Gerechtigkeit

Wieder erschießen Polizisten in den USA einen Schwarzen – jetzt kommt es zu Ausschreitungen

21.09.2016, 15:17 · Aktualisiert: 21.09.2016, 17:57

Die Stimmung kippt in Charlotte, North Carolina. Wieder protestieren Hunderte gegen Polizeiwillkür – wieder geht den Demonstrationen die Tötung eines Schwarzen durch die Polizei voraus.

Beamte hatten am Dienstagabend den 43-jährigen Keith Lamont Scott erschossen. Bei den darauffolgenden Protesten war es zu schweren Ausschreitungen zwischen Polizei und Bevölkerung gekommen (Reuters). Augenzeugen berichten, die Polizei hätte Tränengas eingesetzt. Die Polizei meldete zwölf verletzte Beamte:

Was war passiert?

Scott war am Dienstag in seinem Auto auf einem Parkplatz in Charlotte von einem Polizisten erschossen worden. Die Einzelheiten aber sind unklar: Die Polizei bestätigte, dass sie Scott fälschlicherweise für einen dringend Tatverdächtigen gehalten hatten und ihn deshalb umstellt hätten. Sie seien davon ausgegangen, dass er bewaffnet war (Al-Jazeera).

Die Familie bestreitet diese Version: Scott sei unbewaffnet gewesen. Er habe lediglich im Auto auf seinen Sohn gewartet. In der Hand habe er keine Waffe gehalten – sondern ein Buch.

In wenigen Stunden versammelten sich Menschen am Ort des Geschehens. Mit "Black Lives Matter"-Transparenten und auf Twitter bekundeten Hunderte ihre Solidarität.

Der Fall von Keith Lamont Scott reiht sich ein in eine traurige Liste: Insgesamt 709 Menschen sind allein in diesem Jahr in den USA durch die Polizei getötet worden (Washington Post). Dabei werden Schätzungen zufolge unbewaffnete Schwarze fünfmal so häufig von der Polizei erschossen als Weiße (Mappingviolence).

Eine Übersicht der wichtigsten Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA aus den letzten Jahren findet ihr hier:

Getty Images / Scott Olson
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