Gerechtigkeit

In diesem Café sollen Männer mehr zahlen – weil sie im Beruf mehr verdienen

10.08.2017, 12:29 · Aktualisiert: 10.08.2017, 14:58

Wer seinen Latte Macchiato in diesem Café bestellt, muss eventuell auf den Preis noch mehr draufschlagen als das Trinkgeld. Zumindest wenn der Kunde ein Mann ist. 

Denn im "Handsome Her"-Café im australischen Melbourne gibt es eine Männersteuer.

Einen neuen Laden zu eröffnen ist immer stressig: Wird es ein Erfolg? Werden überhaupt Kunden kommen? Und wie werden die Reaktionen sein? 

Doch die Betreiber von "Handsome Her" müssen sich darüber erstmal keine Sorgen machen, denn sie haben sich schon einen Tag vor ihrer Eröffnung am 4. August sehr viel Aufmerksamkeit gesichert. 

Und das alles nur mit einer Tafel:

Auf der Tafel stehen drei Regeln:

  1. In dem Café "von Frauen für Frauen" haben weibliche Kundinnen Vorrang in der Platzwahl.
  2. Männer zahlen 18 Prozent mehr als Frauen.
  3. Und bitte alle gegenseitig respektieren.

Die 2. Regel ging nun um die ganze Welt – und wurde bejubelt. 

Mit der Männergebühr wollen die Café-Betreiber auf die Lohnungleichheit in Australien aufmerksam machen. Nach einem Report der australischen Regierung haben in Vollzeit arbeitende Männer im Jahr 2016 durchschnittlich 17,7 Prozent mehr Gehalt bekommen als ihre weiblichen Kolleginnen.

Die Aktion des Cafés will auf diesen "Gender Pay Gap" genannten Gehaltsunterschied aufmerksam machen. "Ich halte das für eine tolle Idee", sagt eine Kundin in einem Fernsehinterview, "weil ich glaube, dass viele Menschen von der Gender Pay Gap gar nichts wissen." 

Doch es gibt auch viele Kritiker: 

Nicht nur auf der Facebook-Seite des Cafés finden sich wütende Kommentare. Es wurde sogar eine Facebook-Gruppe gegründet, die zum Boykott gegen das Café aufruft – wegen Diskriminierung von Männern.

Doch anders als einige Kritiker behaupten, ist die Gebühr nicht verpflichtend: "Wenn Männer das nicht zahlen wollen, schmeißen wir sie nicht raus", sagt Alexandra O’Brien, eine der Gründerinnen, in dem TV-Bericht. Und sie fügt hinzu: "Es ist lediglich eine Chance, Gutes zu tun." Der Männerzuschlag geht nämlich direkt an eine wohltätige Organisation, die sich für weibliche Ureinwohner Australiens einsetzt. 

Außerdem: Der freiwillige Aufschlag gilt nur eine Woche pro Monat – und bisher habe ihn kein Mann verweigert, so O'Brien. 

Well, it's been a hectic couple of days. Who would have thought one little chalkboard would cause such a stir? Notes...

Posted by Handsome Her on Sonntag, 6. August 2017


"Wer hätte gedacht, dass eine kleine Tafel so viel Aufruhr auslösen würde?", schreiben die Betreiber nun auf Facebook. Durch die ganze Aufmerksamkeit sei ihr Café nun immer rammelvoll. Es würden sogar Menschen durch die ganze Stadt fahren, nur um bei ihnen einen Kaffee zu trinken – und die Männersteuer zu bezahlen.

Ob das Ganze politisch etwas bewirken wird? Mal sehen. Zumindest geschäftlich hat sich die Aktion offenbar gelohnt.


Today

Nein, Duisburg will keine Türken mit seinen Mülleimer-Sprüchen diskriminieren

10.08.2017, 11:28

In Duisburg gibt es ein neues Mülleimer-Design. Auf den Körben steht zum Beispiel "Mach et, Mehmet" oder "Geht doch, Gülcan". Die Aufschrift soll Duisburger dazu animieren, Müll nicht einfach achtlos auf die Straße zu werfen – sondern eben in die Mülleimer.

Die Plakate gehören zur neuen Kampagne der Wirtschaftsbetriebe Duisburg – und stehen nun unter Rassismusverdacht.