Bild: Super

Gerechtigkeit

Wenn dich diese Plakate nicht zum Wählen bewegen, wissen wir auch nicht weiter

22.09.2017, 16:13 · Aktualisiert: 22.09.2017, 16:44

"Kreuzen statt klicken, ihr likegeilen Bitches."

Bei Instagram, bei Twitter – überall begegnen dir in den letzten Tagen Briefwahl-Selfies, meist mit einem energischen Wahlaufruf verbunden. Wählen ist wichtig! Geht wählen! Jede Stimme zählt!

Etwas nervig, trotzdem wichtig: Bei dieser Bundestagswahl geht es nicht nur um den nächsten Kanzler, sondern auch darum, ob in Deutschland wirklich eine rechtspopulistische Partei die stärkste in der Opposition sein sollte. Für Menschen, die das verhindern wollen, ist Wählen also wirklich so wichtig wie lange nicht. Zudem sinkt die Wahlbeteiligung ohnehin seit Jahren:

(Bild: SPIEGEL ONLINE)

Wie also zur Wahl aufrufen, ohne den nervigen Moralapostel zu spielen? Vielleicht so wie die Kreativagentur Super an der Spree. Die Berliner Werber hängen seit einigen Tagen Plakate in Berlin-Neukölln auf, in denen sie zur Wahl aufrufen. Um überhaupt wahrgenommen zu werden, haben sie eine deutlich derbere Ansprache gewählt als die ganzen Selfie-Poser:

Kreuzen statt klicken, ihr likegeilen Bitches
Gibst du Fick auf Demokratie, gibt Demokratie Fick auf dich

Hier sind alle Plakate:

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Wir möchten gute Nachbarn sein und zur politischen Teilhabe anstiften.
Stefan Trabant, Kreativdirektor bei der Agentur

Stefan Trabant, Kreativdirektor bei der Agentur, hat die Kampagne mitentwickelt und will Merkels Langeweile-Wahlkampf zumindest mit seinen Plakaten etwas entgegensetzen. "Die Kanzlerin betreibt ja schon seit Jahrzehnten einen Demobilisierungswahlkampf. Die Plakate zeigen, dass politische Botschaften funktionieren, wenn sie spitz formuliert sind", sagt er. "Und sie geben den Leuten Argumente, die in diesen Tagen Familie und Freunde noch überzeugen wollen, wählen zu gehen.“

Angenehmer Nebeneffekt: Die Werber beweisen, dass sie kreativ sind. Bestimmt nicht schlecht für's Geschäft.

Hier findest Du unsere Artikel zur Bundestagswahl:

dpa/Montage: bento
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Die Sprüche sind so getextet, wie die Bewohner von Berlins Szeneviertel angeblich sprechen: Direkt auf die Fresse. In gelber Frakturschrift prangen sie auf schwarzem Grund. Darunter die direkte Aufforderung: "Neukölln, geh wählen!" Natürlich würde auch in Neukölln niemand mit den Worten "Wählen ist geiler als Testo ballern in der Massephase" werben. Aber hey, auf den ersten Blick funktioniert es, Aufsehen erregen die Plakate auf jeden Fall.


Tech

Instagram schaltet Werbeanzeige mit Vergewaltigungsdrohung

22.09.2017, 15:52 · Aktualisiert: 22.09.2017, 17:54

Instagram will, dass mehr Leute die App benutzen. Dafür macht das Netzwerk Werbung, zum Beispiel bei Facebook. Ein Algorithmus wählt automatisch Fotos aus, die Freunde bei Instagram hochgeladen werden. Was auf diesen Fotos zu sehen ist, ist offenbar egal: Instagram hat einer Nutzerin bei Facebook jetzt eine Werbeanzeige mit einer Vergewaltigungsdrohung angezeigt.

Was ist passiert?

Die Journalistin Olivia Solon der britischen Zeitung "The Guardian" veröffentlichte vor mehr als einem Jahr ein Foto. Auf dem Foto ist der Satz "Ich werde dich vergewaltigen, bevor ich dich umbringe, du schmutzige Hure!" zu lesen. Er stammt aus einer Email, die Solon bekommen hatte. Das Bild verwendete Facebook jetzt offenbar, um Werbung für Instagram zu machen.

Auf Twitter veröffentlichte sie einen Screenshot von der Anzeige: