worden, die Frau musste ihre Klage an einem Zivilgericht weiterführen, um zu bewirken, dass ihre Fotos von den Seiten gelöscht werden. Viele Verantwortliche hatten sich zuvor geweigert, die Bilder zu entfernen. (Der Standard)

Die rechtliche Lage ist bei Rachepornos nicht immer eindeutig. Die Gesetzgebung in den USA hinke hinterher, sagt Elisa D'Amico. Die Anwältin hat an dem Fall mitgearbeitet und hat sich auf Fragen der Privatsphäre im Internet spezialisiert.

Wie wird Revenge Porn in Deutschland bestraft?

In Deutschland ist die Veröffentlichung und Verbreitung von Nacktbildern ohne die Zustimmung der abgebildeten Person nach Paragraf 22 des Kunsturhebergesetzes unter Strafe gestellt. Eine zuvor gegebene Einwilligung kann auch angefochten oder widerrufen werden. Ein Verstoß kann mit einem Jahr Gefängnis oder einer Geldbuße bestraft werden.

Wenn ein Bild gemacht und verbreitet wird, das dazu geeignet ist, dem Ansehen der abgebildeten Person zu schaden, drohen in Deutschland sogar bis zu drei Jahren Haft. (Golem.de)


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Bremer Schulleiterin zieht vor Gericht, weil sie keine behinderten Kinder an ihrer Schule will

12.04.2018, 08:42

Was hinter dem Protest steckt.

Das Gymnasium Horn in Bremen besuchen etwa 1100 Schüler im Alter von zehn bis 20 Jahren. An der Schule kann man nicht nur das Abitur ablegen sondern auch das französische Baccaleauréat. Zudem gibt es zahlreiche Austauschprogramme mit Frankreich, aber auch mit Alaska, Spanien und China. Theaterkurse und Exkursionen werden angeboten, es gibt eine Big-Band-AG, eine Rockband-AG, eine Forscher-AG und vieles mehr.

Eine begehrte Schule – deren Schulleiterin Christel Kelm nun aber für einen Paukenschlag gesorgt hat:

Sie klagt gegen die Bildungsbehörde, um sich gegen die Einrichtung einer Inklusionsklasse zu wehren.