Gerechtigkeit

Dieses schwedische Model wird bedroht – weil sie ihre Beine nicht rasiert

07.10.2017, 16:07 · Aktualisiert: 07.10.2017, 17:20

Arvida Byström ist 26. Sie hat hellblondes Haar und ein ebenmäßiges Gesicht, sie ist groß und sie ist schlank. Die Schwedin entspricht also so ziemlich jedem Schönheitsideal der westlichen Welt. Mit einer Ausnahme: Arvida hat keine Lust, sich zu rasieren. Ihre Unterschenkel ziert deshalb ein kleiner Pelz.

Diese paar Haare sind der Grund, warum sie nun in den sozialen Netzwerken bösartigen Angriffen ausgesetzt ist. 


Arvida ist Model und Fotografin und setzt sich für Feminismus ein. Gerade ist sie deshalb Teil einer neuen Werbekampagne von Adidas. Ein Video und Fotos zeigen sie in einem kurzen Spitzenkleid und Sneakers. Aus den pinken Socken ragen ihre nackten Beine hervor – und mit ihnen die Beinbehaarung

In dem kurzen Clip spricht Arvida darüber, was Weiblichkeit für sie bedeutet: "Ich denke, jeder kann feminine Dinge tun", sagt sie. "Und ich glaube, dass unsere heutige Gesellschaft davor Angst hat." 

Sie scheint zumindest schon mit ihren Beinhaaren die Grenzen dessen überschritten zu haben, was einige "angemessen" und "weiblich" finden.

Auf Youtube und ihrem Instagram-Account häuften sich fiese Kommentare.

Eine Woche später reagierte Arvida mit einem Post auf Instagram:

Seit dem Start der Kampagne habe sie viele unschöne Dinge zu hören bekommen. In privaten Nachrichten hätten ihr Menschen sogar Gewalt angedroht.

"Und das, obwohl als able-bodied, weiße Cis-Person mein einziges nicht-konformes Merkmal ein paar Beinhaare sind", schreibt sie. 

Aus diesem Erlebnis zieht Arvida ein nachdenkliches Fazit: 

"Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es sein muss, all diese Privilegien nicht zu haben und in dieser Welt zu existieren."

Sie nutzt die öffentliche Aufmerksamkeit, um daran zu erinnern, dass jeder Mensch im Leben andere Erfahrungen macht. Und um Liebe in die Welt zu senden – denn auch davon habe sie viel empfangen.

Bleibt zu hoffen, dass diese Botschaft überwiegt. Und dass wir irgendwann einmal so weit sind, dass ein unrasiertes Frauenbein nicht einen einzigen Kommentar hervorruft.

Hier kannst du Arvida im Video sehen:


Today

Trump-Regierung erschwert Frauen Zugang zu Verhütung

07.10.2017, 14:31

"Finger weg von meiner Verhütung!"

Eine Packung Kondome: 7 Euro, Anti-Baby-Pille: 40 Euro, Spirale: 200 Euro: Verhütung kann schnell teuer werden. Trotzdem möchten die meisten Menschen nicht darauf verzichten – weil sie sich vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen und dabei nichts dem Zufall überlassen wollen.

Für Frauen in den USA wird es nun wieder schwieriger, ihre Verhütung zu finanzieren. Die Regierung von Donald Trump macht eine entsprechende Regelung seines Vorgängers Barack Obama rückgängig. Diese verpflichtete Arbeitgeber dazu, ihren Angestellten Krankenversicherungen anzubieten, die auch Verhütungsmittel bezahlen. (Spiegel Online)