Bild: dpa/Frank Rumpenhorst

05.04.2018, 17:16

Es geht vor allem um einen Soziologen

Was ist passiert?

  • "Familienkonflikte gewaltfrei austragen – Gewaltkarrieren wirksam vorbeugen" – zu diesem Thema treffen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom 13. bis 15. April an der Universität Frankfurt. Aber dem AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) gefällt das gar nicht.
  • Er hat jetzt zu einer "Demonstration gegen homophoben Kongress an der Goethe-Uni" aufgerufen. Der Grund: Sie halten einen der Veranstalter für homophob.
  • "Homofeindliche und reaktionäre Positionen dürfen an der Universität keinen Raum bekommen, auch nicht unter einem vermeintlich wissenschaftlichen Deckmantel", schreibt Clara Mißbach vom AStA in dem Demo-Aufruf.
  • Organisiert hat die Veranstaltung die Vereinigung AG Familienkonflikt. Experten aus Großbritannien, den USA und Israel werden referieren. Es soll um die Faktoren gehen, die zu gewalttätigem Verhalten in Beziehungen und Familien führen.

https://www.facebook.com/notes/asta-universit%C3%A4t-frankfurt/asta-ruft-zur-demonstration-gegen-homophoben-kongress-an-der-goethe-uni-auf/2166425383397478/

Gepostet von AStA Universität Frankfurt am Mittwoch, 4. April 2018

Warum sagt der AStA, der Kongress sei homophob?

Die Kritik richtet sich vor allem gegen den Veranstalter des Kongresses, Soziologe Gerhard Amendt, und den Gründer des Vereins "AG Familienkonflikte", Tom Todd. Beide sollen laut AStA "homofeindliche und antifeministische Aktivisten" sein und sich in der Öffentlichkeit entsprechend geäußert haben.

Soziologe Gerhard Amendt

Soziologe Gerhard Amendt (Bild: imago/Horst Galuschka)

Was wird den beiden konkret vorgeworfen?

  • Bei den Vorwürfen gegen Amendt wird auf einen Artikel des Soziologen mit dem Titel "Verständigung über Pädophilie" verwiesen, der 2004 in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" veröffentlicht wurde. In dem Text soll er Homosexualität, Perversion und Pädophilie in einen direkten Zusammenhang gebracht haben.
  • Ihm wird außerdem vorgeworfen, dass der Artikel heute auf der Seite des "Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft" zu finden ist, wo auch "Therapien zur Abnahme homosexueller Gefühle" befürwortet werden, wenn Menschen unter ihrer sexuellen Orientierung leiden würden. (DIJG)
  • Tom Todd wird vorgeworfen, Mitglied des Männerrechtsvereins "Agnes" zu sein. Er hat dort das Amt des zweiten Vorsitzenden inne. Amendt selbst ist Gründungsmitglied von Agnes. Der Verein spricht sich unter anderem gegen Gender-Politik aus und möchte die Rechte von Vätern und Männern stärken, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer mehr diskriminiert und entrechtet worden seien, so der Verein.
  • Inzwischen haben sich auch die SPD und Linken gegen den Kongress ausgesprochen (Frankfurter Rundschau).

Wie reagiert Amendt auf die Vorwürfe?

  • Amendt argumentiert, dass es in dem Artikel "Verständigung über Pädophilie" konkret um die Missbrauchsvorwürfe an Kindern der Odenwaldschule ging und die von ihm beschriebenen "Perversionen" auch auf Heterosexuelle übertragbar seien. (Hessenschau)
  • Zu der Veröffentlichung beim DIJG sagt er, er habe den Text dort nicht persönlich angeboten.
  • Die "AG Familienkonflikt" rechtfertigt sich auf dem Blog "Genderama". Dort heißt es, der Kongress sei dazu da "'häusliche Gewalt' aus der ideologischen Ecke als 'patriarchale Gewalt gegen Frauen' heraus zu führen und nach Lösungen für Opfer beider Geschlechter zu suchen."

Was ist mit den anderen Rednern?

Ein erster Blick auf das Programm lässt vermuten, dass es vor allem um Gewalt in Familien geht. Schaut man sich allerdings die Referentinnen und Referenten genauer an, erkennt man, dass sie aus einer Forschungsrichtung kommen, in der Männer als Opfer von "häuslicher, weiblicher Gewalt" und die Frauen als "Aggressor" das Forschungsinteresse sind. Das ist etwa bei der Referentin Dr. Emily Douglas und Dr. Elizabeth Bates der Fall.

Es ist also zu erwarten, dass der Kongress durchaus antifeministische Standpunkte vertritt und dafür plädiert, dass die Rechte der Männer gestärkt werden müssen. Amendt selbst veröffentlichte Artikel, in denen er sagt, die Sexismusdebatte sei eine Erfindung der Feministinnen, die "eine Schlacht gegen die menschliche Natur" führen würden". (The European)

Wie geht es jetzt weiter?

  • Der AStA fordert die Universitätsleitung auf, den Mietvertrag mit der "AG Familienkonflikt" zu kündigen und die Veranstaltung damit nicht in den Räumen der Goethe-Universtiät stattfinden zu lassen.
  • Die Goethe-Universität schrieb in einer Stellungnahme, die Ende März veröffentlicht wurde: "Die Prüfung der Veranstaltungsanfrage 'Familienkonflikte gewaltfrei austragen' ergab im Vorfeld keine Hinweise, dass die beantragte Veranstaltung nicht den üblichen Grundsätzen der CampuService GmbH zur Raumvermietung entspricht. Derzeit ergibt sich keine juristische Begründung für eine außerordentliche Kündigung."
  • Die Pressestelle der Goethe-Universtität bestätigte am Donnerstagmittag gegenüber bento, dass nicht in Betracht gezogen wird, den Mietvertrag zu kündigen.
  • Die Demonstration gegen die Veranstaltung wird am 14. April auf dem Campus der Goethe-Universität stattfinden.

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