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Gerechtigkeit

Warum wir offen über Geld reden müssen

11.01.2017, 17:09 · Aktualisiert: 12.01.2017, 10:47

Über Geld spricht man nicht? So ein Quatsch!

Was passiert, wenn alle wissen, wie viel ich verdiene? Bei wem komme ich mit meiner Summe arrogant rüber? Und wer hält mich ab sofort für bemitleidenswert?

Sobald es um das Gehalt geht, werden viele Menschen nervös. Vor allem in Deutschland. "Über Geld spricht man nicht" ist einer dieser Standardsätze, die einfach nicht aus unseren Gesprächen verschwinden.

Der Moment, wenn jemand nach deinem Gehalt fragt.

Der Moment, wenn jemand nach deinem Gehalt fragt. (Bild: Giphy)

Wir reden lieber über Sex als über Cash.

Krasse Details der letzten Affäre? Kein Problem. Gehaltsvergleich? Lieber nicht. Das muss sich ändern! Damit wir endlich alle gerecht behandelt werden.

Mit guten Freunden kann man das Thema zwar meist ansprechen, aber spätestens wenn der Gesprächspartner in derselben Branche arbeitet (oder – oh je, oh je – sogar beim selben Arbeitgeber), wird es brenzlig.

Klar, in einigen Branchen gibt es offizielle Gehaltstabellen, feste Tarifverträge oder starke Gewerkschaften, die sich für Gleichstellung einsetzen. Aber in anderen Bereichen ist das nicht der Fall.

Es ist ein leidiges Thema, aber es geht auch nicht weg: Besonders Frauen werden noch immer im Vergleich zu Männern in vielen Unternehmen benachteiligt. 2015 verdienten Frauen in Deutschland im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer. Natürlich schließt das auch Teilzeit und Lücken im Lebenslauf mit ein. Beides tritt bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Trotzdem ändert sich wenig – die Zahl ist in den vergangenen 20 Jahren mehr oder weniger gleich geblieben (Statista).

Deshalb will die Bundesregierung nun ein Gesetz beschließen, dass Gehaltsauskünfte innerhalb von großen Unternehmen einfacher machen soll. Sie sollen in Firmen mit mehr als 200 Mitarbeitern das Recht haben, sich beim Chef nach den Gehältern ihrer Kollegen zu erkundigen.

Erklärt: Darum geht es bei dem Gesetzesentwurf

Das Gesetz ist aber nicht mehr als ein erster Schritt. Denn die Bringschuld liegt damit immer noch demjenigen, der es wissen möchte. In diesem Fall sind es die Frauen. Nicht jeder Chef findet es klasse, wenn die Arbeitnehmer unangenehme Fragen stellen. Möchte man wirklich diejenige sein, die fragt? Ja, denn es ist wichtig!

Ein Beispiel: der aktuelle Prozess der preisgekrönten Journalistin Birte Meier. Sie verklagt ihren Arbeitgeber, das ZDF, weil sie herausgefunden hat, dass ein Kollege mit demselben Job deutlich mehr verdient als sie. Zuerst wollte sie das Thema nach eigener Aussage intern klären, aber ohne Erfolg. Also zog sie vor Gericht. Das Urteil steht zwar noch aus, doch der ZDF hat Meier einen Vergleich angeboten: Sie bekäme sowohl recht als auch Geld – muss dafür aber den Sender verlassen (SZ).

Trotzdem: Ohne das klärende Gespräch wäre die Ungerechtigkeit nicht offengelegt worden.

Wir müssen sprechen. Egal, wie unangenehm es sein mag. Denn nur dann können wir uns empören, nachverhandeln – oder wie in Birte Meiers Fall klagen. Und uns beim nächsten Mal eventuell einen Arbeitgeber suchen, der auf Gerechtigkeit wert legt.


Musik

Fake oder Hype? Dieses Video teasert eine Daft Punk Tour für 2017 an

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Hier ist das Video: