Bild: dpa/Montage: bento

Gerechtigkeit

Linke solidarisieren sich unter "Ich bin Antifa", dann kommen die Rechten dazu

04.11.2017, 15:35 · Aktualisiert: 04.11.2017, 16:01

Der Satz besteht nur aus drei Worten. Für die einen ist er ein Zeichen des Widerstands gegen Rassismus – für die anderen ein Aufruf zu Gewalt. Auf jeden Fall markieren die drei Worte die aktuelle Frontlinie auf Twitter: "Ich bin Antifa".

Unter dem gleichnamigen Hashtag teilen seit Freitagabend linke Twitter-Nutzer mit, warum sie sich bei der Antifa engagieren. Seit Samstag gibt es die Gegenbewegung von rechts – mit Tweets, die sich über den Hashtag lustig machen.

Hinter #IchBinAntifa steckt ein Anti-Nazi-Kongress in Bayern – und ein längerer Streit zwischen Linken, Rechten und der Polizei.

In München findet seit Freitag der "Antifa-Kongress Bayern" statt. Die Teilnehmer wollen diskutieren, wie das Engagement aussehen kann, wenn Rechtsradikale und Rassisten plötzlich mit Rederecht im Bundestag sitzen. Sie treffen sich im Münchner Gewerkschaftshaus – doch das sollte im letzten Moment verhindert werden.

Die Polizei-Gewerkschaft wollte keine Linken im Haus haben, der Mietvertrag mit den Veranstaltern wurde kurzzeitig aufgelöst.

Hier erfährst du mehr über die Hintergründe:

Nun darf der Antifa-Kongress doch im Gewerkschaftshaus steigen – aber er wird begleitet von rechten Gegendemos der AfD und Pegida München.

Polizei und Verfassungsschutz befürchten gewalttätige Auseinandersetzungen. Rechtsradikale hetzen im Netz: "Alle Ratten in einem Bau... was man da alles machen könnte!" (Süddeutsche Zeitung)

Und auch die Kongress-Organisatoren machen deutlich, dass sie keine Lust auf einen Dialog mit Rechten haben. Auf der Homepage der Veranstaltung heißt es:

"Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen."

Zum Start des Kongresses am Freitag wurde der Hashtag #IchBinAntifa kreiert. Er sollte ein Zeichen gegen Rechts werden, auch Politiker beteiligen sich.

So präsentieren sich Unterstützer auf Twitter:

1/12

Mittlerweile haben ihn auch andere Nutzer entdeckt.

So äußern sich die Gegner – oder Zyniker – auf Twitter:

1/12

Der Hashtag trendet seit Freitagabend in der deutschen Twitterlandschaft. Tatsächlich neu ist er allerdings nicht. Bereits 2014 wurde er benutzt, um mit dem Wort Antifa den Unterschied zwischen Linksradikalen auf der einen Seite und antifastischem Engagement auf der anderen Seite deutlich zu machen:

Unabhängig vom Streit im Netz schauen Polizei und Verfassungsschutz besorgt auf den eigentlichen Antifa-Kongress in München.

Die Beamten fürchten Zusammenstöße rund um das Gewerkschaftshaus, gerade wenn die Demonstrationen von AfD und Pegida vorbeikommen. "Rechte und linke Aktivisten werden die Veranstaltung für ihre eigenen politischen Ziele nutzen", sagt Polizeisprecher Sven Müller vorab. (Süddeutsche Zeitung)

Am Samstag ist die Polizei mit zusätzlichen Einsatzkräften vertreten. Der Polizeisprecher:

Wir werden konsequent einschreiten, wenn es Provokationen und Störungen gibt - egal von welcher Seite.

Tech

Keiner versteht das neue iPhone, also musste Apple dieses Erklärvideo drehen

04.11.2017, 13:49

Apple hat das größtebestetollste Smartphone aller Zeiten entworfen – aber keiner versteht, wie es funktioniert. Der Tech-Konzern bringt dieser Tage das iPhone X auf den Markt, die jüngste Erweiterung seiner Smartphone-Reihe.

Anders als bisherige iPhones hat es keinen Home-Button mehr. Mit dem Knopf wurden alle Vorgänger gesteuert. Nun will Apple mehr Platz für das Display schaffen – und hat den Knopf dafür abgeschafft. Wer braucht schon Geräte mit Knöpfen?

Allerdings verwirrt das Wundergerät viele Nutzer derart, dass Apple nun doch nachhelfen muss – mit einem Erklärvideo.