Bild: Pixabay

Gerechtigkeit

Schmutzige Geschäfte bei Trump und Trudeau: Das steht in den "Paradise Papers"

06.11.2017, 08:16

Die Papiere zeigen, wo Superreiche sich vor der Steuer verstecken

Im Frühjahr 2016 enthüllten Journalisten in den "Panama Papers", wie Geschäftsleute und Politiker Geld mit Briefkastenfirmen in Panama machen. Jetzt ist ein neues, riesiges Datenpaket aufgetaucht – und bringt erneut hochrangige Politiker, Millionäre und globale Konzerne in Schwierigkeiten.

Die neuen Enthüllungen werden "Paradise Papers" genannt. In ihnen geht es vor allem um sogenannte Steueroasen, kleine Inselstaaten, in denen die Reichen mit zwielichtigen Geschäften ihr Geld verstecken. Die "Süddeutsche Zeitung" hat sie mit einem internationalen Team enthüllt.

Unter anderem tauchen folgende Namen in den "Paradise Papers" auf: Donald Trump, Justin Trudeau, Queen Elizabeth II.

Die wichtigsten Fakten im schnellen Überblick:

  • Woher kommt der Leak?

Die "Papiere" basieren auf 1,4 Terabyte Daten aus insgesamt 19 Steueroasen. Der größte Teil des Leaks kommt von der Kanzlei Appleby, die sogenannte Offshore-Firmen anbietet. Mit diesen Firmen können Reiche ihr Geld in den Inselstaaten verstecken und damit vermeiden, in ihren Heimatländern Steuern zu zahlen.

  • Wer ist betroffen?

Unter anderem der US-Handelsminister Wilbur Ross, ein Vertrauter von Donald Trump – vor 25 Jahren rettete er den US-Präsidenten vor der Pleite. Er soll privat von Geschäften profitieren, die der Schwiegersohn des russischen Präsidenten Wladimir Putin umsetzt. Das ist brisant, weil russische Firmen seit der Annexion der Krim im Jahr 2014 von den USA sanktioniert werden. US-Bürger und Firmen dürfen also nicht direkt mit ihnen Handel treiben, die Zusammenarbeit ist schwierig.

Außerdem wird ein enger Vertrauter des kanadischen Premiers Justin Trudeau gefunden, er soll durch mehrere Briefkastenfirmen Millionen Dollar an Steuern unterschlagen haben. Wer auch profitiert hat: die britische Queen. Sie sei mit kleinen Beträgen sogar an einer Firma beteiligt, die an arme Menschen Kredite mit über 90% Zinsen vergibt.

Außerdem soll die Sportmarke Nike auf den Bermudas und in den Niederlanden ein System aufgebaut haben, mit dem sie Steuern in den USA umgehen können. So habe der Konzern Milliarden Euro gespart. Die Tech-Firma Apple soll ebenfalls nach einem Standort gesucht haben, wo sie keine Steuern zahlen muss.

  • Was sagen die Beschuldigten?

Aus den Reihen von Trump und Putin gab es bislang keine Reaktion, Trudeau und seine Berater wollten sich zunächst ebenfalls nicht äußern. Beamte der Queen sagten, den Vermögensverwaltern sei "nicht bewusst" gewesen, an einer umstrittenen Firma beteiligt gewesen zu sein. Nike und Apple betonten auf Anfrage, sich an Recht und Gesetz zu halten.

  • Wie geht es weiter?

Wie die Politiker reagieren, wird sich zeigen. Die Enthüllungen der "Panama Papers" vor anderthalb Jahren hatte keinen großen Effekt hinterlassen – lediglich der isländische Premierminister war damals zurückgetreten.

Zumindest mit Blick auf die umstrittenen Beziehungen zwischen Russland und den USA geben die Enthüllungen neuen Diskussionsstoff. Sie zeigen, wie eng das Trump-Team mit Vertrauten Putins Geschäfte macht.

Hier findest du mehr Details bei der "Süddeutschen Zeitung".


Today

Kindergarten hört "Pippi Langstrumpf"-Hörspiel, dann rückt die Polizei an

06.11.2017, 08:05

Es ging um Pippis Vater, den "Negerkönig".

In Schweden, dem Heimatland von Astrid Lindgren, hat eine Kindergartengruppe Ärger bekommen – weil sie sich ein Hörspiel von Lindgrens Kinderbuch-Klassiker "Pippi Langstrumpf" angehört hat. Die Kinder hatten mit ihren Betreuern einen Ausflug in die örtliche Bibliothek der Stadt Borås gemacht. (The Local/Expressen)

Dort hörten sie alte Versionen von "Pippi Langstrumpf" – in denen Pippis Vater als "Negerkung" bezeichnet wird, als "Negerkönig".

Ein anderer Besucher fühlte sich durch die Aufzeichnung offenbar belästigt und verständigte die Polizei.