Bild: YouTube/Muslimgirl

Gerechtigkeit

100 Jahre Hijab-Mode: So protestieren Frauen mit Kopftuch

27.05.2016, 14:05 · Aktualisiert: 27.05.2016, 17:55

Ein Kopftuch ist nicht nur ein Kopftuch. Für Muslima ist es wahlweise göttliches Gebot, feministisches Zeichen, verhasster Zwang, manchmal auch schlicht ein Accessoire. Je nach Motivation, Zeitpunkt und Herkunftsland gibt es verschiedenste Varianten, den Schal zu tragen.

Die Plattform Muslimgirl.com hat sich dem Kopftuch nun in einem Video angenommen. Im Zeitraffer werden verschiedene Kopftuchstile der Jahrzehnte präsentiert – und nebenbei auch islamische Geschichte.

"100 Years of Hijab Fashion in 1 Minute"

Amani Al-Khatahtbeh, Gründerin und Chefredakteurin von MuslimGirl, sagte der "Huffington Post", einerseits kommerzialisiere die Modeindustrie das Kopftuch, andererseits litten jene Frauen oft unter Diskriminierung, die es tragen. Dabei werde die Geschichte des Kopftuchs vergessen und was es mit der Identität von Frauen mache. "Es ist mehr als nur ein Kleidungsstück auf unseren Köpfen. Es ist ein Symbol unserer Macht, Geschichte und Wirkung."

Der Hidschab, so wird der klassische Schal in den meisten Regionen genannt, sei ein "politicized garment that represents Muslim women's control and autonomy". Das Video zeigt deswegen – neben dem Kopftuch – immer einen Moment aus der jüngeren Geschichte islamischer Länder, der das Leben noch heute beeinflusst. Immer mit dabei: die Frauen.

Die besten Beispiele in der Fotostrecke:

1/7

Amani Al-Khatahtbeh und ihr Team orientieren sich an der Videoreihe "100 Years of Beauty" von Cut (bento). Bei diesen Videos steht allerdings nicht Politik im Vordergrund, sondern sie zeigen den Wandel der Schönheitsideale in den vergangenen Jahrzehnten in verschiedenen Ländern. Entsprechend gibt es bei Cut auch islamisch geprägte Länder, wie den Iran oder Syrien.

Oder auch Ägypten:

Anders als bei Muslimgirl zeigen die Zeitraffer-Videos von Cut so auch: Früher war mehr Weniger. In vielen arabischen Ländern ist das Kopftuch erst in den Achtzigern wieder in Mode gekommen.

Das lässt sich nun auf zweierlei Arten deuten. Einerseits: Das Tuch ist eben doch vor allem Mode und kein Mittel Jahrhunderte alter Unterdrückung. Und andererseits: Frömmigkeit kehrt in den islamischen Raum zurück. Und das geschieht vielerorts leider mit Zwang:

  • Unter anderem in Saudi-Arabien und Iran besteht Verhüllungspflicht.
  • In Afghanistan haben die radikalislamischen Taliban Frauen zur vollverschleiernden Burka gezwungen.
  • In Ägypten kam das Kopftuch mit dem Erfolg der Muslimbrüder zurück; viele sehen es als notwendig an.
Lass uns Freunde werden!

Die muslimische Community vermisst in dem Video vor allem einige afrikanische Länder. Andere stören sich an dem gereckten Mittelfinger der Iraker aus den 2000ern – der war vielen als Geste nun wirklich zu frech.

Muslimgirl antwortete, weitere Videos werden folgen, um der ganzen Bandbreite der Hidschab-Mode genüge zu tun. Und auch für unbelehrbare Kritiker haben die Macherinnen eine passende Antwort:

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