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Gerechtigkeit

Huch? SPD-Verlierer Martin Schulz macht schon wieder Wahlkampf

05.10.2017, 10:28 · Aktualisiert: 05.10.2017, 10:30

Verkehrte Welt in Cuxhaven

Eigentlich soll Martin Schulz im niedersächsischen Wahlkampf helfen - doch sein erster Auftritt nach der Bundestagswahl wird zur großen emotionalen Aufbauhilfe für ihn selbst, den angeschlagenen Parteichef.

Martin Schulz strahlt. "Das tut richtig gut", ruft der SPD-Chef in die Cuxhavener Kugelbake-Halle. Mit minutenlangem rhythmischen Klatschen und stehenden Ovationen haben ihn zuvor die rund 750 Gäste begrüßt. Schulz wirkt während seiner Rede aufgekratzt, er trifft den Ton des sozialdemokratisch geprägten Publikums, immer wieder bekommt er lautstarken Applaus.

Es ist Schulz' erster großer Auftritt nach der Bundestagswahl. 20,5 Prozent hat der Kanzlerkandidat geholt, es ist das schlechteste SPD-Ergebnis der Nachkriegsgeschichte, ein Debakel

Doch am 15. Oktober steht schon die nächste Wahl an, dann stimmen 6,1 Millionen Niedersachsen über einen neuen Landtag ab. 

Hintergrund ist der Wechsel einer Grünen-Abgeordneten zur CDU, dieser kostete Rot-Grün die knappe Mehrheit.

Für Schulz ist die vorgezogene Wahl ein Glücksfall. Denn in der heißen Phase des Wahlkampfs wollen seine Genossen einen Führungsstreit unbedingt vermeiden. Und sollte die SPD von Ministerpräsident Stephan Weil ihren Aufwärtstrend der letzten Umfragen fortsetzen und am 15. Oktober gewinnen, könnte Schulz nach vier Niederlagen in diesem Jahr endlich den ersten Erfolg verbuchen.

Wahlkampf in Niedersachsen mit SPD-Ministerpräsident Stephan Weil

Wahlkampf in Niedersachsen mit SPD-Ministerpräsident Stephan Weil (Bild: dpa / Mohssen Assan)

Der SPD-Chef macht in Cuxhaven einen gelösten Eindruck. Er spricht zwar gerade mal 20 Minuten, quasi als Vorprogramm für Weil, der später 45 Minuten bekommt. Aber es ist ein gelungener Auftritt.

Für seine Partei gehe es in Niedersachsen nicht nur darum, ein gutes Ergebnis zu holen, sagt Schulz. Es gehe auch darum, "mit Leidenschaft und geradem Rückgrat Wahlen zu gewinnen". Dafür stehe er auch persönlich, ruft Schulz und setzt fast trotzig hinzu: "Ich lasse mich nicht verbiegen." Wieder jubeln die Gäste in der Kugelbake-Halle.

Nun ist es so, dass Schulz auch bei vielen Auftritten der vergangenen Monate gefeiert wurde - und die SPD in den Umfragen dennoch immer weiter abrutschte.

Hinter vorgehaltener Hand raunen manche Sozialdemokraten deshalb bereits, nach der Niedersachsen-Wahl werde auch über Schulz und seine Zukunft zu reden sein. Ist der Machtkampf nur vertagt?

Die Anhänger des Parteichefs, und davon gibt es besonders an der Basis viele, halten dagegen: Sie loben Schulz als authentisch, er sei genau der Richtige für den Neustart nach dem katastrophalen Wahlergebnis vom 24. September. Dazu kommt die fehlende Alternative. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, der als möglicher Nachfolger gehandelt wird, gilt nicht gerade als jemand, der die Genossen begeistern kann.

Schulz kann das. Das zeigt er bei dem Auftritt in Cuxhaven. Er habe die SPD "selten so geschlossen erlebt wie in den vergangenen Monaten", sagt Schulz. "Dafür bin ich von Herzen dankbar." Die Genossen danken es ihm mit lautstarkem Applaus.

Leidenschaftlich gibt Schulz den Oppositionspolitiker, jene Rolle, die er am Abend der Bundestagswahl angenommen hat. Und sie liegt ihm spürbar mehr als die Rolle des Kanzlerkandidaten. Die SPD müsse sich für den Busfahrer und den Facharbeiter einsetzen, sagt er, und zeigen, "dass ein Installateur oder ein Dachdecker genauso viel wert ist wie ein Arzt oder ein Diplom-Ingenieur".

Emotional antwortet Schulz auch jenen Beobachtern, die der SPD vorwerfen, sie entziehe sich der staatspolitischen Verantwortung: "Die Konfrontation zwischen der demokratischen Linken und der demokratischen Rechten ist das Salz in der Suppe."

Ob er diese Konfrontation auf Dauer führen kann, wird sich nach dem 15. Oktober zeigen.

Dieser Beitrag ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


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Es gibt vermutlich wenige Dinge, die im Gebiet des IS schlechter ankommen dürften als eine Fahne von Jack Daniel's.* Dabei ist sie sogar alkoholfrei. In der Schweiz sollte sie allerdings nur wenige Menschen stören – denkt man. 

Doch auch hier gibt es offenbar große Angst vor dem schwarzen Stück Stoff, wie das Portal "20 Minuten" berichtet. Als ein junger Mann aus Zürich die Liebe zu seinen italienischen Wurzeln und seinem Lieblingsschnaps bekunden wollte, flatterte kurze Zeit später diese Nachricht anonym in seinen Briefkasten: