Gerechtigkeit

GroKo-Pläne: So wenig springt für die Jungen wirklich raus

14.02.2018, 14:12

Der Koalitionsvertrag ist ein Rentnerparadies.

Die Große Koalition hat Geld zu verteilen. Rund 46 Milliarden Euro können SPD und Union in den kommenden vier Jahren zusätzlich verteilen. Die Frage ist: Wer bekommt das Geld?

Wissenschaftler haben nun berechnet, welche Bevölkerungsgruppen am meisten von den Versprechen der Großen Koalition aus SPD und CDU profitieren würden. Das Ergebnis:

Die Alten sparen am meisten Geld; die Jungen, vor allem 18-25-Jährige, werden am wenigsten entlastet.

Die Studie kommt von Forschern des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA). Die Ökonomen untersuchten die Vorhaben der GroKo und kalkulierten wie viel Geld verschiedene Altersgruppen dadurch sparen. (Süddeutsche Zeitung)

1. Die Alten sind die Profiteure.

622 Euro netto im Jahr – so viel sparen Haushalte mit über 65-Jährigen. Das liegt daran, dass die GroKo das Rentennivau bis 2025 stabilisieren will. Davon profitieren natürlich die Alten. Dass das Niveau stabil bleibt, wenn wir eines Tages in Rente gehen, darf bezweifelt werden.

Außerdem profitieren Senioren besonders von höheren Mütterrenten und der Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Letzteres liegt vor allem daran, dass alte Leute im Schnitt mehr verdienen als Junge.

2. Familien mit Kindern werden entlastet.

26-39-Jährige profitieren stark von den GroKo-Plänen – wenn sie Kinder haben. Union und SPD wollen die Kita-Gebühren reduzieren oder vielleicht sogar komplett abschaffen, an diesem Punkt ist der Koalitionsvertrag sehr vage gehalten. Außerdem soll das Kindergeld erhöht werden.

26-39-Jährige würden insgesamt mit bis zu 740 Euro im Jahr entlastet. In dem Durchschnittswert sind Haushalte mit und ohne Kinder eingerechnet.

3. Junge ohne Kinder gehen fast leer aus.

Unter-25-Jährige will die GroKo am wenigsten entlasten, je nach Konjunktur hätten sie weit weniger als 300 Euro mehr im Jahr. Von der Rentenstabiliserung haben sie nichts, von den Entlastungen für Eltern meist auch nichts, von der Abschaffung des Solis profitieren sie unterdurchschnittlich, weil sie eher wenig verdienen.

  • Zwar gibt es Projekte der GroKo, die sich nicht direkt in Geld umrechnen lassen und von denen besonders Junge profitieren – zum Beispiel Investitionen in Bildung. Diese Vorhaben haben die Forscher nicht einbezogen.
  • Allerdings sind weitere Projekte wie die Grundrente auch nicht einberechnet. Fest steht: Die Große Koalition fördert eher die Alten als die Jungen.

Was sich sonst noch ändert, liest du hier:

Warum die Pläne besonders frech sind: Weil junge Menschen in Europa oft eh schon schlechter dran sind als die Älteren.

  • So hat der Internationale Währungsfonds gerade eine Studie veröffentlicht, wonach seit der Finanzkrise junge Europäer ein deutlich größeres Armutsrisiko haben als ältere.
  • Vor der Finanzkrise hatten alte und junge Europäer ein gleichermaßen hohes Armutsrisiko.
  • In Deutschland werden die Jungen demnach seit der Finanzkrise deutlich schlechter bezahlt, wenn sie in den Job einsteigen.
  • Die Wahrscheinlichkeit, keine Arbeit zu finden, stieg. Auch die, erst mal schlecht bezahlte Praktika machen zu müssen.
  • Die Durchschnittseinkommen der 18-24-jährigen Europäer stagnierten, die der Rentner stiegen um zehn Prozent. (SZ)

Woran es liegen könnte:

Ja, junge Leute gehen seltener zur Wahl als Rentner. Aber es gibt in Deutschland vor allem viele Alte und wenig Junge, deshalb gibt es auch wenig junge Wähler.

Wer eine Wahl gewinnen will, muss vor allem auch Rentner zufrieden stellen. 2017 gab es mehr als doppelt so viele Wahlberechtigte über 60 wie Wahlberechtigte unter 30. Vor 30 Jahren war das noch anders, bis dahin waren diese beiden Wählergruppen fast gleich groß (SZ).

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Fühlen

Ich will mich nicht mehr selbst finden, ich will mich verlieben!

14.02.2018, 14:07 · Aktualisiert: 15.02.2018, 15:44

Ich möchte mal wieder nachts nicht schlafen können. Ich will glücklich auf mein Handy starren. Ich möchte am Wochenende zusammen ans Meer fahren und spazieren gehen und dabei über die anderen Paare lästern, die exakt so sind wie wir. 

Die meisten Menschen um mich herum reagieren darauf mit Unverständnis

Verlieben ist ja ganz schön, aber irgendwie uncool geworden: 

Heute sollte man seine "Freiheit" genießen und sich selber finden. Vielleicht mal wieder zum Yoga. Oder ne Woche Detox. Kleiner Trip durch Thailand. Dazwischen mit dem Therapeuten der Wahl am Ego arbeiten. Denn die Liebe findet man nicht, die findet dich.