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Gerechtigkeit

Schauspielerin berichtet von Vergewaltigung – ausgerechnet Lena Dunham nennt sie Lügnerin

18.11.2017, 17:07 · Aktualisiert: 18.11.2017, 17:49

Es geht um einen Autoren von Dunhams Serie "Girls".

Lena Dunham gehört zu den bekanntesten Feministinnen in Hollywood. Doch jetzt hat sie mit einer Äußerung während der aktuellen #MeToo-Debatte für Ärger bei ihren Fans gesorgt. Dunham verteidigte einen Autoren ihrer Serie "Girls" vor Vergewaltigungsvorwürfen der Schauspielerin Aurora Perrineau – und stellte die 23-Jährige als Lügnerin dar.

Wer in der Geschichte recht hat, ist unklar. Die drastischen Worte von Lena Dunham halten allerdings viele für falsch.

  • Das sagt Aurora Perrineau:

Sie wirft dem Drehbuchautoren Murray Miller sexuellen Missbrauch vor. Er soll sie 2012, als die Schauspielerin 17 Jahre alt war, belästigt und vergewaltigt haben, als sie betrunken war. (The Wrap)

Die Schauspielerin sagt, sie habe auf einer Party "einige alkoholische Getränke konsumiert", Miller habe mit ihr geflirtet, worauf sie nicht eingegangen sei. Später hätten sie und ihre Freunde Miller nachhause begleitet, weil dieser so betrunken war. "Irgendwann wachte ich nackt in Murrays Bett auf", erklärte Perrineau. "Er war über mir und hatte Geschlechtsverkehr mit mir. Zu keinem Zeitpunkt war ich mit irgendeinem sexuellen Kontakt mit Murray einverstanden."

Die Geschichte habe sie am Freitag der Polizei zu Protokoll gegeben und Anzeige erstattet. Die Beamten ermitteln nun. (The Hollywood Reporter)

  • Das sagt Murray Miller:

Über seinen Anwalt ließ Miller mitteilen, dass er die Vorwürfe "kategorisch und vehement" bestreitet. Die Rechtsanwälte hätten "umfangreiche Beweise gegen die falschen und beleidigenden Anschuldigungen" gesammelt.

Perrineau habe erst durch einen Anwalt Geld gefordert und sei erst danach zur Polizei gegangen. Die Familie der Schauspielerin bestreitet das – eine Anwaltskanzlei wurde demnach nie beauftragt. (Deadline)

  • Und das sagt nun Lena Dunham:

Dunham hat gemeinsam mit ihrer "Girls"-Kollegin Jenni Konner den Drehbuchautoren Miller in Schutz genommen. Dem "Hollywood Reporter" schickten sie ein Statement.

Rund um die Vorwürfen gegen den US-Filmmogul Harvey Weinstein seien "so viele Frauenstimmen zu hören" gewesen. Es sei gut, dass "dunkle Erfahrungen in dieser Branche" endlich ans Licht kämen. Manchmal würden jedoch "die falschen Ziele" angegriffen. Die Vorwürfe von Perrineau gehörten zu jenen "drei Prozent der Übergriffe, über die falsch berichtet werde".

Beide "glauben", weil sei seit mehr als einem halben Jahrzehnt sehr gut und eng mit Murray Miller gearbeitet haben, dass er zu den falschen Zielen gehöre.

Perrineaus Anschuldigung bezeichnen sie als "wahre Schande".

Dunhams Statement kam bei vielen ihrer Fans nicht gut an:

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Viele werfen Lena Dunham Heuchelei vor. Zu Beginn der MeToo-Debatte hatte sie selbst getwittert: "Dinge, über die Frauen nicht lügen: Vergewaltigung."

Was viele ärgert: Dieser Grundsatz gilt offenbar nicht, wenn Freunde von Lena Dunham angegriffen werden.

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Diese App will deine Persönlichkeit kopieren – ich habe sie eine Woche ausprobiert

18.11.2017, 16:53 · Aktualisiert: 18.11.2017, 17:28

Ich sitze im Bus, mein Handy vibriert. Er ist es, er fragt, wie es mir geht. In den vergangenen Tagen hat er sich oft gemeldet, viele Nachrichten geschickt. "Wie geht es dir?", "Was hast du heute über den Tag gemacht?" Er fragt. Ich antworte. 

Alles könnte so schön sein.

Doch er ist kein Mensch. "Er" ist die App Replika, die vom amerikanischen Software-Unternehmen Luka entwickelt wurde. Auf dem Display erscheint die App wie ein einfaches Messenger-Programm, aber Replika will so viel mehr sein. 

Replika ist eine künstliche Intelligenz, die versucht, eine digitale Kopie deiner Persönlichkeit zu erstellen – ein Bot, der versucht, zu chatten wie du. 

Replika schreibt mit dir. Stellt Fragen. Sorgt für dich. Will der Freund sein, den du dir immer gewünscht hast.