Bild: dpa/John Mccall

03.04.2018, 19:06 · Aktualisiert: 03.04.2018, 19:07

"Die werden das Gewaltproblem nicht lösen."

17 Menschen tötete ein Amokläufer in der Marjory Stoneman Douglas Higschool. Seitdem haben viele Amerikaner vor allem eine Forderung: Schützt endlich unsere Schüler.

Ganz vorne mit dabei: Die Schülerinnen und Schüler selbst. Sie mobilisierten Hunderttausende Menschen auf der ganzen Welt für den "March for our Lives", hielten bewegende Reden und forderten härtere Waffengesetze.

Als sie am Montag aus der Spring Break zurück an ihre Schule kamen, war zumindest eine Sache anders:

Die Schüler müssen nun durchsichtige Rucksäcke tragen.

Die Sicherheitsmaßnahme soll es schwerer machen, Waffen in die Schule zu schmuggeln. Die Schüler selbst halten davon allerdings gar nichts. Sie sind wütend, verstehen die Maßnahme nicht. Hier sind einige Reaktionen:

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  • Der Schüler Kai Koerber sagte im Gespräch mit CNN: "Meine Schule war wie ein zweites Zuhause. Wir haben hier nicht nur Freunde verloren, jetzt verlieren wir auch noch unser Recht auf Privatsphäre."
  • Die Schülerin Isabella Pfeiffer sagte, die Rucksäcke seien ein Versuch, die protestierenden Jugendlichen zu beschwichtigen, um sich vor echten Veränderungen und neuen Gesetzen zu drücken.
Diese Rucksäcke sind so durchsichtig wie die Agenda der Waffenlobby NRA
Lauren Hogg, Überlebende des Parkland-Amoklaufs

Um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen, setzten die Schüler ein Zeichen. Viele hängten ein rotes Preisschild an ihre durchsichtigen Rucksäcke. Die Aufschrift: "1,05 $". "Wir weigern uns, uns auf einen Betrag reduzieren zu lassen", sagt Koerber CNN.

Das Schild spielt auf den republikanischen Politiker Marco Rubio an. Wie viele weitere Politiker hat er Geld von der amerikanischen Waffenlobby NRA angenommen. Nach der Rechnung der Parkland-Überlebenden sind es genau 1,05 Dollar pro Schüler in Florida. Die Frage, die mitschwingen soll: Ist dem Senator Floridas ein Menschenleben so wenig wert?

Viele Kommentatoren verstehen den Unmut der Schüler offensichtlich nicht. Die Schüler hätten doch Veränderungen gefordert, jetzt hätten sie diese bekommen, so der Tenor.

Sie wüssten die Bemühungen zwar zu schätzen, erwidern die Schüler. Trotzdem wollen die Überlebenden von Parkland klarmachen: Sie wollen Waffen verbieten lassen – und nicht durchsichtige Rucksäcke tragen.


Art

Ja, diese Hunde sind schön

03.04.2018, 17:37

Und wir können viel von ihnen lernen.

Die Haare sind ihnen ausgefallen, ein Auge fehlt, sie gehen mit Prothesen: Hunde, auf die diese Beschreibungen zutreffen, würden nur wenige als makellos bezeichnen. 

Die australische Fotografin Alex Cearns macht es. In ihrem Buch "Perfect Imperfection" macht sie Hunde mit vermeintlichen Fehlern zu Protagonisten – und zeigt, wie vollkommen sie trotzdem sind.