Gerechtigkeit

Das erste Land der Welt will endlich durchsetzen, dass Frauen so viel verdienen wie Männer

09.03.2017, 10:33 · Aktualisiert: 09.03.2017, 14:09

Island <3

Island hat sich zum Weltfrauentag selbst ein Geschenk gemacht. Als erstes Land der Welt will es ein Gesetz voranbringen, das gleiche Löhne für Frauen und Männer durchsetzt. Unternehmen mit mehr als 25 Mitarbeiten müssen künftig nachweisen, dass sie ihren Angestellten unabhängig vom Geschlecht das Gleiche bezahlen.

Das Ziel: Bis spätestens 2022 soll der sogenannte "Gender Pay Gap" – also die Lohnlücke zwischen Mann und Frau – geschlossen werden. "Die Zeit ist reif, um mal etwas Radikales in diese Richtung zu unternehmen", sagte der isländische Sozialminister Thorsteinn Viglundsson zur Verkündung des Gesetzes am Mittwoch ("The Independent"). Es soll noch im März im Parlament vorgestellt werden. Die Chancen stehen gut, dass es angenommen wird.

Island gehört in Sachen Gerechtigkeit bereits zu den fortschrittlichsten Ländern der Welt.

Im Gleichstellungsbericht des Weltwirtschaftsforums liegt Island im weltweiten Ranking auf Platz 1 (bento). Und zwar zum achten Mal in Folge. Allerdings verdienen Frauen aktuell im Schnitt trotzdem noch 14 bis 19 Prozent weniger als Männer. In Deutschland bekommen Frauen etwa 21 Prozent weniger Lohn:

Auch in anderen Ländern gibt es Anti-Diskriminierungsgesetze oder Verordnungen für mehr Lohngleichheit. Island geht mit dem Gesetz nun einen Schritt weiter.

Es kommt nicht von ungefähr: Im Oktober hatten Tausende Frauen für mehr Gerechtigkeit demonstriert (Iceland Monitor). Sie hatten ihre Arbeitsplätze verlassen, um vor dem Parlamentssitz zu demonstrieren.

Zum ersten Mal streikten Islands Frauen 1975 für Lohngerechtigkeit – in vielen Büros brach damals durch das plötzliche Wegbleiben der Frauen Chaos aus (Iceland Government). Die Beharrlichkeit hat sich gelohnt.

Hinweis: In einer ersten Version des Artikels hatten wir suggeriert, dass das Gesetz schon in Kraft ist. Das haben wir korrigiert.

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Gerechtigkeit

Was Deutsch-Türken jetzt gerade über die Türkei denken

09.03.2017, 10:22 · Aktualisiert: 12.03.2017, 16:26

Nur noch etwa einen Monat, dann stimmt die Türkei über die Einführung eines Präsidialsystems ab, das sämtliche Macht im Staat bei Präsident Recep Tayyip Erdogan bündeln würde.

Erdogan setzt alles daran, dass die Bürger am 16. April für diese Verfassungsänderung stimmen. Dafür machen er und sein Team ordentlich Werbung – auch außerhalb der Türkei. In Deutschland leben rund drei Millionen Türken, 1,4 Millionen haben einen türkischen Pass – und dürfen daher von hier aus wählen (mehr dazu hier).

Doch die anstehende Entscheidung spaltet das Land. Soll die Macht künftig allein bei Erdogan liegen – oder nicht?