Bild: dpa/Oliver Berg

14.06.2018, 15:28 · Aktualisiert: 14.06.2018, 16:05

Es gehe um "glaubhafte Vorwürfe sexueller Belästigung".

Der WDR hat sich mit sofortiger Wirkung von Gebhard Henke, dem Leiter des Programmbereichs Fernsehfilm, Kino und Serie getrennt. Grund seien "glaubhafte Vorwürfe sexueller Belästigung und des Machtmissbrauchs", so der Sender.

Was ist beim WDR passiert?

"In den vergangenen Wochen haben mehr als zehn Frauen dem WDR über sexuelle Belästigung und unangemessenes Verhalten durch den bisherigen Leiter des Programmbereichs Fernsehfilm, Kino und Serie berichtet, teils in Zusammenhang mit Machtmissbrauch", schreibt der WDR in einer Pressemitteilung.

Dem SPIEGEL erzählten sechs Frauen, darunter auch Charlotte Roche, wie sie von Henke betatscht und begrapscht worden seien, wie er ihnen an den Po oder den Bauch gefasst habe. Aber auch, wie er angedeutet habe, sie zu fördern, dafür im Gegenzug offenbar körperliche Zuwendungen erwartet habe. (bento)

Wie reagierte Henke?

Er bestritt bisher alle Vorwürfe und erhielt Unterstützung von 16 Frauen aus der Film- und Fernsehbranche. Mit einem offenen Brief solidarisierten sie sich mit ihm. Darin schrieben die Frauen unter anderem, dass die Zusammenarbeit mit Henke immer von "jedweder Art und Schwere" frei gewesen sei.

Wie geht es jetzt weiter?

Beim WDR geht man davon aus, dass Henke auf Wiedereinstellung klagen wird. Von der Kündigung erhoffe man sich, dass sich weitere Betroffene melden. (SPIEGEL ONLINE)


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Wie Polizei und Geheimdienst vor der WM russische Hooligans einschüchtern

14.06.2018, 15:05 · Aktualisiert: 14.06.2018, 15:05

"Viele Hooligans haben Angst."

Meistens rufen sie an, erzählt Aleksander. Manchmal kommen sie auch bei ihm zu Hause vorbei. Sie – das sind Vertreter der russischen Sicherheitsbehörden, der Polizei und des Inlandsgeheimdienstes FSB. Man hoffe, dass er sich gut benehmen werde, er wolle doch keine Probleme bekommen – solche Sätze müsse er sich anhören.

Aleksander heißt nicht wirklich Aleksander, er möchte anonym bleiben; der 35-Jährige ist Mitglied einer Hool-Gruppe eines Moskauer Fußballvereins der russischen ersten Liga, der Premijer Liga. 

Er ist einer wenigen, der darüber spricht, wie der Sicherheitsapparat vor der Fußball-WM die russischen Hooligans unter Druck setzt. Auch die Bezeichnung seiner Hooligangruppierung dürfen wir nicht nennen, er will seine Familie schützen, seinen Job.