03.03.2018, 12:58 · Aktualisiert: 03.03.2018, 18:19

Die Tafel in Essen hatte vergangene Woche angekündigt, vorläufig nur noch Deutsche aufnehmen zu wollen – und hat mit dieser Entscheidung eine große Debatte ausgelöst. (bento)

Begründet hatte der Verein den Schritt damit, dass der Anteil von nicht-deutschen Bedürftigen auf 75 Prozent gestiegen sei, dass die Atmosphäre sich geändert habe, öfter Gedrängel entstünde und man fürchte, dass sich ältere Damen nicht mehr zur Essensausgabe trauen könnten.

Seither wird aufgebracht diskutiert: Während die einen vor allem den Schritt der Essener Tafel als fremdenfeindlich anprangern, stellen sich die anderen schützend vor deutsche Bedürftige, die versorgt werden müssten.

All das fasst Oliver Welke in der Heute Show am Freitagabend zusammen. Unter dem Titel "Hunger Games" wirft er Angela Merkel vor, sie tue doch nur so, als höre sie zum ersten Mal von Armut – sie sei ja auch erst seit 12 Jahren Kanzlerin, fügt er sarkastisch hinzu.

"Da wäre es ehrlicher, gleich zu sagen 'Sollen sie doch Kuchen essen'" sagt Welke in einer Anspielung auf die französische Königin Marie-Antoinette, die nicht wusste, warum das Volk einen Aufstand um Brot anzetteln würde.

Besonders bitter ist das zynische Spiel, das Welke sartirisch "Mortal Kombat, Tafel Edition" nennt. Im Look eines alten Games zeigt die Heute Show zwei Player, die gegeneinander antreten: Omma Kossaleck spielt gegen Ahmed aus Syrien, für jeden Treffer gibt es einen Brokkoli. Die dritte Figur zur Auswahl sei Alexander Dobrindt (CSU) - der könne besonders gut an der Seite stehen und "Dünnschiss labern".

Welke greift in seiner Sendung aber auch die SPD an - ohne die Hartz IV-Reformen wären die Tafeln gar nicht erst so groß geworden, sagt Welke. Damit argumentiert er ähnlich wie SPIEGEL-Kolumnist Jakob Augstein, der meint, SPD-Politiker sollten sich lieber nicht zu dem Thema äußern – schließlich habe die Partei, die für soziale Gerechtigkeit stünde, versagt. (SPIEGEL)

Hier geht es zur ganzen Sendung der Heute Show.


Today

Berliner Grundschule heuert Sicherheitsdienst an

03.03.2018, 11:17

Was können - und was dürfen sie?

An einer Grundschule in Berlin patrouillieren Security-Mitarbeiter, um die Lehrer zu entlasten. Was können - und was dürfen sie?

Zwei Grundschüler prügeln sich in der Pause, einer liegt am Boden, der andere tritt nach. Oder: Ältere Freunde eines Sechstklässlers reißen während des Unterrichts die Klassentür auf und rufen "He, Alter, komm raus, wir gehen jetzt!"