10.07.2018, 08:04 · Aktualisiert: 10.07.2018, 13:44

4 Fragen zum Urteil

Shaparak Shajarizadeh will anziehen, was sie möchte. Sie will nicht anziehen müssen, worauf sie keine Lust hat. Nun muss sie dafür ins Gefängnis.

Die Aktivistin wurde von einem iranischen Gericht zu zwei Jahren Haft und weiteren 18 Jahren auf Bewährung verurteilt. Die muss sie antreten, sollte sie erneut ihr Kopftuch ablegen. Das berichten übereinstimmend die Menschenrechtsorganisation NCR Iran, die sich für Frauenrechte in der islamischen Republik einsetzt, und das Blog Iran Human Rights Monitor.

1.

Wer ist die Anti-Kopftuch-Aktivistin Shaparak Shajarizadeh?

Die Aktivistin gehört einer Gruppe von Iranerinnen und Iranern an, die regelmäßig gegen die Bekleidungsvorschriften im Land protestieren.

Sie war in der Vergangenheit bereits zwei Mal verhaftet worden, weil sie in der Öffentlichkeit ihr Kopftuch ablegte – zuletzt im Februar, als sich in Iran ein Protest junger Menschen gegen das Regime auflehnte.

2.

Wie müssen sich Frauen in Iran kleiden?

Das Regime schreibt Frauen und Mädchen ab einem Alter von neun Jahren in der Öffentlichkeit ein Kopftuch vor. Das ist seit fast 40 Jahren Gesetz – genauso lang aber sind die meisten Frauen dagegen.

Vor der Iranischen Revolution 1979 war es Frauen hingegen verboten, Kopftücher zu tragen. Das jetzige Regime beruft sich auf den Islam, im Koran gibt es jedoch gar keine explizite Regel, die ein Kopftuch vorschreibt.

3.

Wie wehren sich Frauen dagegen?

Vor allem mit Aktionen, die sich online verbreiten; Fotos und Videos des Protests. Eine Form ist der "White Wednesday", gestartet im Mai 2017 von Masih Alinejad und ihrer Gruppe "My Stealthy Freedom". Kopftuch-Gegnerinnen sammeln Fotos von Frauen in weiß oder mit weißem Kopftuch als Zeichen des Protests. Sie schwenken die Tücher und zeigen ihr Haar.

Alinejad betreibt "My Stealthy Freedom" aus dem Ausland. Nicht immer ist klar, ob die Aufnahmen wirklich in Iran aufgenommen wurden. Bei den Videos von Shajarizadeh war das der Fall. Und es spielte in die Proteste hinein:

4.

Warum fällt das Urteil nun so hart aus?

Anscheinend wollen die Religionswächter ein Zeichen setzen. Normalerweise drohen Frauen, die ohne Kopftuch erwischt werden, Geldstrafen oder einige Tage Gefängnis. Die mehrjährigen Haftstrafen gibt es hingegen für Prostitution oder Anstiftung zu selbiger.

Shajarizadeh wurde vor dem Islamischen Revolutionsgericht in Teheran verurteilt. Dort landen eigentlich nur sogenannte Gegner des Regime. Die junge Frau so hart zu bestrafen, soll wohl anderen Aktivistinnen und Aktivisten zeigen: Versucht es gar nicht erst.


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