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28.01.2018, 13:07 · Aktualisiert: 30.01.2018, 16:15

Es wird ein Bonus von bis zu 7000 Euro versprochen.

Israel will gegen illegale Flüchtlinge vorgehen – und sucht Bürger, die dabei helfen. Interessenten können umgerechnet einen Bonus von bis zu 7000 Euro (30.000 Schekel) verdienen, wenn sie Flüchtlinge und alle, die sie als Arbeitskräfte anstellen, aufspüren. Das steht in einer Anzeige, die die israelische Migrationsbehörde veröffentlicht hat.

Konkret sucht die Behörde "Migrations-Inspektoren", die bereit sind, "eine Aufgabe von nationaler Wichtigkeit" durchzuführen (hier geht's zur Ausschreibung). Die Bürger, die sich bewerben, sollen selbstständig Flüchtlinge aufspüren, überwachen und gegebenenfalls festnehmen. Militärische Kenntnisse seien "von Vorteil", neben dem Erfolgsbonus gibt es auch ein reguläres Gehalt.

So sieht die Anzeige aus:

Im Logo wird der Job beschönigend als Menschen mit der Lupe suchen dargestellt.

Natürlich kann eine Behörde Stellenausschreibungen veröffentlichen, wenn sie neue Beamte sucht – auch, wenn es um Abschiebungen geht. Allerdings ist das Angebot der Migrationsbehörde keine klassische Stellenausschreibung: Statt nach gelerntem Personal sucht sie nach Zivilisten. Kandidaten, die Interesse haben, sollen bereits ab März anfangen können.

Das Datum kommt nicht von ungefähr – denn im März plant Israel bereits die Massenausweisung von Tausenden Flüchtlingen.

Vor wenigen Wochen hatte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu verkündet, 38.000 illegal nach Israel eingereiste Menschen zur Ausreise zu drängen. Es handelt sich vor allem um Eritreer und Sudanesen. Sie erhalten ein Flugticket und umgerechnet 2900 Euro, wenn sie freiwillig Israel verlassen. Andernfalls sollen sie so lange in Haft kommen, bis sie sich zur Ausreise bereit erklären.

Die Pläne sind in Israel höchst umstritten, mehrere Holocaust-Überlebende hatten gegen diese Art Zwangsdeportation protestiert (Westdeutsche Zeitung).

Flüchtlinge haben in Israel einen schweren Stand.

Vor allem Afrikaner kommen in einer gefährlichen Reise über die ägyptische Sinai-Halbinsel – Menschenhändler und Organ-Jäger lauern ihnen dort auf. In Israel angekommen, leben viele als Obdachlose, einen offiziellen Flüchtlingsstatus bekommen sie nicht. Die Uno geht von etwa 27.500 Eritreern und 7800 Sudanesen in Israel aus. Seit 2009 wurden nur 10 von ihnen als Flüchtlinge anerkannt – obwohl viele aus Bürgerkriegsregionen geflohen sind.

Die israelische Regierung bezeichnet sie selbst in offiziellen Dokumenten als "Eindringlinge", mehr als die Hälfte der Bürger stimmte der Aussage eines Politikers zu, dass Flüchtlinge ein "Krebsgeschwür" seien (Times of Israel).

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Die harte Haltung der Regierung wird jedoch von den Bürgern nicht uneingeschränkt unterstützt.

  • Hunderte Akademiker und Schriftsteller, darunter Amos Oz und David Grossman, haben in einem offenen Brief die Netanjahu-Regierung gebeten, die Massenabschiebung nicht durchzuführen (Haaretz).
  • Und Hunderte Rabbiner versprachen, Flüchtlinge bei sich zu verstecken, falls die Behörden sie aufgreifen wollen – ganz so, wie im Zweiten Weltkrieg Anne Frank vor den Nazis versteckt wurde (Newsweek).

Korrektur, 30. Januar 2018: Ursprünglich hatten wir im Beitrag geschrieben, dass die Inspektoren für zwei Monate gesucht werden. Das war ein Übersetzungsfehler – das Jobangebot gilt für zwei Jahre. Außerdem hatten wir den Eindruck erweckt, dass von der Behörde eine Art private Bürgerwehr eingesetzt wird. An der entsprechenden Stelle haben wir umformuliert. Unter anderem Haaretz und Jerusalem Post berichten hier über die ungewöhnliche Ausschreibung.


Gerechtigkeit

Höcke will der Türkei den Islam verbieten, sobald die AfD "an der Macht" ist

28.01.2018, 11:57 · Aktualisiert: 28.01.2018, 15:51

Für den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke gibt es kaum etwas Schlimmeres als den Islam. Von der Religion fühlt er sich mittlerweile derart bedroht, dass er nach einer Machtübernahme der AfD in Deutschland auch vor der Türkei nicht haltmachen will. Den Islam wolle er dem Land dann verbieten. Oder zumindest die Ausbreitung des Islams über den asiatischen Teil der Türkei hinaus.

 So suggeriert es zumindest eine Rede, die er vor Anhängern in Sachsen-Anhalt gehalten hat.

Höcke sagte, sobald die AfD die Macht bekomme, werde sie "die Direktive ausgeben, dass am Bosporus mit den drei großen M – Mohammed, Muezzin und Minarett – Schluss ist."