Gerechtigkeit

Wie eine Mutter ihrer Tochter zeigt, ihren Afro zu lieben

23.03.2017, 14:46 · Aktualisiert: 29.03.2017, 08:52

Was sind schöne Haare? Oft genug lautet die Antwort darauf Kate Middleton oder Jennifer Aniston. Aber: "Einen Afro zu tragen ist bis heute nicht Teil des gängigen Schönheitsideals", sagt Lekia Lée. Viele Afrikanerinnen glätten sich ihre Haare und verwenden dazu chemische Produkte.

Das ist nicht nur viel Arbeit, sondern im schlimmsten Fall gesundheitsschädlich, weil die Chemie Kopfhaut und Haare schädigt. Lekia setzt sich deshalb dafür ein, dass Afrikanerinnen ihre natürliche Haarstruktur nicht mehr verstecken.

Einen Afro zu tragen ist bis heute nicht Teil des Schönheitsideals.
Lekia Lèe

Unter dem Namen Project Embrace hat sie ihre eigene Kampagne gestartet. Und die hat Wirkung.

Seit dem 8. März hängt an der West Cromwell Road in London ein lebensgroßes Plakat, auf dem neun Frauen mit Afro zu sehen sind. Es ist Teil der Kampagne und zeigt unter anderem Lekias Tochter Siira. Ihre Mission: Es sollen mehr Frauen mit Afros in den Medien und der Werbung gezeigt werden.

Denn dort seien sie Mangelware. "Nirgends ist eine schwarze Frau mit natürlichen Haaren zu sehen. Dadurch denken gerade jüngere Mädchen, dass alles andere eben nicht zu akzeptieren ist", sagt Lekia zu bento.

Auch ihrer Tochter Siira ging es mal ähnlich.

Lekia erinnert sich: "Als Dreijährige ging Siira zu anderen Frauen hin und machte ihnen Komplimente für ihre Haare." Leider sei sie nur zu denen gegangen, die Perücken oder glatte Extensions statt ihrer natürlichen Haare trugen.

Lekia erkannte sich wieder. Sie selbst habe erst spät gelernt, sich und vor allem ihre natürlichen Haare zu mögen. "Ich wollte nicht, dass meine Tochter das später auch durchmachen muss. Sie sollte sich genauso mögen, wie sie nun mal aussieht."

2011 startete sie deshalb die Kampagne für das riesiges Werbeplakat.

Ihr Ziel: möglichst viele Menschen erreichen. "Ich wollte, dass mehr Leute aufmerksam werden als diejenigen, die das Problem sowieso kennen", sagt Lekia.

Sie fand die Werbetafel an der West Cromwell Road außerdem passend, da die sonst von großen Marken genutzt wird, um ihre Vorstellungen von Schönheit zu zeigen. "Ich habe dasselbe Medium gewählt, um Vielfalt abzubilden und die Tatsache, dass schwarze natürliche Frauen in der Werbung absolut unterrepräsentiert sind", erklärt Lekia.

Wie tragt ihr eure Haare und warum? Wir haben uns mal umgehört:

Aissatou Diallo
Sally Wilhelmi
Eddie Pinho/ Cláudia Costa
1/12

Wie reagiert London auf das Plakat?

Das Feedback zum Plakat sei überwältigend gewesen, sagt Lekia. Neben vielen Männern und Frauen – schwarze wie weiße – hätten sich auch Friseure und Hautexperten bei ihr gemeldet, die von gesundheitlichen Problemen wegen aufwändiger Haarbehandlungen berichteten. "Auch das BBC Video spricht mit mehr als 100.000 Views und 2.000 Shares für sich", sagt Lekia.

Unser Ethos ist, dass jeder auf seine Art schön ist. Auf unseren Plakaten sollen keine klassischen Models zu sehen sein!
Lekia Lée

Wie geht es weiter?

Ihre Bilder will Lekia auch auf weiteren Werbetafeln in London und anderen britischen Städten zeigen. Mindestens einmal im Jahr soll Project Embrace eine Werbetafel füllen. Wer auf das Plakat will, muss zum Casting gehen: "Unser Ethos ist, dass jeder auf seine Art schön ist. Auf unseren Plakaten sollen keine klassischen Models zu sehen sein!"

Außerdem möchte Lekia mit ihrer Kampagne an Schulen gehen. Ihr Ziel: Die Kids sollen lernen, Selbstbewusstsein zu entwickeln und sich selbst zu mögen – so wie sie sind.


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